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09.06.1995

Treasury-Software fuer Firmenvermoegen Privatbank liefert Know-how fuer Risiko-Management-Modul in R/3

MUENCHEN (CW) - Das Privatbankhaus Sal. Oppenheim & Cie. KGaA und die SAP AG entwickeln gemeinsam ein R/3-Modul fuer das Management komplexer Vermoegensstrukturen einschliesslich derivativer Finanzinstrumente. Die integrierte Software soll der transparenten und permanenten Risikomessung,-steuerung und Kontrolle des Finanzbereichs in Unternehmen dienen.

"Geplant ist keine Zockersoftware", erlaeutert Heinz Hilgert, Bereichsleiter Financial Markets bei Oppenheim. "Anders als etwa bei Arbitrage-Prozessen, die zur Zeit im Bankengeschaeft eingesetzt werden und die auf das Ausnutzen kleinster Preisunterschiede im Interbankenmarkt ausgerichtet sind, orientieren wir uns bei dem R/3-Modul an einer risikoneutralen Steuerung des Geschaefts im Firmenkundensegment."

Laut Hilgert ist die Aussagelogik deswegen eindeutig Hedging- orientiert (eine Verringerung des Risikos durch Variation negativ korrelierender Einzelpositionen) und stellt eine konservative Risikosteuerungspolitik in den Vordergrund: "Wir wollen hier bewusst risikosteuernd und kontrollierend arbeiten und keinen Anreiz zur zusaetzlichen Positionsnahme bieten."

Mark-to-market-Analysen mit Daten aus der GuV

Die Software wird, wie Hilgert betont, zentrale Anforderungen abdecken, wie sie etwa von der Group of Thirty, einer Gruppe aus renommierten Wirtschaftspruefern und Finanzdienstleistern, abgegeben worden sind. So sei es kuenfig moeglich, mit dem R/3-Modul betriebswirtschaftliche Kenngroessen zur Risikosteuerung in Echtzeit zu berechnen und auf der Basis von Value-at-risk-Betrachtungen Best- und Worst-case-Analysen durchzufuehren.

Unternehmen, die bei Waehrungsexporterloesen bei Abwertung Verluste und umgekehrt Gewinne erleiden, moechten etwa genau wie Banken eine Mark-to-market-Bewertung erreichen, eine an der jeweiligen Wechselkurs- und Zinskonstellation orientierte Bewertung ihrer zukuenftigen Waehrungsstroeme unter Beruecksichtigung der Sicherungsgeschaefte.

Bisher konnte eine solche Firma bestenfalls Bestaende an fakturierten Exporterloesen sowie an abgeschlossenen Kurssicherungsgeschaeften darstellen. Eine Bestandsfuehrung reicht jedoch nicht, um eine Risikomessung durchfuehren zu koennen. Dafuer muss die Bestandsdarstellung auf dem Hintergrund der jeweiligen Marktveraenderung bewertet werden.

Auch um beispielsweise Zielvorgaben bei Budget-Kursen taeglich steuern zu koennen, muss das Unternehmen sowohl auf seinen Basis- cash-Flow, die Einnahmen in einer bestimmten Periode, als auch die dazu assoziierten Sicherungsgeschaefte, also Termin-, Optionen- und Swap-Geschaefte, zugreifen und auf dem Hintergrund moeglicher Kursbewegungen bewerten und modellieren koennen.

Dafuer ist nach Aussage von Hilgert die Integration des Risk- Managenets in die Treasury-Anwendungen des R/3-Systems sinnvoll. Unternehmen, die das Risiko-Modul einsetzen wollten, koennten auf nun diesem Wege auch auf den Datenhaushalt des betrieblichen Rechnungswesens, der Cash-Flow-Planung und Finanzdispositionen des Zahlungsverkehrs zugreifen. "Es wird zudem ein Interface fuer den Boersenticker von Reuters, Telered, Natwest oder anderer Dienstleister geben", begeistert sich Hilgert.

Da es in den Firmen allein bei Wechselkursdifferenzen um "viele Millionen Mark" geht, scheint die Aufmerksamkeit fuer das neue R/3- Modul gesichert. Zur ersten Praesentation des Prototyps Devisenmanagement am 16. Juni dieses Jahres erwartet Hilgert bereits 89 Teilnehmer aus dem Kundenkreis der Bank.