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22.08.2006

Tourette in der IT

In dieser Kolumne können wir Ihnen einige Kraftausdrücke nicht ersparen, denn wir haben kürzlich Bekanntschaft mit dem Tourette-Syndrom gemacht. Eines der zahlreichen Symptome dieser komplizierten Krankheit kann das unkontrollierte und folglich nicht beabsichtigte Herausschleudern obszöner oder aggressiver Wörter sein ("Ich geh jetzt in die Kirche, um verflucht- nochmal zu beten").

In jüngster Zeit lässt sich erkennen, wie stark auch IT-Teams bereits unter Tourette leiden. Man hört etwa Formulierungen wie "Ich geh jetzt einen Kaffee trinken - Dreckstool, verdammtes" oder "Hast du die Software bei Mixer Weier in Raum 212 schon aufgespielt?"

Mit all diesen Problemen könnte man noch irgendwie leben. Aber inzwischen treibt Tourette völlig neue Blüten - und die Medizin, seien wir ehrlich, weiß bis heute keinen Rat. Statt sich der weltgängigen Fäkalsprache zu bedienen, verlegen sich befallene IT-Profis zunehmend darauf, dieselbe durch IT-Termini zu ersetzen. Das hört sich dann so an: "Kannst du mir mal beim Download des Dachgepäcks helfen?" oder "Ist noch ein Bounty im Schokoserver?" oder "Komm’ gerade aus dem Urlaub, muss mich erstmal updaten!"

Diese sprachliche Deforma- tion zieht sich hinauf bis in die höchsten Führungskreise. "SOA oder nicht SOA?", hörten wir neulich einen CIO von einem Podium rufen. "Zu dem habe ich keine Schnittstelle", sagte ein IT-Manager über seinen Vorgesetzten im Vorstand. Wir fürchten eine gewaltige Epidemie, einen verbalen Headcrash, himmikruzifix …