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08.09.2011

TOP DE: Deutscher Maschinenbau erwartet 2012 Ende des Booms

Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES

Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Wachstum im deutschen Maschinen- und Anlagenbau wird sich im kommenden Jahr deutlich abschwächen. Ein sich weiter eintrübendes Weltkonjunkturklima sowie steigende inflationäre Tendenzen in den Schwellenländern sind der Grund, warum der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) nach einem stürmischen Wachstum 2010 und 2011 auf die Euphoriebremse tritt. So geht Präsident Thomas Lindner für das kommende Jahr von einem Produktionswachstum von 4% aus, nach einem prognostizierten zweistelligen Plus 2011.

Nominal könne die Branche mit rund 197 Mrd EUR Produktionswert den Rekord aus dem Jahr 2008 von 196 Mrd EUR sogar leicht übertreffen. "Doch der Zieleinlauf wird denkbar knapp", warnte Lindner am Donnerstag vor zuviel Euphorie. Ein wichtiger Wachstumsmarkt bleibe China. Hier geht der VDMA von weiteren Zuwächsen aus, wenn auch nicht mehr auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre.

Grundsätzlich rechnet die Maschinenbau- und Anlagenindustrie im kommenden Jahr mit von Monat zu Monat niedrigeren Wachstumsraten. So gebe es Tendenzen einer Überhitzung der Konjunktur in einzelnen Ländern Asiens und Südamerikas. Hier würden bereits Kredite verknappt, um dem gegenzusteuern. Zudem hinterließen die anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten ihre Spuren. "Die Kurve der realen Maschinenproduktion dürfte im Jahresverlauf 2012 ihren Höhepunkt erreichen", sagte Lindner.

Trotz erster Anzeichen einer Abkühlung der Konjunktur in Deutschland bekräftigte der Verband seine Prognose für das laufende Jahr. Hier geht der VDMA weiterhin von einem Produktionswachstum in einer Größenordnung von 14% aus. Der Produktionswert stiege damit auf 188 Mrd EUR. Im laufenden Jahr liege die Industrie "im Plan", so Lindner. Die Produktion legte in den ersten sieben Monaten des Jahres um 16,4% zu. Die Produktionsanlagen waren im Juli zu 89,9% ausgelastet. Der Auftragseingang legte im Berichtszeitraum um 21% zu. Für den Rest des Jahres erwartet der Verband ein weiteres Wachstum im Vergleich zum Vorjahr aber mit sinkender Tendenz.

Die gegenwärtigen Turbulenzen an den Finanzmärkten spielten in der realen Wirtschaft der Abnehmerländer, insbesondere in den Wachstumsmärkten, derzeit noch eine geringe Rolle, zeigte sich Lindner sicher. Allerdings räumte er ein, dass es sich dabei um eine "kurzfristige Sicht der Dinge" handele.

Eine Analogie zum Herbst 2008, als die Banken- und Finanzkrise zu einer weltweiten Rezession führte, wollte er nicht ziehen. Der Vergleich "hinke". Die Unternehmen seien besser und flexibler aufgestellt als damals. Seine Hand dafür ins Feuer legen wollte er jedoch nicht. So seien die Instrumente der Politik limitierter, einen möglichen Absturz der Wirtschaft abzufedern, die fiskalen Spielräume aufgrund der hohen Staatsverschuldungen geringer.

Wie es nach 2012 weitergehen wird, wollte Lindner aufgrund des unsicheren Umfeldes daher noch nicht einschätzen. Als "zentrale Bedingung" für ein weiteres Wachstum der Branche stellte er eine "wirkungsvolle Bekämpfung" der Euro- und Staatsschuldenkrise.

Hier kritisierte Lindner die Politik der Länder der Europäischen Union deutlich. Europa finde derzeit "den richtigen Weg nicht". Einzelmaßnahmen wie Schuldenbremse, Finanztransaktionssteuer oder europäische Wirtschaftsregierung, wie sie jüngst Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy verkündeten, liefen ins Leere. "Das sind Nachrichten aus dem Wolkenkuckucksheim." Zum einen seien die Wünsche unerfüllbar, zum anderen fehle der währungspolitische Masterplan.

Er habe "zwei Wünsche", sagte Lindner. Eine Einigung der Politik, wohin "die Reise eigentlich geht". Lindner plädierte dabei darauf, die Stabilitätskriterien von Maastricht nicht auszuhebeln, sondern wiederzubeleben und "zu härten". Zudem verlangte er von den Protagonisten eine klare politische Führung und damit einhergehend einen glaubwürdigen Kurs.

-Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, natali.schwab@dowjones.com DJG/nas/sgs

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