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29.06.1979 - 

Iterative Transportoptimierung auf CTM-Computern:

"Topas" unterstützt den Fuhrpark-Disponenten

29.06.1979

FRANKFURT (CW) - Das neue Software-Produkt "Topas" löst ein Problem, mit dem sich selbst Großrechner bisher schwertun: Es optimiert Lieferwagen-Touren mittels eines Bürocomputers und - des gesunden Menschenverstands. Das neue Transportoptimierungsprogramm - eine Coproduktion der CTM GmbH (Konstanz), der Dr. Sauermann & Partner GmbH (Bad Homburg) und der Gervais Danone AG - hat den ersten Praxistest bestanden. Es wurde jetzt in Frankfurt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wie Dr. Jürgen Waldmann, Mitgeschäftsführer im Sauermann Consulting-Büro, herausstellte, kann Topas folgende Hauptprobleme lösen, denen sich ein Tourendisponent regelmäßig gegenübersieht: Die unüberblickbar große Anzahl möglicher Fahrtrouten - bei nur zwölf Kunden gibt es schon rund 40 Millionen Kombinationsmöglichkeiten - , Restriktionen aller Art (Erfassung, Verarbeitung, Änderungsdienst), unvorhersehbare Ereignisse - wie etwa eine kurzfristige

Stornierung - , und schließlich die Übermittlung angefallener Daten an eine Entscheidungszentrale.

Großrechnerlösungen nicht praxisgerecht

Diese Probleme sind mit Hilfe eines Bürocomputers (CTM 70/900) in den Griff zu bekommen, da Topas ein heuristisches Tourenplanungsmodell ist, das von einem speziell geschulten Disponenten "gefahren" wird. Die Sauermann-Truppe entschied sich für dieses Verfahren, weil nach ihren Beobachtungen eine rein maschinelle Tourenplanung nur in Ausnahmefällen realisiert ist. Vollautomatische Konzepte - so Waldmann - kranken daran, daß sie die Rechnerleistung einer Großanlage benötigen, ihre Ergebnisse aber nicht ausreichend praxisnah sind.

Die Tourenplanung geht so vor sich, daß der Disponent zunächst für einen Sektor des Liefergebietes einen Lkw "voll-optimiert", danach für den nächsten Sektor etc. Dabei sind zwei Dinge wichtig: Die Sektorengröße ist variabel; der Sektor wird so lange ausgeweitet, bis die Kapazität des jeweiligen Lieferwagens erschöpft ist. Außerdem erfolgt die Optimierung stets von der Peripherie der Zone zum Zentrum hin. Für übrigbleibende Restlieferungen fallen daher keine langen Fahrtstrecken an.

Zeitmatrix für City-Zonen

In alle vom Rechner erbrachten Tourenvorschläge kann der Disponent "aus höherer Einsicht" eingreifen. Dem Disponenten obliegt auch der Änderungsdienst; denn gerade er - so kalkuliert man bei Sauermann - hat ein Interesse daran, stets a jour zu sein. Je nach Warenart und Lkw-Größe kann ein Disponent pro Stunde bis zu 15 Touren optimieren, berichtete Waldmann.

Eine der Grundlagen von Topas ist neben den üblichen Stammdateien (Kunden; Artikel) eine Basisdatei, die die Entfernungskilometer zwischen allen Orten des Liefergebiets enthält. Insoweit, bemerkte Waldmann, besteht zwischen Topas und dem von Siemens angebotenen System "Trafic" eine gewisse Ähnlichkeit für City-Zonen, in denen nicht Entfernungen, sondern Fahrzeiten die Hauptrolle spielen, verfügt Topas auch über eine Zeitmatrix.

Topas ist nicht nur als Planungs-, sondern auch als Kontrollinstrument einsetzbar: die "rechnerischen" Abfahrtsund Ankunftszeiten und die Gesamtkilometer lassen sich leicht mit einem Blick auf die Uhr und den Fahrtenschreiber gegenchecken.

Ab zehn Fahrzeugen wirtschaftlich

Zur Höhe der durch Topas zu erzielenden Einspar-Effekte hat man folgendes herausgefunden: Das Gervais-Danone-Verteilzentrum Frankfurt konnte die Auslastung seines Fuhrparks um über zehn Prozent verbessern sowie die Fahrzeiten um über 16 Prozent abbauen. Hochgerechnet auf die Bundesrepublik würden allein die 130 Gervais-Danone-Lkw jährlich mehr als 700 000 Kilometer einsparen.

Die "Marktnische Topas", wie Hans-Joachim Heins, Frankfurter CTM-Geschäftsstellenleiter sie nannte, läuft auf dem CTM-Rechner in (compiliertem) Basic, ist aber auch in Fortran vorhanden. Wirtschaftlich ist Topas, wie der Anbieter meint, wenn der Fuhrpark rund zehn Fahrzeuge umfaßt. Und von CTM-Seite wurde unterstrichen, CTM-Computer seien problemlos als Subsysteme von EDV-Großanlagen zu installieren; man verfüge über Anschluß-Prozeduren zu allen gängigen Großrechnern.