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31.03.2000 - 

Gast-Kommentar

Trends: Gesundes Desinteresse

Lars Damsgaard Andersen, Geschäftsführer der Navision Software GmbH, Hamburg

Überspitzt formuliert, befindet sich der deutsche Mittelstand im kontinuierlichen IT-Trendthemen-Bombardement. Alle paar Wochen ist von neuen Technologien die Rede, aktuelles Beispiel ist das Application-Sercive-Providing (ASP). Soll das in erster Linie mit Kernkompetenzen befasste mittelständische Management dauernd darüber nachdenken, welchen Trend es nicht verpassen darf?

Die diesjährige CeBIT hat erneut gezeigt, dass die publizierten Visionen der Hersteller kaum etwas mit der Realität mittelständischer Anwender zu tun haben. Während das Thema E-Business nach mehr als zweijähriger Medienpräsenz langsam in das Blickfeld der Anwender rückt, spielen für die überwiegende Mehrheit der Unternehmen Kürzel wie WAP oder ASP schlicht keine Rolle. Was den Anwendern derzeit wirklich auf den Nägeln brennt, sind nicht Gedankenexperimente, die bisherige DV-Konzepte hinterfragen, sondern Brot-und-Butter-Themen: Dazu gehört vor allem die Euro-Umstellung, auf die sich laut einer Studie des RKW-Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft e.V. rund 65 Prozent der Mittelständler noch nicht vorbereitet haben.

Der Mittelstand tut exakt das Richtige, indem er sich neuen Trends gegenüber abwartend verhält oder gesundes Desinteresse zeigt. Das Risiko, neue Technologien von Beginn an aufzugreifen, können sich in der Regel nur Großunternehmen leisten. Kritik am "technologiefeindlichen" deutschen Mittelstand ist deshalb verfehlt. Gerade bei einem Thema wie ASP, bei dem weder technische noch rechtliche Aspekte endgültig geklärt sind, wird die Distanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit erst in einigen Jahren überbrückt sein.