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05.05.1989 - 

Bei Spitzenverdienern ist Freizeit eine unbekannte Größe:

Top-Manager leiden häufig unter "Workoholism"

FRANKFURT (CW) - Führungskräfte der obersten Ebene verdienen teilweise bis zum 40fachen eines Industriearbeiters. Spitzengehälter werden vorzugsweise in den USA gezahlt. Doch mit steigendem Einkommen verringern sich Freizeit und Urlaubstage. Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage der Personalberatung Korn/Ferry.

Jim Manzi, 36jähriger Chairman der Lotus Development Corp. hat ein Einkommen von 26,3 Millionen Dollar. Lee Iacocca, Chairman der Chrysler Corp., verdient 17,9 Millionen Dollar, genug, um ein Jahr lang alle sieben Stunden den neuen Chrysler-Wagen Le Baron zu kaufen. Der Rambo-Filmstar Sylvester Stallone bekommt 20 Millionen Dollar pro Film Spitzeneinkommen, die natürlich Ausnahmen sind, auch in den USA, ganz sicher aber in Europa. Selbst im Reich der Top-Manager, die schon über eine Million verdienen.

Die Höhe des Einkommens ist selbstverständlich von der Größe und Bedeutung der Unternehmung abhängig. Wenn man bedenkt, daß die Hälfte der 50 größten Industriefirmen der Welt ihren Sitz in Amerika haben, ist zu verstehen, daß die 100 höchstbezahlten Manager in den USA die Grenze des Ein- und Zwei-Millionen-Dollar-Gehalts überschritten haben.

Dutzende weitere Manager gehören zum Millionen-Club, wenn man ihre Gesamtbezüge zusammenzähle, die aus Gehalt, Bonus, Aktienbesitz und Sondervergütungen bestehen. Da außerdem die Gehaltsunterschiede zwischen den verschiedenen Ebenen in den Führungsetagen der amerikanischen Firmen wesentlich geringer sind als in Europa, verdienen in Amerika breitere Schichten von Managern Top- Gehälter.

Während eine Führungskraft in einem europäischen Unternehmen im Durchschnitt dreimal so viel verdient wie der unmittelbar unter ihm arbeitende Manager, ist der Multiplikationsfaktor in Amerika höchstens eins bis knapp unter zwei. 1979 betrug das Durchschnittseinkommen eines Top-Managers das 29fache eines Industriearbeiters. Heute liegt es etwa über 40mal höher. Amerikas Manager verdienen fast fünfmal so viel wie ihre japanischen Kollegen und mehr als das Doppelte von Schweizer Managern, die als die Spitzenreiter in Europa gelten.

Frauen partizipieren kaum an dem Millionengeschäft: Unter den höchstbezahlten Frauen erhält die Vorstandsvorsitzende der Washington Post als Gehalt und Bonus etwas über 500 000 Dollar.

Es läßt sich allerdings feststellen, daß im großen und ganzen die Regel gilt, daß "man bekommt, was man fordert". Und wer nichts fordert, erhält auch nichts.

"Viele Stellensuchende, auch Manager, scheuen sich sehr oft, mit ihrem Vorgesetzten oder künftigen Arbeitgeber in aller Offenheit über Gehalt zu sprechen", meint Frederik Walterscheid, Deutschland- Geschäftsführer der Personalberatungsfirma Korn/Ferry International. "Über alles mögliche wird frei und offen geredet, über Familie, Kinder, Arbeit und Leistung, nur Geld und Gehalt werden mit einem mystischen Schleier umgeben. Wenn man allerdings Kandidaten direkt darauf anspricht, stellt man sehr schnell fest, daß der Wunsch, ein hohes Gehalt zu beziehen, absolut nichts mit Mystik zu tun hat . "

Ob Topgehälter entgangene Frei zeit ausgleichen, läßt sich nur individuell beantworten, fest steht jedoch: Die Arbeitszeiten der Manager haben sich in den letzten Jahren so stark ausgeweitet, daß man dafür den Begriff "Workoholism" geprägt hat. Der Management-Professor Eric Flamholtz von der Universität UCLA in Kalifornien, stellte fest, daß die Zunahme der Arbeitszeit mit Anfang der achtziger Jahre sprunghaft zugenommen hat. So stieg die Arbeitsstundenzahl pro Woche in den vergangenen Jahren von 40,6 auf 48,8 im Durchschnitt aller Managementpositionen, wobei 60 bis 70 Stunden keine seltenen Ausnahmen mehr sind. 57,3 Arbeitsstunden pro Woche sind der Durchschnitt in den oberen Managementrängen.

Der Trend zu langer Arbeitsleistung zeigt sich auch an der Zahl der Urlaubstage pro Jahr: Nur 13 Prozent spannen mehr als 20 Tage aus, die Mehrheit, 31 Prozent nehmen zwischen 11 und 15 Tagen Urlaub, und 9 Prozent der Top-Verdiener glauben, daß sie maximal fünf Tage im Jahr entbehrlich sind.