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05.05.2000 - 

Kommendes Jahr sollen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden

Toshiba-Chef wird weggelobt

MÜNCHEN (CW) - Toshibas CEO Taizo Nishimuro nimmt seinen Hut. Der Manager, der seit 1996 die Geschicke des japanischen Konzerns leitete, wird in Zukunft die eher repräsentativen Pflichten eines Chairman wahrnehmen. Nachfolger wird der 61-jährige Tadashi Okamura, der bislang die Abteilung Information and Industrial Systems and Services der Japaner geführt hatte.

Mit seinem Rücktritt zieht Nishimuro die Konsequenzen aus der anhaltenden Krise des Elektrogiganten aus Tokio. Der Konzern erwartet für das Fiskaljahr 1999, das am 31. März endete, einen Nettoverlust von 272 Millionen Dollar. Damit wäre das vergangene Jahr das zweite in Folge, in dem Toshiba rote Zahlen schreibt.

Mitte März hatte der jetzige Chairman noch versucht, das Ruder mit einem neuen Business-Plan herumzureißen. Im Zentrum des künftigen Geschäfts sollen das Internet und die Informationstechnologie stehen. Nishimuro definierte sechs Kernbereiche: mobile Applikationen, Netzprodukte für den Consumer-Markt, Media-Karten, digitales TV, Internet-Services, intelligente Transportsysteme und Automationselektronik. Die Realisierung dieses bisher allerdings nicht sehr erfolgreichen Business-Plans liegt nun in den Händen von Okamura. Die Berufung des Leiters der Dienstleistungsgruppe bewerten Analysten als Signal dafür, dass sich Toshiba schwerpunktmäßig vom Hardwarehersteller zum Anbieter von Internet-Services wandeln soll.

Doch der neue Boss hat von Anfang an mit Problemen zu kämpfen. Nach Ansicht von Insidern kommt der Strategiewechsel der Japaner zu spät. Wettbewerber wie NEC oder Fujitsu hätten den Schritt ins Internet-Business längst vollzogen.

Auch firmenintern lastet ein hoher Druck auf Okamura. Der Konzern erwartet von dem Neuen schwarze Zahlen. So soll bereits im nächsten Geschäftsjahr ein Gewinn von 800 Millionen Dollar eingefahren werden - und das trotz milliardenschwerer Investitionen für die Entwicklung neuer Halbleiter- und Bildschirmtechnologien sowie den Aufbau von Internet-Dienstleistungen.

Wie aus Firmenkreisen verlautete, wird es Okamura außerdem schwer haben, das Reformwerk seines Vorgängers fortzusetzen. So scheiterte Nishimuro auch an Widerständen aus dem mittleren Management, das die Notwendigkeit von Reformen offenbar nicht erkannte. Hier werde Okamura hart durchgreifen müssen, um sich durchzusetzen. Über die Zahl der Opfer der Neustrukturierung wird schon spekuliert. Vermutlich werden sich 1500 Beschäftigte einen neuen Job suchen müssen.