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10.11.1989 - 

Wer gewinnt das Laptop-Duell?

Toshibas Antwort auf das Leichtgewicht von Compaq

NEUSS (CW) - Auf der SYSTEMS war Compaq mit seinen beiden LTE-Laptops der Punktsieger: leicht, leistungsfähig, annehmbar im Preis. Jetzt hat Toshiba reagiert und stellt sich mit seinem T1000SE zum Kampf um die Gunst der Käufer bei Notizbuch-Computern. Außerdem präsentierte Toshiba mit dem T3100SX einen VGA-kompatitblen netzunabhängigen Laptop mit Gasplasma-Display.

Der auch "Dynabook" genannte T1000SE wird bereits seit einem halben Jahr im pazifischen Raum vertrieben. Die Entscheidung, ihn nun auch in Europa auf den Markt zu bringen, muß als Reaktion der Japaner

auf die handlichen Rechner aus Houston gesehen werden. Allerdings scheint der Toshiba-Laptop lediglich in einem Punkt einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Compaq-Leichtgewithten zu haben: Mit einem

Preis von etwa 4000 Mark liegt er um 1100 Mark unter dem preisgünstigsten Angebot von Compaq - dem LTE mit 80C86-Prozessor und Disketten Laufwerk.

Es wird sich zeigen, ob die sonstigen Eigenschaften des

Toshiba T1000SE einen harten Konkurrenzkampf zum LTE-Computer von Compaq erwarten lassen können. Dieser ist wie der Toshiba mit einem 80C86-Prozessor ausgerüstet (9,54 MHz). Im Gegensatz zum Laptop au

bietet der T1000SE allerdings nicht nur einen CGA-Grafik Modus mit 640

mal 200 Pixel Auflösung. Vielmehr kann das hintergrundbeleuchtete LC-Display mit EGA-Qualität aufwarten (640 mal 400).

Bei den Speicherperipherien hingegen glänzt der Kleine von Toshiba nicht. Lediglich ein 3 1/2-Zoll-Diskettenlaufwerk (1,44 MB/ 720 KB) steht dem Benutzer zur Verfügung. An eine Fest platte ist nicht gedacht. Bedenkt man, daß die LTE-Laptops von Compaq mit ihren 28 mal 21 mal 4,5 Zentimetern auf geringfügig kleinerem Raum ein Disketten- und ein Festplattenlaufwerk unterbringen, so scheint die Frage angebracht, warum Toshiba nichts technologisch Ebenbürtiges liefert.

Der Arbeitsspeicher kann vom Standardwert ein Megabyte durch ein oder zwei Megabyte große Speicherkarten im Scheckkartenformat auf maximal drei Megabyte erweitert werden. Diese immer mehr in Mode kommende Speicheraufrrüstung hat den Vorteil großer Benutzerfreundlichkeit, da die Karten ohne die sonst übliche Fingerakrobatik einfach von außen in das Gerät eingeschoben werden. Preise waren von Toshiba noch nicht zu erfahren.

Geliefert wird der etwa 2,7 Kilogramm schwere und 31 mal 35,4 mal 4,4 Zentimeter große Laptop mit dem bereits im Festwertspeicher installierten Betriebssystem MS-DOS 3.3.

Ebenfalls menschlicher Arbeitsweise entgegenkommend ist die Möglichkeit, den Rechner während der Arbeit abzuschalten, ohne daß Daten dabei verlorengehen. Der Autoresume Modus speichert diese ab und bringt dem Anwender den zuletzt benutzten Vorgang beim Einschalten wieder auf den Monitor. Toshiba versichert, daß diese Funktion auch bei schwachen Akkus aufrecht erhalten bleibe.

Kein externer Monitor, keine zusätzliche Tastatur

Ein weiterer Sicherungsmechanismus verhindert, daß das Gerät irrtümlich im geschlossenen Zustand angeschaltet wird. Die Akkus reichen nach Angaben des Unternehmens für etwa 2,5 Stunden Betriebsdauer.

Bei der Bestückung mit Schnittstellen bietet Toshiba nur das Notwendigste: Wie üblich stehen parallele und serielle Schnittstellen zur Verfügung. Allerdings können an den T1000SE weder ein externer Monitor noch eine zusätzliche Tastatur angeschlossen werden.

Ein bemerkenswertes Charakteristikum des T1000SE scheint die Tastatur: Die 84 Tasten und zwölf Funktionstasten besitzen normale Größe, was bei Geräten solch kleinen Formats keineswegs selbstverständlich ist. Wichtig für Laptops ist vor allem auch, Möglichkeiten der Datenfernübertragung zu nutzen.

Laut Annegret Lau, Sprecherin bei Toshiba Deutschland GmbH, soll möglicherweise zur CeBIT 1990 ein Modem für den bereits vorhandenen Steckplatz präsentiert werden können, der über eine ZZF-Zulassung verfügt. Der T1000SE hingegen soll ab sofort verfügbar sein.

Neue Energietechnologie macht VGA mobil

Neben diesem kleinsten Toshiba-Laptop wurde auch noch ein Tragbarer mit 386SX-Prozessor (16 MHz) vorgestellt, der trotz Gasplasma-Display mit VGA-Modus zwischen zwei bis fünf Stunden netzunabhängig arbeiten können soll.

Herstellerangaben zufolge verbraucht die neue Gasplasma-Technologie nur die Hälfte der sonst benötigten Energie.

Standardmäßig wird der T3100SX mit zwei Akkus ausgeliefert, die sich sowohl im Gerät mit einem AC-Adapter als auch extern mit einem Akku-Ladegerät auffrischen lassen.

Alle weiteren Charakteristika sind von den vergleichbaren Toshiba-Produkten bekannt. Der Preis beträgt etwa 14 200 Mark.

Leise Antwort

Nachdem Compaq auf der SYSTEMS mit ihren beiden kleinen LTE-Laptops für viel Gesprächsstoff gesorgt hatte, wartete die Branche gespannt, was Konkurrent Toshiba dagegenhalten würde. Verwöhnt von kurzen Innovationszyklen meinte mancher, der Spezialist aus Japan für tragbare Computer wurde - spätestens zur Comdex - mit einem resolutionierenden Produkt Compaq den Fehdehandschuh hinwerfen. Nach der Vorstellung des T1000SE zeigt sich jedoch, daß technologischer Fortschritt nicht automatisch und selbstverständlich einforderbar ist Abgesehen vom ausgesprochen konkurrenztrachtigen Preis bietet der kleine Toshiba nichts, was ihn gegenüber seinen Mitbewerbern aus Houston besonders auszeichnen wurde.

Die Vorstellung des auch unter der Bezeichnung "Dynabool" bekannten Kleinstrechners macht auch deutlich, daß Compaq die Latte für die Laptop-Konkurrenz sehr hoch gehängt hat. Sehr klein, sehr leicht und extrem Leistungsfähig - das ist die Forderung der Anwender von Tragbaren. Zudem der Preis stimmen muß. Weder Zenith mit ihrem Minisport konnte hier Maßstäbe setzen, auch wenn der Bullspröbling auf das 2-Zoll-Diskettenlaufwerk als besonders platzsparend verwies. Noch Apple mit ihrem wuchtigen Tragbaren vermochte - trotz Aktiv-Matrix-Bildschirm - sich Lorbeeren zu verdienen. Zu groß, zu schwer, zu teuer.

Momentan konnte wohl nur ein Hersteller Compaq das Wasser reichen: NEC mit seinem Ultralite. Doch der wird in Europa nicht vertrieben. So sollte es ursprünglich auch mit Toshibas T1000SE sein. Aber den Herstellern von Notizbuchcomputern ist zweierlei klar geworden: zum einen stellen Kleinstcomputer ein gewinnträchtiges Marktsegment dar, das weltweit vertrieben sein will. Zum anderen ist alles über 3,5 Kilogramm eine Zumutung für den Anwender. Trotzdem mag er auf PC-Rechenleistung nicht verzichten.

Das Ziel ist gesetzt, Compaq einen Schritt voraus. jm