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28.03.1980 - 

Spedition setzt Nixdorf-Systeme ein:

Transatlantisch von Büro zu Büro

HAMBURG (pi) Vor einem halben Jahr nahm das internationale Speditionsunternehmen Max Grünhut den Datenaustausch mit einem Überseebüro auf. In diesem Frühjahr beginnt das Hamburger Unternehmen mit einem Projekt, nach dessen Abschluß alle Grünhut-Offices in Verbindung mit einer zentralen Datenbank Transportdaten miteinander austauschen können.

Die Basis wurde hierfür 1973 geschaffen mit einem der ersten dialogorientierten Datenverarbeitungssystemen für die Dokumentenerstellung. Diese Branchenlösung" ist inzwischen ein Arbeitsinstrument, das die Grundlage aller Import- und Exportspeditionsabwicklungen bildet.

Als internationale See- und Luftfrachtspedition unterhält Grünhut Seehafenbüros in Hamburg, Bremen, Antwerpen, Rotterdam und Barcelona. In Übersee besteht Verbindung zu einer Reihe von Gesellschaften in New York, Los Angeles, San Francisco, Chicago, Boston, Denver, Miami, Sao Paulo, Buenos Aires, Toronto und Montreal. Im Nachrichtenverkehr werden alle diese Offices in den kommenden Jahren enger zusammenrücken. Der Anfang ist mit einem Datenaustausch zwischen Hamburg, Bremen und New York gemacht.

Im Überseetransport müssen für die Speditionsaufträge bis zu 30 verschiedenartige Dokumente erstellt werden die dann in unterschiedlichen Auflagen zu verfielfältigen sind: Hafendokumente,

Konnossemente und andere Begleitpapiere

interne Dokumente, Konnossemente und andere Arten. Die Dokumentendarstellung erfolgt zu verschiedenen Zeitpunkten und obliegt mehreren Partnern; sie ist stets an knappe Termine gebunden. Wie ein Widerspruch wirkt es dann fast, daß die Basisdaten in sämtlichen Papieren gleich sind.

In Bremen befindet sich heute eine Anlage vom Typ Nixdorf 620/35 und 64 K Hauptspeicher, die mit Plattenspeichern von 10 MB Kapazität arbeitet. Die Zentraleinheit ist mit einer Magnetbandstation (800 bpi) und einem Zeichendrucker (150 Zeichen/sec.) verbunden. Eine Datenfernübertragungs-Einrichtung versorgt Wählleitungen zum Datenverkehr mit dem Office in New York (2400 Baud). Zur Benutzung des Systems dienen lokal sechs Bildschirmplätze.

In Hamburg wird seit 1975 mit einem System 620 gearbeitet. Das Modell 620/ 48 verfügt über einen Hauptspeicher mit 96 K und einer Plattenkapazität von 66 MB. Die Zentraleinheit steht an ihrem Standort mit einer Bandstation (800 bpi) und einem Zeichendrucker (165 Zeichen/sec.) in Verbindung. Ein Datenfernübertragungs-Platz schafft über eine Standleitung im öffentlichen Netz Verbindung zu einem Bildschirmplatz, den eine Wettbewerbsfirma als Mitbenutzer

Mitbewerber an der Standleitung

des Systems einsetzt (4800 Baud). Am Hauptsitz von Grünhut werden dezentral neun Bildschirmplätze und ein Terminal-drucker eingesetzt, der diesen Plätzen für Druckausgaben zur Verfügung steht. Die jüngste Installation befindet sich in New York. Seit 1979 benutzt dieses Office ein System 600/40 (US-Bezeichnung für Modell 620/45) mit 64 K und einer Plattenkapazität von 9,6 MB. Angeschlossen sind eine Bandstation (800 bpi), ein Zeichendrucker (150 Zeichen/ sec.), zwei Bildschirmplätze und eine Datenfernübertragungs-Einrichtung.

Die bei Grünhut entwickelte Systemlösung mußte von vornherein bewußt neutral ausgelegt werden, weil sie nur unter dieser Bedingung in allen Unternehmen der Gruppe einsatzfähig war. Inzwischen ist das Software-Paket auf rund 300 Datenerfassungs-, Datei-, Abfrage- und Druckprogramme angewachsen. Es wird heute von sieben Seespeditonen und zwei Landspeditionen auf Lizenzbasis benutzt.

Seit der Datenfernübertragungs-Betrieb mit New York aufgenommen wurde, kann das Seehafenbüro Bremen mit diesem Partner alle transportbezogenen Daten im Import- und Exportbereich austauschen. Die Daten werden als Sequenz gesendet. Weil an beiden Standorten identische Systeme eingesetzt werden, lassen sich die Daten per Programm direkt in Formular- und Listenform ausdrucken.

Darüber hinaus sind auch Umwandlungen und Ergänzungen möglich, die den in USA üblichen Dokumenten entsprechen. Die Fernübertragungen bewerbstelligen in beiden Städten alle erforderlichen Auswertungen für die Fakturierung und Statistik.

Noch in diesem Frühjahr wird Hamburg an diesen Datenaustausch angeschlossen. Alle drei Partner können dann Daten direkt von einer zentralen Datenbank abruten, mit der sie im Wählbetrieb Verbindung aufnehmen. Die Datenverwaltung erfolgt mit dem Timesharing-System eines Service-Rechenzentrums. Darüber hinaus ist der direkte Datenaustausch untereinander möglich.

Im Dokumentenbereich gibt es keine maschinenschriftlichen Arbeiten mehr.

Datenverwaltung per Timesharing-Service

Die zur Vervielfältigung erforderlichen Umdruckoriginale werden mit den Zeichendruckern der Systeme erstellt. Die Basisdaten werden pro Auftrag nur einmal erfaßt und durch die Programmme in spezifischer Form in die verschiedenen Dokumente übernommen. Hierbei führt das System außer logischen Prüfungen auch alle notwendigen Berechnungen durch. Es speichert die Ergebnisse für die Dateien und Weiterverarbeitungen ab. Da die Datenbestände in den Dateien ständig gepflegt werden, brauchen zur Dokumentenerstellung keine Stammdaten eingegeben zu werden. Durch diese Einspannung wird der Datenerfassungsaufwand erheblich verringert. Geschäftsleitung, Abteilungsleitung und Expedienten können per Bildschirm jederzeit den augenblicklichen Status einer Auftragsabwicklung erfahren. Darüber hinaus werden mehrmals täglich Listendrucke erstellt, die den Status noch laufender Auftrage und den Neugeschäfts-Zugang zeigen. In ähnlichen Listen erscheinen die Ergebnisse wöchentlich monatlich oder dekadisch kumuliert.