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21.01.1977 - 

Kienzle 6000 bei "Sturm Graz":

Trainer-Assistent Computer

GRAZ - Der Magnetkonten-Computer soll vor allem die Arbeit mit den Mitgliedern, die Durchführung der Lohnverrechnung und der Buchhaltung erleichtern. So erklärt Vereinsvorsitzender Gady die Anschaffung einer Kienzle 6000 für "seinen" Fußballclub "Sturm Graz". "Wir haben damit nicht nur die genaue Kontrolle, wer seinen Beitrag gezahlt hat und wer nicht, sondern wir können auch in Rekordzeit Geburtstage herausfinden und die Dauer der Zugehörigkeit zum Club feststellen", begeistert sich Gady.

Doch wird dieser Rechner auch auf einem Gebiet eingesetzt, das im Widerspruch zur Nüchternheit der Datenverarbeitung steht: Dem Fußballspiel selbst. Bei jedem Spiel von Sturm Graz sitzen die Betreuer mit Listen und Blöcken bewaffnet am Spielfeldrand und notieren jede Einzelheit, jeden Schritt, jeden Paß und jede Flanke. Bei Spielende werden die Informationen gesammelt, in das vereinseigene MDT-System eingegeben und ausgewertet.

Trainer Schlechta von "Sturm Graz": "Erst einmal ist das eine gute Kontrolle. Zum zweiten kann dieses Archiv helfen, unerklärliche Formschwankungen einzelner Spieler zu enträtseln Wir sind zwar noch in der Experimentierphase, aber später wird der Computer zu einem unentbehrlichen Assistenten werden."

So zieht der Trainer aus der verwaltungstechnischen "Sache Computer" einen sportlichen Nutzen.

Selbstverständlich sind diese Gedanken nicht neu: In der deutschen Tagespresse konnte man schon vor längerer Zeit über die Computer-Experimentierfreudigkeit deutscher Bundesligavereine lesen. So wurde beispielsweise jedem Spieler von "Bayern München" vorgerechnet, wie oft er im Spiel den Ball berührte (Beckenbauer trat nachweislich pro Spiel neunzigmal das Leder). Trotzdem ist die Grazer Idee, für die sieh bereits einige bekannte Fußballclubs interessieren, in einem Punkt neu: Was Trainer Schlechta nämlich hauptsächlich an der "Auswerterei" reizt, sind die Auswirkungen auf das Trainingsprogramm. Das Training wechselt je nach Bedarf. Die Grazer werden in einiger Zeit, dank der gespeicherten Daten ersehen können, wie die einzelnen Spieler in weiterer Folge auf die unterschiedlichsten Übungen reagiert haben - entweder mit Leistungssteigerung oder mit Leistungsabfall.

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