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15.06.1984

Topmodell M60 der Linia Uno für zweites Quartal 85 angekündigt: Olivetti will sich als Globalanbieter profilieren

PARIS (bi) - "Dropouts"und Kooperationsabkommen zur Erringung "globaler" Märkte kennzeichnen nach den Worten Carlo De Benedettis den gegenwärtigen Wandel in der Informations- und Kommunikationsindustrie.Vor diesem Hintergrund skizzierte der Olivetti-Chef kürzlich auf einer europäisch angelegten Pressekonferenz nahe Paris die Strategie seines Konzerns, der sich in Europa auf dem Bürosektor als führend versteht und nun abhebt, auch im Weltmarkt mit kräftiger Unterstützung des Telekommunikationsgiganten und Partnes AT&Teine ähnliche Rolle zu spielen.Mit ihrem "Integrated System Environment" zielen die Italiener zunächst einmal auf IBM.

Zwei Keile jedoch wollen die Strategen in den europäischen Markt treiben: Auf der einen Seite, zunächst in Großbritannien und Italien selbst, will man in den Nebenstellenmarkt mit den digitalen Anlagen System 75 von AT&T eindringen, auf der anderen Seite mit einem universalen Kommunikationssystem aus dem italienischen Stall, dem erwähnten "Integrated System Environment" (ISE),das sich auf die gängigen internationalen Normen (IEEE 802 und 488) und Industriestandards (BSC1/2/3,SDLC und HDLC) abstützt. In diesem Environment geht die eingeführte multifunktionale L1-Produktpalette (Linea Uno) mit auf, die gleichwohl als System mit Aufstiegsmöglichkeiten für kleine und mittlere Betriebe bestehen bleibt.

Angekündigt wurde als einzige Produktneuheit für das zweite Quartal 1985 der M60, dann der Toprechner der Linea Uno. Im Einführungsmodell wird diese Maschine noch auf den 16-Bit-Prozessor Z8000 basieren, soll aber sobald als lieferbar auf den 32-Bit-Prozessor Z80000 umgerüstet werden können.

Für den gleichen Zeitpunkt ist an ein Ethernet-Interface gedacht, das dann dieses bislang homogene Kommunikationssystem heterogen machen soll. Zur Vernetzung seiner Mikrocomputer will das Unternehmen allerdings Omninet einsetzen, auch dieses wurde für Ende 1985 versprochen. Kommunikationsfähigkeit zu den öffentlichen Netzen sowie Sprach-/Datenintegration sind weitere Optionen,die Olivetti seinen Kunden aufgrund der Partnerschaft zu AT&T für die weitere Zukunft avisiert.

Softwareseitig setzt Olivetti erwartungsgemäß voll auf Unix und macht damit das System zu einem der beiden Arme seiner Betriebssystemstrategie.Der andere ist MOS (Multifunctional Operating System), das von den Italienern selbst auf der Grundlage von Unix entwickelt wurde. (Standardbetriebssysteme seien für Olivetti-Produkte selbstredend aber auch einsetzbar.)

Viel Zeit verwendeten die Olivetti-Mannen auf die Darlegung ihres Anspruchs, als "Globalanbieter"zu gelten.Hardwareseitig genügt es demzufolge

- eine Familie zueinander kompatibler Minikomputer mit wachsender Leistung(M60!),

- eine homogene Linie von Workstations,(Mikrokomputern,Schreibmaschinen,TV-Systemen,Terminals für allgemeine und besondere Anwendungen) und

- eine komplette Linie peripherer Einheiten (Drucker,Magnetplattenspeicher etc.) anbieten zu können.

Softwareseitig wurde die vorhandene Kompatibilität zu den Marktstandards angeführt und als Zukunftsgarantie Unix. Eine Besonderheit sei die Vielfalt an Softwareproduktionswerkzeugen, die den Softwareunternehmen sehr entgegenkämen.

Ferner gehöre notwendigerweise der richtige"Marketing-Mix"zum Globalanbieter.

Weiterhin sei Olivetti qualifiziert durch seine solide finanzielle Basis,Zugang zu Basistechnologien und langjährige Präsenz auf den Weltmärkten.

AT&T: Sechs von 21 Stimmen

In der Aktionärsversammlung vom 11. Mai 1984 wurde der neue Verwaltungsrat ernannt, in dem die veränderte Zusammensetzung der Aktionäre zum Ausdruck kommt. So ist die CIR im Verwaltungsrat mit sieben Mitgliedern sowie mit dem Präsidenten und geschäftsführenden Mitglied Ing. Carlo De Benedetti und dem geschäftsführenden Mitglied Ing. Franso De Benedetti vertreten. Ferner sind vertreten: die AT&T mit sechs Mitgliedern, die ClT-Alcatel mit zwei, Crediop, IMI und Mediobansa mit je einem Mltglied, Pirelli und die Familie Olivetti zusammen mit einem Mitglied. Die wichtigsten italienischen Aktionäre (CLR, Crediop, IMI, Mediobansa, Pirelli, Familie Olivetti haben ein Kontrollsyndikat gebildet, in dem 85 Millionen Aktien vertreten sind.

1983:21 Prozent mehr Umsatz

Die Olivetti-Gruppe beschäftigt 47 200 Mitarbeiter, davon 18 400 in der Produktion. Von den 17 200 Beschäftigten der Muttergesellschaft sind etwa die Hälfte in der Produktlon tätig.

1983 konnte sowohl die Muttergesellschaft als auch der Konzern die besten Ergebnisse ihrer Geschichte erzielen. Der konsolidierte Umsatz der Gruppe lag bei 3730,2 Milliarden L1re 11982: 3341,4), der Bilanzgewinn bei 295,3 Milliarden Lire (7,9 Prozent des Umsatzes). Der Umsatz der Muttergesellschaft lag mit 1873,9 Milliarden Lire um 21 Prozent über dem des Vorjahres, der Bilanzgewinn betrug 140,3 Milliarden Lire (1982: 94,1 Milliarden).

Auch in den ersten vier Monaten des Jahres 1984 kam es zu guten Ergebnissen. Der Umsatz der Gruppe erreichte in diesem Zeitraum 1152,4 Milliarden Lire (plus 18 Prozent gegenüber dem Vorahr) der Umsatz der Muttergesellschaft lag bei 614,9 Milliarden Lire (plus 20,1 Prozent gegenüber den 511,9 Milliarden des gleichen Vorjahreszeitraums).