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14.12.2006

Trends: Der Mittelstand soll’s richten

Martin Haas 
IDC wagt eine Prognose über die verschiedenen IT-Teilmärkte - von Hardware bis Service und von Großunternehmen bis Mittelständlern.
Die IT-Ausgaben steigen im kommenden Jahr wieder. Am stärksten werden die Services zulegen, meinen die Marktforscher von IDC.
Die IT-Ausgaben steigen im kommenden Jahr wieder. Am stärksten werden die Services zulegen, meinen die Marktforscher von IDC.

Die IT-Industrie wird durch die guten konjunkturellen Aussichten beflügelt. Anwender werden im kommenden Jahr verstärkt investieren. IDC rechnet mit einem Wachstum des deutschen IT-Marktes um 4,5 Prozent auf 61,5 Milliarden Euro im Jahr 2007.

Hier lesen Sie …

Fazit

• Der IT-Markt in Deutschland wächst um knapp 4,5 Prozent.

• Hersteller setzen stark auf die Absatzmärkte im Mittelstand.

• Die deutschen Anwender stehen immer noch unter der Kostenfuchtel.

• Service-Orientierung wird sich durchsetzen, wenn auch in Deutschland langsamer als in anderen Ländern.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

584540: Bitkom: Stimmung steigt zum Jahres- ende;

582454: Der deutsche PC-Markt: Ein Jubilar in der Sinnkrise;

581966: Die 100 größten ITK-Unternehmen.

http://www.computerwoche. de/top_100.

Ausgaben für IT-Services

2005 2006 2007

Systems Integration 8,12 8,44 8,88

Outsourcing 9,03 9,65 10,39

Support & Deployment 5,88 5,90 5,92

Training 1,53 1,54 1,56

Angaben in Milliarden Euro. Quelle: IDC

Zu den wesentlichen Treibern des deutschen IT-Markts im Jahr 2007 gehören:

• Kostensenkung steht im Mittelpunkt fast aller IT-Projekte.

• Die Einführung neuer Lösungen und Technologien wird konsequent davon abhängig gemacht, ob sie dem Unternehmen helfen, seine Effizienz zu steigern.

• Im Hinblick auf eine stärkere Flexibilität und optimierte Auslastung der IT-Ressourcen ist das Interesse an Themen wie Dynamic IT, On-Demand-Lösungen und Dynamic Services gestiegen.

• In vielen Unternehmen wird mit unterschiedlicher Intensität die Ausrichtung der IT an den Geschäftsprozessen des Unternehmens geplant beziehungsweise vorangetrieben.

• Nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Compliance-Anforderungen hat die IT-Sicherheit weiter an Bedeutung gewonnen.

• Immer mehr Mittelständler sehen in der IT Möglichkeiten, sich von der Konkurrenz zu differenzieren.

Auch 2007 sind die Notebooks das Wachstumssegment im Hardwarebereich. Sinkende Preise und steigende Leistungsfähigkeit der Geräte zwingen die Hersteller zu einem intensiven Wettbewerb. IDC erwartet, dass besonders die Akzeptanz von Blade-Servern weiter zunimmt, was den Preisverfall im Server-Segment beschleunigen wird. Während der Notebook-Markt von 2005 bis 2010 noch mit einem Wachstum von 6,6 Prozent aufwarten kann, geht IDC für den gesamten Hardwaremarkt von einem leichten Rückgang in Höhe von 0,2 Prozent aus.

Enterprise Applications

Im Markt für Enterprise Applications werden die Trends zurzeit gesetzt durch Veränderungen sowohl auf technischer Seite insbesondere in Form der Service-oriented Architecture (SOA) als auch durch das verstärkte Aufkommen von zusätzlichen Delivery-Modellen wie On-Demand und Application Hosting.

Da die Wachstumspotenziale bei den Großunternehmen eher moderat ausfallen, ist der Mittelstand für die Anbieter im Segment Enterprise Applications ins Zentrum des Interesses gerückt.

Insgesamt wurde im deutschen Markt für Anwendungssoftware (Lizenz- und Wartungseinnahmen) ein Volumen von rund 6,3 Milliarden Euro im Jahr 2005 erzielt. Dieser Markt wächst mit durchschnittlich 5,7 Prozent jährlich auf mehr als acht Milliarden Euro bis zum Jahr 2010. Auch wenn er sich seit dem Vorjahr etwas abgeschwächt hat, ist nicht zuletzt durch das Thema Offshore-Dienstleistungen zumindest in Teilen des IT-Services-Marktes frischer Wind aufgekommen, der sich sowohl in Unternehmenskäufen als auch im Aufbau eigener Offshore-Ressourcen seitens der in Deutschland etablierten IT-Dienstleister zeigt. Eng damit verbunden ist die Idee des globalen Sourcings, das allerdings in Deutschland vor allem aufgrund emotionaler Hemmschwellen noch in den Anfängen steckt.

Zum anderen sind die IT-Dienstleister vor dem Hintergrund der Margenstabilisierung und auch aufgrund von Kundenforderungen dazu gezwungen, hochstandardisierte und daher vergleichbare Dienstleistungen anzubieten.

Was bringt Triple Play?

Der wesentliche Trend in der Telekommunikationsbranche ist der Kampf der etablierten Anbieter gegen die Margenerosion.

Seit einem Jahr bieten viele Anbieter Triple Play an, Pakete, die Telefonie, breitbandigen Internet-Zugang und Unterhaltungsangebote wie Fernsehen oder Video on Demand bündeln. Obwohl der durchschlagende Erfolg bisher ausblieb, ist damit zu rechnen, dass sich Kunden aus dem Consumer- und dem Business-Segment zunehmend für dieses Angebot interessieren werden. Doch der holprige Start und die bisher hohen Kosten lassen 2007 noch keinen Massenmarkt erwarten.

IT als Dienstleistung

IT-Architekturen werden so flexibel konzipiert, dass Daten und Prozessabläufe in heterogenen Umgebungen genutzt beziehungsweise wiederverwendet werden können. Flexibilität heißt in diesem Zusammenhang aber auch, dass die Abrechnung solcher Lösungen und Dienstleistungen immer stärker nutzungsbezogen erfolgen soll und irgendwann einmal in das Utility-Modell übergehen wird. Zu den technischen Schlagworten in diesen Diskussionen zählen Virtualisierung, Service-oriented Architecture (SOA), Business-Process-Management und Echtzeit-Computing.

Trotz der spürbaren Aufbruchstimmung und Innovationsbereitschaft in anderen Ländern, verharrt das Gros deutscher Unternehmen in einer Kostensenkungsspirale, in der die Einsparungen eben nicht für Innovationen, sondern fast ausschließlich für das Unternehmensergebnis verwendet werden. Aus Sicht des Mittelstands kommt erschwerend hinzu, dass für eine stärker betriebswirtschaftlich ausgerichtete IT Projekt-Manager fehlen, die solche komplexen Vorhaben effizient betreiben können. Darüber hinaus bestehen enorme Schwierigkeiten, die internen Kostenstrukturen exakt zu analysieren.

Attraktiver Mittelstand

Kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern sind für rund 53 Prozent der gesamten jährlichen IT-Ausgaben in Westeuropa verantwortlich. Während die Kleinunternehmen mit bis zu 99 Mitarbeitern ihr Geld hauptsächlich für Hardware ausgeben, legen Unternehmen mit 100 bis 999 Mitarbeitern Wert auf anspruchsvollere, industriespezifische Applikationen, um die Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen. Damit sind diese Unternehmen die Haupttreiber für IT-Investitionen.

Allerdings stehen Mittelständlern nicht die finanziellen und personellen Ressourcen eines Großunternehmens zur Verfügung. Scheitert bei ihnen ein Projekt, kann das existenzbedrohende Konsequenzen haben. Den Kampf um den Mittelstand werden die Anbieter gewinnen, die standardisierte und leistungsfähige Lösungen zu günstigen Preisen mit dem richtigen Vertriebsmodell vermarkten. (ciw)