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20.04.1979 - 

Integrierte Gesamtlösung mit IBM 34 beim Facheinzelhändler Carl Prediger, Hamburg:

Transparenz im Leuchtenhandel

HAMBURG/BREMEN - Leuchten haben ein relativ großes Volumen und einen

hohen Stückwert. Das Haus Carl Prediger gründet seinen Ruf auf hohe Lieferbereitschaft und großes Sortiment (7000 Artikel). Prediger realisiert dieses Angebot trotz knapper Bestände.

Seit Jahren wurde für die Bestandsführung und Auskunft eine zentrale manuelle Staffelsichtkartei geführt. Über Sprechgeräte bestand von mehreren Punkten der Verkaufsräume direkter Kontakt mit der zentralen Bestandskartei: Bestandszugänge wurden sofort nach Eintreffen, Abgänge vor ihrer Auslieferung gebucht.

Die Übersicht über die Bestandsführung ist dadurch noch erschwert, daß sich die Ware an mehreren Plätzen befinden kann. Es gibt vier Verkaufsstellen mit Beständen im Laden und im Lager des Ladens (sperrige Güter), ein Zentrallager und Fahrzeuge mit Ware für die Versorgung der Verkaufsstellen. Die manuelle Bestandskartei gab Auskunft, in welchem dieser Lager sich Bestände der einzelnen Artikel befinden.

Es wurde lange versucht, diesen mit bis zu drei Mitarbeitern besetzten Arbeitsplatz zu entlasten, weil dort eine hohe nervliche Belastung entstand und Rationalisierungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden sollten. Die hier beschriebenen und weitere Arbeiten werden jetzt mit dem IBM System /34 durchgeführt.

Warenzugänge von den Lieferanten werden über Bildschirm in das System eingegeben und automatisch nach vorgegebenen Rechenregeln den verschiedenen Lägern vom Computer zugeteilt. Durch die Bestimmung von Mindestbeständen pro Artikel und Lager wird pro Artikel die Zuteilung gesteuert.

Jederzeit Zugriff auf die Bestände

Die Verkäufer im Hauptgeschäft haben über die Bildschirme im Laden jederzeit die Möglichkeit, durch Eingabe der Nummer des Artikels den aktuellen Bestand abzufragen.

Die Dispositionsstelle ist von sämtlichen Anfragen befreit, es verbleibt ihr lediglich, die Verkäufe vor Abgang aus dem Lager zu buchen. Jede Verkaufsbuchung löst eine Überprüfung des Bestandes und, soweit ein Nachschub aus dem Zentrallager erforderlich ist, die Anweisung an das Lager aus. Die angewiesene Lagerbewegung wird sofort gebucht.

Die Einkäufer haben ebenfalls über ihren Bildschirm jederzeit Zugriff auf die Lagerbestände. Die gesamte Einkaufsbearbeitung erfolgt mit Unterstützung des Computers. Periodisch werden automatisch alle Artikel der einzelnen Lieferanten zusammengestellt und den Einkäufern mit allen für die Entscheidung über eine Nachbestellung erforderlichen

Informationen auf eine Liste geschrieben.

Anhand dieser Liste ruft der Einkäufer die Artikel am Bildschirm auf und stellt seine Bestellung am Bildschirm - unter Berücksichtigung wertabhängiger Einkaufskonditionen - zusammen. Die weitere Bearbeitung erfolgt automatisch.

Bestell- und Lieferwerte werden zur Prüfung, ob das Einkaufslimit eingehalten wird, ohne manuellen Eingriff in die Einkaufs-Limitdatei übernommen.

Konservierte Inventur

Inventuren werden während des ganzen Jahres vorgenommen. Das System

"konserviert" für jeweils vorgegebene Artikel den fortgeschriebenen Bestand unter Vermerk von Datum und Uhrzeit in einer separaten Datei. Die körperlich festgestellten und eingegebenen Bestände werden mit den "konservierten" fortgeschriebenen Beständen verglichen. Bei Abweichungen wird anhand der journalisierten und automatisch mit Datum und Uhrzeit versehenen Bewegungen geprüft, ob in der Zeit zwischen "Konservierung" der fortgeschriebenen Bestände und tatsächlicher Aufnahme eine Bewegung stattgefunden hat. Um diese Bewegung wird die Konserve korrigiert und um die verbleibenden Differenzen der Bestand per Programm verändert.

Die kurzfristige Erfolgsrechnung arbeitet mit Artikelgruppen, um die Auswertungsmenge zu verkleinern und weil Leuchten (modisch) in vielen Fällen auch "kurzfristige" Artikel sind. Die Werte (Bestände, Verkäufe, Erlöse, Rohertrag) fließen in die Gruppen und bleiben damit - auch nach Löschen des Artikels - für die Gruppenauswertung erhalten.

Neben diesen Aufgaben werden von der IBM-Anlage auch die bisher im Rechenzentrum ausgeführten Arbeiten für Buchhaltung und Gehaltsabrechnung ausgeführt.

Bei der Firma sind - allein für das Warenwirtschaftsprogrammpaket - 120 Einzelprogramme im Einsatz. Außer der Buchhaltung, die von einem Softwarehaus geliefert worden ist, und der Lohn- und Gehaltsabrechnung, die mit MAS-Programmen bearbeitet werden soll, handelt es sich bei der gesamten übrigen Software - etwa 70 Prozent - um Individualprogramme.

Diese Programme sind aufgrund der : Programmvorgaben eines freien Unternehmensberaters von Mitarbeitern der IBM und Mitarbeitern von drei Softwarehäusern erstellt worden. Die Aufgabenteilung war notwendig, um das umfangreiche Programmpaket in relativ kurzer Zeit zu realisieren. Das System ist - wie geplant - zum 2. Januar 1979 zum Einsatz gekommen.