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27.03.1998 - 

Front-Office-Spezialisten stärken sich mit Risikokapital

TPS will ein Kapitel zu deutschen IT-Erfolgsstories beisteuern

Noch gilt TPS als Geheimtip in der Softwareszene. Das 1991 von den damaligen Mathematikstudenten Till Gartner und Philip Lebbas gegründete Unternehmen kann derzeit lediglich auf eine Handvoll Referenzkunden verweisen, zu denen aber immerhin Compaq, Daimler-Benz Aerospace und Volkswagen gehören. Im vergangenen Geschäftsjahr 1997 flossen fünf Millionen Mark an Einnahmen in die Kasse, doch schon für das laufende Jahr hat Vorstandschef Lebbas 15 bis 20 Millionen Mark Umsatz ins Visier genommen. "Wir agieren in einem der pulsierendsten Märkte der Softwarebranche", begründete Lebbas seinen Optimismus. Was auch die Marktforscher bestätigen - unter anderem die Auguren von Dataquest, die von einem "heißen Markt" sprechen und bis zum Jahr 2002 von einem weltweiten Volumen von immerhin 1,7 Milliarden Dollar ausgehen.

30 Prozent der Anteile für Mitarbeiter reserviert

Um an diesem Wachstum zu partizipieren beziehungsweise die Entwicklung der eigenen Company abzusichern, machten sich die Münchner eigenen Angaben zufolge bereits 1996 auf die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten und zogen dabei sehr schnell Risikokapital in Betracht. Im Oktober 1997 war man sich mit den Wagniskapitalisten von TVM einig. TVM beteiligte sich zu 40 Prozent an TPS; die restlichen 60 Prozent verblieben bei den beiden Firmengründern. Allerdings sollen laut Vorstandschef Lebbas in den kommenden drei Jah- ren rund 30 Prozent der Anteile an die Belegschaft von derzeit rund 75 Mitarbeiter übertragen werden.

Vor zwei Monaten schließlich erfolgte die Umwandlung in eine AG - eine der Voraussetzungen für den Einstieg der Risikokapitalgeber von TVM. Firmenchef Lebbas sieht darin aber auch den Vorteil, daß sich das Unternehmen jetzt schon "an die Gepflogenheiten einer AG gewöhnen und unbelastet den Börsengang in Angriff nehmen kann".

Vor allem gilt es jedoch, ein hochkarätiges Service- und Vertriebsteam für das eigene Produkt "TPS Online Suite" aufzubauen, denn die Kunden sind anspruchsvoll. Erst recht im CIS-Umfeld, wo man es in der Regel nicht mit Plug-and-Play-Lösungen zu tun hat. Hohe Investitionen sind also erforderlich - auch weil dieser noch junge Markt bereits von einer ersten Konsolidierungswelle überspült wird. Bis dato führende CIS-Anbieter wie Siebel und Scopus oder Vantive und Trilogy wollen fusionieren beziehungsweise eng zusammenarbeiten; zudem warteten jetzt auch Standardsoftware-Giganten wie Baan und SAP mit eigenen Front-Office-Lösungen auf.

Was die Münchner nicht daran hindert, als einer der zahlreichen kleinen Anbieter in Deutschland mit ihrer Software die Vertriebs- und Service-Verantwortlichen in den Unternehmen zu adressieren, denen an einer Verbesserung ihrer eigenen "Customer Relationship" gelegen ist. Das Hauptaugenmerk richtet TPS dabei auf die 100 größten, global agierenden Unternehmen - vor allem in der IT- und Medienindustrie.