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18.04.1995

Total vernetzte Erektion

Irgendwie haben wir es immer gewusst: Der Einsatz von Computern hat so seine Tuecken. Sei es, weil wir uns selbst nicht so recht auskannten mit der vermaledeiten Technik. Oder weil die PCs ein Eigenleben entwickelten, dessen Frequenz so gar nicht auf unserer Wellenlaenge lag. Beweisen konnten wir das allerdings nicht.

Nun scheint wenigstens belegbar, dass der Computer dem Triebhaften zuarbeitet. Zumindest legen dies Folgerungen aus Nachrichten nahe, die uns in juengster Zeit erreichten.

Voellig arglos noch glauben wir diese Neuigkeit aus den USA zur Kenntnis nehmen zu duerfen: Dort forscht ein Standardisierungs- Gremium an Datenuebertragungsmoeglichkeiten zur kabellosen Versendung von Informationen. Per Funk koennten so Dutzende PCs ueber kurze Entfernungen kommunizieren, Drucker aktivieren oder Faxgeraete bedienen. Strippen, lautet die Botschaft, sind dabei megaout. Fernbedienungen hingegen in.

Was soll's, fragen wir gelangweilt. Bieten doch schon etliche Hersteller aehnliche Konzepte an. Waere da nicht jener evangelische Pastor aus San Franzisko! Den naemlich plagte eine Schwaechung seiner Sexualhydraulik, weswegen sich der Gottesmann technologischer Hilfe bedienen wollte, wo er offensichtlich auf hoeheren Beistand nicht hoffen durfte. Ein elektronisches und per Knopf zu bedienendes Implantat sollte es richten und seinen wenig enthusiasmierten staendigen Begleiter in Hochform bringen.

Pech nur fuer den Hirten Gottes, dass sich seine Nachbarin ein elektrisches Garagentor einbauen liess. Fortan waren wegen gleicher Wellenlaenge von Pastors Familienschmuck und Nachbars Garagentor Ursache und Wirkung nicht mehr so eindeutig zu benennen. Der ferngesteuerte Aktionismus der priesterlichen Triebfeder war so unerklaerlich wie scheinbar unmotiviert.

Das fuehrt uns direkt zurueck ins kabellose Grossraumbuero und in einen Alptraum der schlimmeren Art: Was nun, wenn immer mehr Maenner - verschreckt durch zunehmend selbstbewusstere Frauen, Girlies und Babes - der psychosomatisch bedingten Leibesschwaeche anheimfallen? Und vermehrt zur elektronischen Liftung greifen muessen?

Nicht auszudenken, was passiert, wenn dann eine Sachbearbeiterin auf diskriminierender Frequenz Diktate auf den Drucker schickte. Jede digitale Kommunikation loeste da doch einen Sturm in der Unterhose aus. Das Sympathieheischige "Wir sind auf einer Wellenlaenge" wuerde in Zukunft eine ganz neue Bedeutung bekommen.