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14.02.1986 - 

BMFT - Studie: Das "Ja" zum technischen Fortschritt nicht ohne "Aber":

Trend zu kritischer Technikakzepter

BONN (lo) - Zunehmend positiv bewerten die Bundesbürger den Charakter von Forschung und Technik. Besonders Fragen des technischen Wandels finden steigendes Interesse. Das Bundesforschungsministerium belegt diese jüngsten Aussagen durch seine in Auftrag gegebene bundesweite Umfrage. Die Diskussion um den Computer als Job -

killer scheint dabei erheblich von Ressentiments und pauschalen Urteilen, aber auch lllusionen bereinigt.

Während vor fünf Jahren nur 27 Prozent "starkes oder sehr starkes" Interesse an neuen Techniken gezeigt hätten, seien es derzeit 37 vom Hundert. Diese Trendwende in den Jahren 1981 bis 1985, dem Zeitraum der Erhebung der Infratest Sozialforschung GmbH in München, kommt nicht von ungefähr: Immerhin kann nach Ergebnissen aus knapp 3000 Interviews nahezu jeder zweite Berufstätige in Deutschland "größere Änderungen" an seinem Arbeitsplatz aufgrund technischer Neuerungen angeben. Sofern sich diese Veränderungen auf die persönliche berufliche Situation auswirkten, werten sie die Betroffenen zu 22 Prozent als überwiegenden Vorteil. Lediglich drei Prozent sehen Nachteile.

Grenzbereich Technik

Das Stichwort "Computer" steht, so die Münchner Marktforscher, weder bei den Befürchtungen noch bei den Hoffnungen der angesprochenen männlichen und weiblichen Personen im Alter von 14 bis über 60 Jahren an der Spitze der angesprochenen Themen. Umweltschutz, Nachrüstung oder Fortschritte in der Medizin rangieren vor der neuen Technik. Dennoch bezeichnet die Umfrage Informations - und Kommunikationstechniken als bedeutsam für das Zukunftsbild: Kein anderes Thema tenne nämlich Fortschrittsoptimisten und Fortschrittspessimisten so stark wie die Frage, ob Mikroelektronik und Informationstechnik zum Überwachungsstaat führen könne, in dem die Freiheitsrechte bedroht seien.

Optimismus der Jugend

Eine zunehmend kritisch - differenzierte Einstellung zur Technik weisen mit 49 Prozent derzeit sieben Bürger vom Hundert mehr auf als vor fünf Jahren. Dies dürfe jedoch nicht als Hinweis auf eine "Technikfeindlichkeit" gedeutet werden, schlußfolgert das Forschungsministerium. Gerade die pauschalen Vorbehalte gegenüber dem technischwissenschaftlichen Fortschritt seien nämlich zurückgegangen, weisen die Münchner Sozialforscher aus.

Besonderes "Technik - Interesse " meldeten Männer zwischen 30 und 59 Jahren an. Jüngere Frauen zeigten weniger als ältere Frauen Technikdistanz gegenüber dem Computer.

Falsch ist die These von einer besonders ausgeprägten Technikfeindlichkeit der Jugend, betont Infratest. Den technischen Fortschritt zu förden, sei vor allem ein klares Votum der jüngeren Befragten. Eine konstruktive Rolle spielen wird so der technische Fortschritt auch künftig beispielsweise für 60 vom Hundert aller befragten Jugendlichen. Im Jahr 1981 konnten 13 Prozent weniger ermittelt werden.

Erwarten die Bundesbürger insgesamt vom wissenschaftlichen Fortschritt, so das BMFT, "viel Gutes", ist die Einstellung der Bevölkerung gerade mit Blick auf den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren von Befürchtungen geprägt: Über 60 Prozent glauben, daß es immer weniger Arbeitsplätze geben wird; umgekehrt erwarten eine arbeitsplatzfördernde Wirkung nur zehn Prozent.