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27.09.2010

TOP DE: Siemens sieht im 4Q Verbesserung beim operativen Ergebnis

Von Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES

Von Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Siemens rechnet für das Schlussquartal dank anhaltend guter Nachfrage und positiver Wechselkurseffekte mit einem verbesserten operativen Ergebnis der drei Sektoren Industrie, Energie und Medizintechnik. Das Ergebnis der Sektoren werde besser als im Vorjahresquartal (1,9 Mrd EUR) ausfallen, teilte das DAX-Unternehmen am Montag mit. Allerdings werde es hinter dem Ergebnis des Vorquartals bleiben, als rund 2,3 Mrd EUR erreicht wurden. Einen Nettoverlust im Schlussquartal wollte der Finanzvorstand nicht ausschließen.

Bei der Betrachtung des Sektorengewinns lässt Siemens zudem eine Milliardenabschreibung in der Medizintechnik außen vor. Der Konzern hatte vor einer Woche erklärt, in der Diagnostiksparte der Medizintechnik eine Abschreibung von bis zu 1,4 Mrd EUR vornehmen zu müssen, weil das Geschäft hinter den Wachstumszielen des DAX-Konzerns zurückgeblieben ist. In den Jahren 2006 und 2007 hatte Siemens diesen Bereich für rund 11 Mrd EUR zusammengekauft. Die Diagnostik-Abschreibung wird neben weiteren Sondereffekten das Nettoergebnis im Schlussquartal belasten.

Bei den Neuaufträgen spüren die Münchner weiterhin Aufschwung. Der Auftragseingang der drei Sektoren dürfte über dem Vorquartal (20,1 Mrd EUR) und somit auch über dem Vorjahresquartal (17,9 Mrd EUR) liegen. Den Umsatz der Sektoren sieht der Finanzvorstand im Schlussquartal ebenfalls über dem Vorquartal (18,3 Mrd EUR) und über dem Vorjahreswert (18,9 Mrd EUR).

Das Industriegeschäft des Technologiekonzerns profitiert weiterhin von der Erholung des kurzzyklischen Geschäfts, wie es etwa die Lichtsparte Osram betreibt. Osram verspüre derzeit eine starke Nachfrage bei der LED-Technik und könnte im Schlussquartal wieder das Umsatzniveau des Vorkrisenjahres 2008 erreichen, wie Finanzvorstand Joe Kaeser in einer Telefonkonferenz erläuterte. In den langzyklischen Geschäften gebe es zudem erste positive Signale.

Das Ergebnis der Industriesparte erwartet Siemens über Vorjahresquartal (562 Mio EUR) und etwa auf dem Niveau des Vorquartals (900 Mio EUR). Probleme macht hier die Division Industry Solutions, in der Siemens mit Restrukturierungskosten rechnet. Zudem läuft es bei einem US-Projekt zur Wasserversorgung nicht rund, das die Münchner mit einem lokalen Partner bearbeiten.

Insgesamt erwartet Finanzvorstand Kaeser nun für das Schlussquartal in den Sektoren nur noch rund 150 Mio EUR Restrukturierungskosten und damit 100 Mio EUR weniger als zuletzt. Ursprünglich war Siemens gar von 500 Mio EUR ausgegangen, wegen der verbesserten Geschäftslage wurde der Wert nun zum zweiten Mal gesenkt. Die Erlöse der Industriesparte dürften von Juli bis September über dem Niveau des Vorjahres (9 Mrd EUR) und des Vorquartals (8,7 Mrd EUR) liegen. Die Neuaufträge erwartet der Konzern im Industriesektor ebenfalls über Vorjahr (8,1 Mrd EUR) und über Vorquartal (8,8 Mrd EUR).

Der Energiesektor wird nach Einschätzung Kaesers im Schlussquartal weder das Ergebnis des Vorjahres (878 Mio EUR) noch den Wert des Vorquartals (925 Mio EUR) erreichen. Knapp unter den 878 Mio EUR des Vorjahres sieht der Finanzvorstand die zweitgrößte Siemens-Sparte. Positiv entwickelt sich hingegen der Auftragseingang, der dank der gestiegenen Nachfrage nach Atomkrafttechnik und Erneuerbarer Energie besser als im Vorquartal (8,1 Mrd EUR) ausfallen sollte. Die Erlöse dürften auf Vorjahresniveau liegen, als sie 6,8 Mrd EUR erreichten.

Der von der Millardenabschreibung belastete Sektor Medizintechnik wird laut Kaeser bei Umsatz und Neuaufträgen von Währungseffekten profitieren und daher die Werte aus Vorjahr und Vorquartal übertreffen. Die Erlöse in der Medizintechnik dürften somit über 3,2 Mrd EUR liegen, den Auftragseingang sieht Siemens über 3,3 Mrd EUR.

Die Abschreibung auf den Wert des Diagnostikgeschäfts ist allerdings nicht der einzige Sondereffekt, den Siemens im Schlussquartal verkraften muss. Auch einen Großteil der Kosten für die Restrukturierung der IT-Sparte SIS will Siemens im Schlussquartal verbuchen, die restlichen Kosten sollen im kommenden Geschäftsjahr verbucht werden, erklärte Kaeser. Bislang hatte Siemens hier mit Aufwendungen von 400 Mio bis 500 Mio EUR gerechnet, nun geht der Finanzvorstand von etwas geringeren Kosten aus, ohne diese zu präzisieren.

Restrukturierungskosten von nun rund 150 Mio EUR erwarten die Münchner zudem in den Sektoren. Die bislang für das Schlussquartal erwarten Restrukturierungskosten für den gemeinschaftlich mit Nokia betriebenen Netzwerkspezialisten Nokia Siemens Networks (NSN) sieht Siemens wegen eines Zukaufs von NSN nun verzögert. Hier stand eine Belastung von 250 Mio EUR im Schlussquartal im Raum. Diese will Siemens nun neu bewerten, im Schlussquartal seien daher keine nennenswerten Restrukturierungseffekte bei NSN zu erwarten.

Ein von Sondereffekten geprägtes Schlussquartal ist für den Technologiekonzern keine Seltenheit. So belastete im Vorjahr vor allem NSN mit einer Abschreibung von rund 1,6 Mrd EUR und einem Quartalsverlust von knapp 330 Mio EUR das vierte Quartal. Damals verblieb nach Steuern und Dritten im Schlussquartal ein Verlust von rund 1,1 Mrd EUR. Im Schlussquartal 2007/08 häufte Siemens wegen Sondererffekten gar einen Nettoverlust von fast 2,5 Mrd EUR an. Ob Siemens auch im zum 30. September endenden Schlussquartal einen Nettoverlust schreiben wird, wollte Kaeser am Montag nicht sagen. Dafür sei es noch zu früh, erklärte der Finanzvorstand. Auch zur Höhe der kommenden Dividende machte er keine klaren Aussagen.

Webseite: www.siemens.com -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 89 55214030, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/cbr

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