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11.02.2000 - 

Linuxworld: Aufsplittung, Kommerzialisierung und Kernel 2.4

Torvalds skizziert die Zukunft von Linux

MÜNCHEN (CW) - Mit Fragen aus den Reihen der Zuhörer sah sich Linus Torvalds auf der Linuxworld Expo in New York konfrontiert. Dazu gehörten unter anderem die anhaltenden Befürchtungen über die Aufsplittung von Linux durch die unterschiedlichen Derivate und die Gefahren der Kommerzialisierung des Open-Source-Betriebssystems.

"Wir wollen eine Fragmentierung (in unterschiedliche Linux-Distributionen, Anm. d. Red.) nicht per se verbieten, weil nur mehrere Anbieter die unterschiedlichen Märkte effizient bedienen können", versuchte Torvalds die Sorgen der Diskutanten auf der Linuxworld Expo in New York zu zerstreuen. Zwar könnte Linux sowohl als Plattform für Supercomputer als auch für Kühlschränke dienen, dennoch "wird kein Supercomputer-Anbieter auf die Idee kommen, Kühlschränke zu verkaufen", argumentierte der Finne.

Nur ein modularer Ansatz gewährleiste, dass Linux in Märkte vorstoßen könne, in denen andere Betriebssysteme und Plattformen in der Vergangenheit scheiterten. Torvalds: "Die Lösung für alle Bereiche der IT-Entwicklung heißt Modularität. Man kann nun einmal nicht jedes Problem mit einem einzigen großen Betriebssystem lösen." Angesichts der unterschiedlichen Linux-Distributionen komme es darauf an, dass "wir tunlichst jede Art von Grabenkämpfen zwischen den einzelnen Linux-Anbietern vermeiden". Eine Fragmentierung, wie sie bei Unix geschehen sei und derzeit auch mit Java passiere, erwarte der Programmierer nicht: Denn anders, als es derzeit mit Linux der Fall sei, hätten die Unix-Anbieter der Vergangenheit mit unnötigen Inkompatibilitäten und Konkurrenzkämpfen allesamt nach der absoluten Marktbeherrschung getrachtet und sich dadurch letztendlich ins eigene Fleisch geschnitten.

Gleichzeitig verdeutlichte Torvalds seine Position zu den andauernden Diskussionen und Zwistigkeiten zwischen Open-Source- und kommerziellen Entwicklern. Beide Interessen schlössen sich nicht zwingend aus: "Linux war nie als strikt nichtkommerzielles System geplant, sondern vielmehr als ein System, das Anwendern mehr Kontrolle gibt." Unternehmen wie Red Hat oder IBM brächten mit ihrem Engagement die nötige Balance in den Markt.

Schließlich nahm der Finne die Gelegenheit wahr, die Linux-Gemeinde über den bereits überfälligen Linux-Kernel 2.4 zu informieren. Nach mehreren Verspätungen soll die kommende Version 2.4 noch im Sommer dieses Jahres zur Verfügung stehen. "Wir hatten ursprünglich vor, die Version 2.4 im Februar 2000 freizugeben, benötigen allerdings noch ein paar Monate mehr", bat Torvalds um Nachsicht. In diesen Tagen werde mit dem Debugging des Codes begonnen. Als wichtigste Neuerung nannte Torvalds die Unterstützung für Highend-Server mit bis zu acht Prozessoren. Darüber hinaus habe man mit der Integration von USB und Firewire den Support für mobile Systeme ausgebaut. Torvalds: "Wir verbessern 2.4 in vielen Bereichen und trachten nach einer ausgeglichenen Funktionalität - für kleine und große Computer."