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Consumer Electronics Show in Las Vegas 2008


14.01.2008 - 

Top-Thema: Überall-Internet

Spätestens seit dieser CES ist klar: Das Internet hat sich vom PC abgenabelt. Zahlreiche Hersteller aus aller Welt demonstrierten in Las Vegas, wo und wie der Kunde in naher Zukunft seine Infos und Unterhaltung erhalten wird. Wir zeigen die wichtigsten Trends auf.

Von Ulrike Goreßen

Täglich strömten mehr als 100.000 Besucher in die Messehallen der CES auf der Suche nach Neuheiten.
Täglich strömten mehr als 100.000 Besucher in die Messehallen der CES auf der Suche nach Neuheiten.
Paul Otellini, CEO von Intel, will dem Internet Beine machen.
Paul Otellini, CEO von Intel, will dem Internet Beine machen.
Schicke Minis von Lenovo
Schicke Minis von Lenovo
Clarions möglicher Beitrag zur Zukunft der MIDs
Clarions möglicher Beitrag zur Zukunft der MIDs
Ein Teil der CES sieht eher wie die Car & Sound aus. Vor allem die Amerikaner investieren seit der Benzinpreiserhöhung lieber in digitale Unterhaltung als in noch mehr spritschluckende PS.
Ein Teil der CES sieht eher wie die Car & Sound aus. Vor allem die Amerikaner investieren seit der Benzinpreiserhöhung lieber in digitale Unterhaltung als in noch mehr spritschluckende PS.

In der Spielerstadt Las Vegas drehte sich vom 7. bis 10. Januar 2008 alles um Consumer Electronics. Über 2.700 Aussteller aus mehr als 140 Ländern weltweit präsentierten ihre Neuheiten. Das Neue konnte wahlweise im Design stecken, in der Schnelligkeit oder in der Minimierung oder Maximierung der Produktgröße. Eine weitere, wenn nicht gar die Neuigkeit der Messe war jedoch die Vernetzbarkeit und deutlich gesteigerte "Intelligenz" der vorgestellten Produkte.

DVDs der neuen Generation

Formatkrieg: Ist Blu-ray K.o.-Sieger?

Die Abkehr des Majors Warner Bros. von HD-DVD könnte der Anfang vom endgültigen Ende für HD-DVD sein. Auch wenn Paramount zwischenzeitlich halbherzig dementierte, dass es im Vertrag mit der HD-DVD-Group eine Klausel gäbe, der zufolge das Filmstudio ins Blu-ray-Lager wechseln dürfe, wenn Warner bei HD-DVD aussteige. So hieß es, man wolle zumindest in absehbarer Zeit noch zu HD-DVD stehen. Diese Unterstützung scheint aber recht fadenscheinig zu sein, da Paramount trotz entsprechender Ankündigung nun doch keine neuen HD-DVD-Titel auf der CES präsentierte.

Eine klare Entscheidung haben hingegen New Line ("Der goldene Kompass", "Rush Hour") und HBO ("The Sopranos") getroffen. Die Firmen, die bislang beide Formate unterstützten, haben sich wie Warner für Blu-ray entschieden. Somit stehen Dreamworks und Universal als HD-DVD-Unterstützer ziemlich alleine da. Alle anderen wichtigen Filmstudios waren bereits zuvor im Blu-ray-Lager. Diese Majors machen rund 75 Prozent des Filmmarktes aus. Erste Schockreaktion der HD-DVD-Group: Sie sagte auf der CES ihre Pressekonferenz kurzfristig ab. Toshiba, neben Microsoft einer der prominentesten HD-DVD-Verfechter aus dem IT-Lager, zeigte sich sehr enttäuscht von Warners Entscheidung und soll sogar von "Vertragsbruch" gesprochen haben.

Letzteres zeigte sich beispielsweise in neuen Prozessortechnologien, die sowohl den Fernseher im Wohnzimmer als auch ultraportable Geräte internetfähig machen. Einer der aktivsten Protagonisten der diesjährigen CE-Show war Intel. Nach dem Flop mit Viiv hat sich der Chiphersteller wieder auf seine Kernkompetenz besonnen und äußerst interessante Prozessoren vorgestellt, die tatsächlich und nachhaltig die Welt der digitalen Unterhaltung verändern können.

In seiner CES-Keynote ging Paul Otellini, President und CEO von Intel, auf die Bedeutung des Internets für die Unterhaltungselektronik ein.

Da immer mehr Telefone, TV-Geräte und andere Produkte der Unterhaltungselektronik Zugang zum Internet haben und damit auch klassische Computeraufgaben übernehmen, seien Mikroprozessoren in diesem Bereich wichtiger denn je.

Mit "Canmore" zeigte er ein neues "System on a Chip"-Produkt von Intel, das speziell für die neue Generation von Unterhaltungsgeräten wie Mediaplayer, Settop-Boxen und Fernseher konzipiert ist und deren Internetfunktionen erheblich verbessert.

"Seit der Einführung des Fernsehens gab es keine größere Chance als jetzt, Unterhaltungselektronik und Entertainment neu zu definieren", sagte Paul Otellini während seiner Keynote auf der CES in Las Vegas. "Computer und Kommunikation wachsen weiter zusammen und ermöglichen eine völlig neue Internetnutzung. Das personalisierte Internet von morgen stellt dem Internetnutzer die gewünschten Informationen jederzeit, von jedem Ort und in jeder gewünschten Form bereit." Otellini sieht dabei Parallelen zwischen den ersten Stunden des PCs und der Zukunft des Internet-Computing. "Mit der Verbreitung des PCs veränderte sich unser Leben in einer Weise, die sich niemand vorstellen konnte. Ich glaube, das Internet folgt demselben Weg."

Die Zukunft des Internet-Computing

Otellini zeichnete ein Zukunftsbild, in der ein Tourist in Peking mithilfe eines westentaschengroßen, mobilen Internetgeräts (Mobile Internet Device; MID) Straßenschilder und Speisekarten übersetzt und zugleich in Echtzeit mit Einheimischen kommuniziert.

Damit diese visionären Anwendungen in drei bis fünf Jahren auf herkömmlichen Geräten Wirklichkeit werden, seien vier Voraussetzungen zu schaffen, sagte Otellini: leistungsstärkere Prozessoren mit niedrigerem Stromverbrauch; eine bessere und flächendeckende Infrastruktur für das drahtlose Breitband-Internet; das Internet muss intelligenter und proaktiver werden, damit man Informationen schneller findet; neue Eingabemöglichkeiten, damit die Nutzer das Internet mit ihrer Stimme oder ihren Gesten steuern können.

Dazu zeigte Otellini erstmals ein auf Intel-Architektur basierendes System-on-a-Chip-Produkt, das für die neue Generation von Settop-Boxen, Mediaplayer und TV-Geräte optimiert ist. "Canmore", so der Codename, ermöglicht die Ausführung von Internetanwendungen und -services auf TV-Geräten und bietet dadurch mehr interaktive Funktionen als Ergänzung zum traditionellen Fernsehen.

Canmore wird in der zweiten Jahreshälfte 2008 erhältlich sein und kombiniert einen leistungsfähigen PC-Prozessorkern mit zugehörigem A/V-Processing, das 1080p-Video mit 7.1 Surround Sound abspielen kann, mit einem 3D-Grafikelement für coole Benutzeroberflächen und Online-Spiele sowie Technologien für Broadcast-TV.

Intels Idee, den Fernseher internetfähig zu machen, zeigen unter anderem die Produktneuheiten von Samsung und Sharp, die auf der CES erste netzwerkfähige Fernseher zeigten. Ob jedoch die TVs mit ihrem stark reduzierten Internetzugang (Wetter, Börsenkurse, Comics und bestimmte RSS-Online-Nachrichten) auf Dauer eine echte Marktchance haben werden, sei dahingestellt.

Trend geht klar zu Ultra-Mobile-Geräten

Ein weiterer klarer Trend geht zu kleinen und leistungsfähigen MIDs (Mobile Internet Devices), die bei sehr niedrigem Stromverbrauch die verschiedenen Internetseiten problemlos darstellen können. Intel sieht in mobilen Internetgeräten das nächste "big thing" im Computing. Der Chiphersteller wird seine erste Plattform (Codename Menlow), die von Grund auf für mobile Internetgeräte konzipiert ist, in der ersten Hälfte 2008 auf den Markt bringen. Menlow umfasst einen Prozessor (Codename Silverthorne), den Intel in der HKMG-Halbleitertechnik herstellt, sowie einen Chipsatz mit Codenamen "Poulsbo".

HKMG steht für "High-k/metal gate" und bedeutet, dass bei den Transistor-Gates die Elektrode aus Metall und die Isolatorschicht aus einem Material (neue Hafniumverbindung) mit hoher Dielektrizitätskonstante k besteht. Der Prozessor ist fünfmal kleiner und braucht zehnmal weniger Strom als die mobilen Prozessoren, die 2006 eingeführt wurden. Die neue Plattform für mobile Internetgeräte und UMPCs unterstützt WLAN, WiMAX und 3G-Mobilfunk.

Zahlreiche namhafte Hersteller zeigten bereits auf der CES ihre Designkonzepte für internetfähige MIDs, darunter Agio, Clarion, LG Electronics, Lenovo und Toshiba.

Und durch die neue Kooperation mit Skype setzt Intel noch eins drauf. Die beiden wollen Sprach- und Videoanrufe auf möglichst vielen mobilen Geräten ermöglichen. Die neuen mobilen Geräte mit WiMAX- und Wi-Fi-Funktionalität ermöglichen sowohl kostenlose Sprach- und Videoanrufe von Skype zu Skype als auch preisgünstige Skype-out-Anrufe (Anrufe via Skype in Fest- oder Mobilfunknetze zu günstigen Minutentarifen) über jedes verfügbare drahtlose Netzwerk.

"Unsere 246 Millionen Skype-Nutzer werden immer mobiler und möchten über Skype auch unterwegs kommunizieren", so Gareth O‚ÄôLoughlin, General Manager für mobile und Hardwaregeräte bei Skype. "Die Bereitstellung von Skype auf mobilen Geräten ist mit einem erhöhten Bedarf an Prozessorleistung verbunden, was die Akkulebenszeit verkürzt. Intel hat es geschafft, den Energieverbrauch der Geräte zu senken, und uns so geholfen, dieses Problem zu lösen und den Einsatz von Skype über den PC hinaus zu ermöglichen. Das sind gute Neuigkeiten für alle, die Skype unterwegs bislang missen mussten." Auch hier haben bereits einige bekannte Hersteller auf der CES ihre Unterstützung zugesagt. So soll unter anderem Sony seine Playstation Portable Skype-fähig machen.

Auto wird zum mobilen Mediaserver

Schon auf der letztjährigen CES machte Microsoft klar, dass es groß ins Automobilgeschäft einsteigen will. Ausrüsterabschlüsse mit Ford USA und in Europa mit Fiat untermauerten die Aussage. Die Autobauer in Detroit ließen dieses Jahr nicht auf sich warten. So hielt mit GM-Chef Rick Wagoner erstmals der CEO eines Automobilherstellers eine Keynote auf der CES zur Konvergenz von Fahrzeugelektronik, Navigation und Multimedia. Und General Motors hatte erstmals einen eigenen Stand.

Auch Seagate Technology und Harman Becker Automotive Systems, eine Sparte von Harman International Industries, nutzten die Messe, um ein Zeichen zu setzen. Die beiden gaben bekannt, dass in zukünftige Multimedia-Systemanwendungen die Seagate-DAVE-Technologie eingebaut wird. Automobilhersteller erhalten so über standardisierte Drahtlos- und Kommunikationsprotokolle eine Möglichkeit zum Speicherausbau, von dem ihre Kunden profitieren. Auf der CES in Las Vegas zeigt Seagate die Technologie an dem von Harman entwickelten Chrysler-MyGig-Multimediasystem.

Seagates Digital Audio Video Experience (DAVE) ist eine Technologieplattform, die drahtlose (WLAN und Bluetooth) Speicherkapazität (60 GB) für digitale Anwendungen wie beispielsweise Filme in Standardformat und hochauflösendem Format, Fernsehprogramme, Musik oder Spiele bereitstellt. Mithilfe der Technologieplattform können Automobilhersteller mehreren Fahrzeuginsassen den Gebrauch ihrer jeweils eigenen individuellen digitalen Inhalte im Auto ermöglichen. Die Technologie ist portabel und kann in einem Abstand von bis zu neun Metern vom mobilen Endgerät verstaut werden.