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12.02.1982 - 

Exakte Dokumentation vermindert Wartungsaufwand:

Topmanager vom Zusatzaufwand überzeugen

Von Ernst H. Kelting*

Maschinelle Hilfsmittel zur Programmentwicklung werden seit mindestens zehn Jahren in der Datenverarbeitung eingesetzt. Anwender solcher Systeme berichten auch über ansehnliche Kostenersparnisse, die im wesentlichen bei der Programmerstellung anfielen. Fragt man jedoch nach Kostenersparnissen Im Rahmen der Wartung dieser Programme, so sind die Erfolge im allgemeinen nicht mehr durchschlagend.

Die Dokumentation der über Generatoren erstellten Programme unterscheidet sich nicht wesentlich von der Dokumentation herkömmlicher Programme: Es ist im allgemeinen nur der Programmcode als sichere Basis vorhanden. Die wesentliche Kostenbelastung der Datenverarbeitung liegt heute aber im Bereich der Wartung, die besonders durch die integrierten Anwendungen immer schwieriger wird.

Die heute von der Fachabteilung gestellten Forderungen verlangen, die Daten eines Unternehmens zu integrieren. Datenbanksysteme geben die Möglichkeit, Daten sicher von verschiedenen Anwendungen her zu lesen und zu verändern. Theoretisch hat ein Unternehmen die Möglichkeit, alle seine Daten in integrierten Datenbanken zu speichern. Heutige Datenbankanwendungen sind in der Mehrzahl der Fälle VSAM/ISAM mit Logging, aber keine integrierten Datenbanken.

So wurden zum Beispiel mit der Einführung von Bildschirmen die existierenden Batch-Anwendungen ohne große Überarbeitungen 1 zu 1 auf Online umgestellt, der Integrationsgesichtspunkt blieb oft unberücksichtigt. Wesentlicher Grund jedoch dürfte sein daß es für eine Unternehmung keine maschinell gespeicherte Dokumentation gab. Die nicht vorhandene Dokumentation ist heute auch einer der wesentlichen Gründe für die hohen Wartungs- beziehungsweise Weiterentwicklungskosten.

Sechs Phasen

Sucht man nun nach Systemen, um die Anwendungsentwicklung effizienter arbeiten zu lassen, so sollte man dabei nicht nur an die Lösungen der Probleme der Vergangenheit denken, sondern auch gleichzeitig mit betrachten, was in Zukunft von der Datenverarbeitung verlangt wird. Das Wachstum der Datenverarbeitungsabteilung eines Unternehmens läßt sich in sechs Phasen unterteilen:

- Einführung der Datenverarbeitung

- Übernahme weiterer isolierter Anwendungen

- Einführung von Planung und Kontrolle

- Integration

- Datenadministration

- Reifeprozeß

Während der Stufen 1 und 2 wird den DV-Mitarbeitern noch die volle schöpferische Freiheit gewährt. Die Überleitung zur Phase 3 findet häufig durch frustrierte Anwender statt. Die Datenverarbeitung kann dem Management nicht die Informationen liefern, die es für seine Entscheidungen benötigt.

Sehr häufig taucht gerade dann der Fehler auf, mit Einführung von Datenbanken dem Datenbankadministrator die Verantwortung für die Datenadministration aufzuerlegen. Hat man dann im Rahmen der Integration der Anwendungen (Stufe 4) unter Zuhilfenahme von Datenbanken die Anwendung neu realisiert, findet man den Endbenutzer jedoch immer noch nicht glücklich vor. Zu viele redundante Daten werden in den Datenbanken entdeckt, die, Entwicklung der Datenbanken wurde noch immer zu stark aus der Sicht der jeweiligen Fachabteilung vorgenommen.

Darauf folgt dann die Stufe 5, die Einführung einer firmenweiten strategischen Planung der Datenressourcen. Dies liefert wertvolle Informationen, um die Managemententscheidungen des Unternehmens zu unterstützen. Im Rahmen der Phase 6 spiegeln sich schließlich die Anwendungen des Unternehmens wider. Die Erkenntnisse beim Durchlaufen der einzelnen Phasen haben aber im allgemeinen dazu geführt, daß die Unternehmensstruktur verändert wurde.

Langfristig Erfolg

Die meisten Unternehmen stehen heute bei Stufe 3 oder Stufe 4. Sucht man jedoch heute nach Systemen, um die Anwendungsentwicklung in der Datenverarbeitung zu beschleunigen, dann sollte man nicht nur die in der Phase 1 bis 4 aufgetretenen Probleme versuchen zu lösen, sondern das Unternehmen und das DV-Management sollten gleichzeitig die in der Zukunft kommenden Aufgaben mit berücksichtigen. Notwendig ist es hierbei aber, vor allen Dingen das Topmanagement der Firmen davon zu überzeugen, daß der erforderliche Zusatzaufwand bei der Neuentwicklung der Anwendungen langfristig den Erfolg des Unternehmens sichert.

Dazu müssen einige wesentliche Entscheidungen getroffen werden:

1. Einführung der Institution Datenadministration als eigenständige Funktion, ausgestattet mit weiten Vollmachten.

2. Der Datenadministrator benötigt als maschinelles Hilfsmittel ein Data Dictionary. Dabei sollte aus strategischen Gründen bei der Auswahl des Data Dictionarys darauf geachtet werden, daß es die organisatorischen Anforderungen der Zukunft abdeckt.

3. Es muß möglich sein, die im Data Dictionary enthaltenen Informationen durch zum Beispiel Programmgeneratoren und Compiler verarbeiten zu lassen. Nur so kann eine enge Verbindung der von Organisator und Fachabteilung erstellten Dokumentation mit dem, was durch die Programmierung dann technisch realisiert wird, hergestellt werden.

Wenn auch heute sehr viele Unternehmen meinen, in der Zukunft mit Programmgeneratoren die Arbeit erleichtern zu können, so sollte man doch speziell unter dem letztgenannten Gesichtspunkt prüfen, ob damit auch langfristig ein Erfolg sichergestellt ist. Natürlich sind die Anlaufkosten, falls man gleichzeitig ein Data Dictionary und einen Programmgenerator einführt, beträchtlich, jedoch zahlt sich so eine Investition langfristig durch vereinfachte und sichere Wartung und Weiterentwicklung der entstandenen Anwendungen aus.

*Ernst H. Kelting, MSP GmbH, Rellingen