Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.10.2005

Trend zum selektiven Auslagern hält an

Europäische Firmen schließen zunehmend kleinere Verträge ab.
Infrastruktur- services werden nach wie vor am häufigsten ausgelagert. Doch TK-Outsourcing und BPO holen auf.
Infrastruktur- services werden nach wie vor am häufigsten ausgelagert. Doch TK-Outsourcing und BPO holen auf.

Der Trend zu kleineren Outsourcing-Projekten mit kürzeren Laufzeiten ist ungebrochen. Den Marktforschern von Forrester Research zufolge wurden in Europa im zweiten Quartal dieses Jahres nur zwei Deals mit einem Volumen von 500 Millionen Euro oder mehr abgeschlossen. Ein Jahr zuvor waren es noch fünf.

Es gibt weniger Großaufträge

Auch in Deutschland spiegelt sich diese Entwicklung wider. Im zweiten Quartal dieses Jahres lag das Gesamtvolumen der größeren Verträge (zehn Millionen Euro oder mehr) bei 376 Millionen Euro. Das entspricht einem Anteil von sieben Prozent an den europäischen Outsourcing-Aufwendungen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag das Volumen bei 456 Millionen Euro. Trotzdem bleibt Deutschland der zweitgrößte Outsourcing-Markt Europas - nach Großbritannien, wo im zweiten Quartal 39 Prozent aller größeren europäischen Deals abgeschlossen wurden.

Insgesamt zählte Forrester in Europa im zweiten Quartal 67 Auslagerungsprojekte mit einem Volumen von mindestens zehn Millionen Dollar. Der größte Anteil entfällt nach wie vor auf das Infrastruktur-Outsourcing, wenngleich dieses Geschäft im zweiten Quartal leicht zurückgegangen ist. Dagegen haben die Auslagerungsaktivitäten im Bereich Telekommunikation/Netzwerke um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen: Bei fast einem Drittel der größeren Deals geht es inzwischen auch um Netzwerkservices. Renommiertes Beispiel aus Deutschland ist der 300 Millionen Euro schwere Auftrag des Versicherungskonzerns Gerling, der Siemens Business Services (SBS) seine gesamte IT-Infrastruktur inklusive Telefonen und Netzen anvertraut hat.

Mehr BPO-Verträge

Auch Business Process Outsourcing (BPO) ist auf dem Vormarsch. Größere Deals in diesem Bereich sind zwar bislang nur in Großbritannien zu vermelden - wie beispielsweise der Vertrag zwischen dem britischen Geschäftsprozess-Outsourcing-Spezialisten Xchanging und der Drogeriemarktkette Boots über 592 Millionen Euro. Aber die Anzahl der Projekte steigt. Laut Forrester handelte es sich bei mehr als einem Viertel aller im zweiten Quartal in Europa unterzeichneten Verträge um BPO-Vereinbarungen. Damit habe sich dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.

Am auslagerungsfreudigsten zeigen sich nach wie vor die Finanzdienstleister und der öffentliche Dienst. In Großbritannien haben diese Branchen mittlerweile fundierte Erfahrungen gesammelt und geben sich auch gegenüber neuen Outsourcing-Modellen aufgeschlossen. Anbietern, die auf dem europäischen Kontinent stärker Fuß fassen wollen, rät Forrester daher, ihre Auslagerungsmodelle zunächst im britischen Markt zu testen. Auf Anwenderseite beweise der Trend zum selektiven Auslagern, dass die Firmen Outsourcing nicht allein als Instrument zur Kostensenkung, sondern als strategische Entscheidung betrachten: Kürzere Laufzeiten und eine spezifischere Serviceausrichtung sorgen für mehr Kontrolle und Flexibilität und damit letztlich für geringere Risiken und besseren Service. (sp)