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28.08.1981

Topmanagement-Symposium in Nizza mit Toprednern:Univac riskiert Blick in die Kristallkugel

WIEN (eks) - Zu Jahresbeginn lud Univac österreichische Topmanager nach Nizza. Neun Fachleute aus wissenschaft und Wirtschaft gaben einen "Ausblick in die 80er Jahre - Wirtschaft und Gesellschaft". Ein Sammelband der durchwegs lesenswerten Referate ist nun bei Univac erhältlich.

Hans Igler, Ehrenpräsident der Industriellenvereinigung, forderte in seinem leicht resignativ angehauchten Vortrag stärkeren und vor allem nicht nur nach den Nachbarländern orientierten Außenhandel. Zu wenig Zukunftstechnologien stehe eine Überbetonung öffentlicher Dienstleistungen a la Uno-City oder AKH gegenüber. Bürgerrechte hätten bei Sozialleistungen die Grenze des Mach- und Finanzierbaren erreicht.

Fred Margulies, engagierter Gewerkschaftler und Mitarbeiter internationaler Forschungsinstitute, strich einmal mehr die differenzierte Haltung der Gewerkschaften zur Automation heraus. Seine Thesen: "Gegebenenfalls muß zugunsten besserer Arbeitsbedingungen auf die volle Ausnutzung der Rationalisierungsmöglichkeiten verzichtet werden", und: "Die technischen Systeme der 80er Jahre werden menschengerecht sein - oder sie werden überhaupt nicht sein."

Erhard Fürst, Leiter des Instituts für Höhere Studien, mußte wohl eine Lanze für ökonomische Modelle brechen. Hier hätte man sich auch eine, über die wenigen relativierenden Bemerkungen hinaus kritischere Haltung vorstellen können. Vor allem zur Situation von Gesellschaft und Wirtschaft, die uns mathematische Modelle als einziges, noch dazu unvollkommenes Mittel zur Beherrschung erscheinen läßt. Weizenbaums undurchschaubare Systeme lassen grüßen.

Besonders die Vorträge von Harald Jürgensen, Direktor des Instituts für europäische Wirtschaftspolitik in Hamburg und Cesare Marchetti vom Institut für angewandte Systemanalyse in Laxenburg ließen Prognosen und Modelle als Werkzeuge erscheinen, die Irrtümer der Vergangenheit streng rational zu erklären.

Earl Joseph, Zukunftsforscher der Sperry Univac, gab einen - manchmal verwirrenden - Einblick in die "Ethnotronik", das Zusammenspiel zwischen elektronischen Komponenten einerseits und kulturellen und humanen Funktionen andererseits.

Zusammen mit den Vorträgen von Norbert Leser, Joseph Taus und Professor Parkinson macht die Spannweite des Sammelbandes diesen zur interessanten Freizeit-Lektüre.