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09.03.1979

Trends zukünftiger Minicomputer

Walter Löffel

Area Manager Zentraleuropa und Geschäftsführer der Data General GmbH Deutschland

Teil 1

Die stärksten Impulse unserer Branche sind in den letzten Jahren zweifellos aus der Minicomputer-Industrie heraus entstanden Kleine Computer werden immer leistungsfähiger und vielseitiger, so daß die meisten Funktionen, die einmal ausschließlich Großrechnern vorbehalten waren, heute auf kleine Systeme, übertragen werden können. Die Unterschiede zwischen - Großrechnern und Minicomputern verringern, sich - es gibt nur noch wenige Unterscheidungsmerkmale hinsichtlich Funktionalität, Leistung und Anwendungsarten. Doch gibt es einen enormen Unterschied in der Art und Weise, wie Systeme frühen eingesetzt wurden und in der Zukunft eingesetzt werden. Kleine, kostengünstige und einfach zu handhabende Computersysteme bilden heute die Basis der dezentralisierten Verarbeitung.

Zunächst ist es wichtig, sich die Größe und das Wachstum der Minicomputer-Industrie vor Augen zu führen Laut einem Marktforschungsbericht ist die Anzahl der Minicomputer-Lieferungen in den letzten sechs Jahren stark und stetig gestiegen - von einem jährlichen Gesamtwert von 655 Millionen Dollar 1973 auf einen geschätzten Jahresgesamtwert von fast drei Milliarden Dollar 1978. Der Gesamtwert der Minicomputer-Lieferungen in diesen sechs Jahren ist überwältigend: 9,5 Milliarden Dollar. Und diese Wachstumsrate hat sich nicht abgeflacht, in absehbarer Zeit wird sich auch kaum eine Trendänderung ergeben.

Das Ergebnis dieser Marktstudien ist Obwohl die Minicomputer-Industrie immer noch nur einen Bruchteil der gesamten Computer-Industrie darstellt, weist sie ein Wachstum von jährlich 30 Prozent auf, was sich zu beachtlichen Summen addiert Außerdem ist zu berücksichtigen, daß der Minicomputer-Bereich der Branche erst Ende 1960 in nennenswertem Umfang in Erscheinung trat. Die dezentrale Datenverarbeitung wird dazu beitragen, die sogenannte "Minicomputer-Marktnische" der Branche noch weiter auszubauen, genauso wie die Minicomputer-Branche den Grundstein für die dezentrale Datenverarbeitung gelegt hat.

Die Märkte für dezentrale Datenverarbeitung sind zahlreich und vielfältig. Theoretisch ist jedes Unternehmen oder jede Organisation mit einer Filiale oder mehr als einer Abteilung ein potentieller Abnehmer für ein dezentrales Datenverarbeitungssystem. Die einleuchtendsten Beispiele sind die großen Konzerne und Unternehmen. Sie benötigen dezentrale oder dedizierte, dezentrale Datenverarbeitungssysteme, weil sie mehrere Betriebsabteilungen haben und über Niederlassungen, Produktionsstätten oder Verkaufsbüros an verstreut liegenden orten verfügen. Für ein zentrales Computersystem ist es schwer, jede Benutzergruppe mit ihren spezifischen Anforderungen optimal zu bedienen. Wenn dezentrale Minicomputer in den verschiedenen Unternehmensbereichen arbeiten. können sie die Daten bei Bedarf interaktiv verarbeiten Gleichzeitig können die Verantwortlichen in jeder Außenstelle und die Geschäftsleitung in der Zentrale Informationen über die Leistung ihres Betriebsbereichs erhalten, Im wahrsten Sinne des Wortes weiß die eine Hand, was die andere tut. Doch wenn die Notwendigkeit für dezentrale Datenverarbeitung so eindeutig ist, so muß man sich fragen. Warum sind nicht alle diese Firmen bereits zur dezentralen Datenverarbeitung übergegangen? Und warum werden sie in der nahen Zukunft dazu übergehen?

Die Liste der in Frage kommenden Industrie- und Gewerbezweige ist sehr lang. Ihre Geschäftsführung benötigt aktuelle und gezielte Informationen für höhere Produktivität, geringere Kosten und, in vielen Fällen, mehr Wettbewerbsfähigkeit.

Fortschritte in Hardware, Software und Dienstleistungen der Minicomputer-Hersteller ermöglichen ein umfassendes Angebot, das heute

die Bedürfnisse aller Benutzer besser erfüllen kann, als dies noch vor zwei oder drei Jahren möglich gewesen wäre.

OEMs, Systemhäuser, Vertriebsgesellschaften, Direktverkauf

Die Benutzer können sich die Produkte für dezentrale Datenverarbeitung durch eine Reihe von Vertriebskanälen beschaffen. Dazu gehören OEMs, Systemhäuser, Vertriebsgesellschaften oder Direktkauf vom Hersteller Jede Methode der Gerätebeschaffung hat ihre Besonderheiten, die vom Benutzer in Betracht gezogen werden müssen.

Die Trends in der Beschaffung von dezentralen Datenverarbeitungssystemen lassen sich schwer im voraus bestimmen, weil die Wachstumsrate der dezentralen Datenverarbeitung außerordentliche Aktivität in allen Vertriebsbereichen ausgelöst hat. Um sich dieses rasante Wachstum zunutze zu machen, müssen Minicomputer-Lieferanten Produktionsstrategien für alle vorhandenen Vertriebskanäle entwickeln. Diese Strategien haben genausoviel Einfluß auf den zukünftigen Produktmix des Herstellers wie andere Marktkräfte.

Was der Endbenutzer letzten Endes von einem Minicomputer, den er durch irgendeinen dieser Vertriebskanäle bezieht, benötigt, sind aktuelle Informationen.

Anwendungs-Trends

Eine andere Marktkraft, die Einfluß auf die zukünftigen Fähigkeiten kleiner Computer hat, liegt im Bereich der Anwendungs-Trends.

Die Anwendungen, die heute auf kleinen Computern in der dezentralen Datenverarbeitung laufen, sind die gleichen, die in den meisten Datenverarbeitungszentralen angetroffen werden. Das Argument "Wirtschaftlichkeit durch Menge" das die Verwendung großer, gemeinsam benutzter Zentralrechner befürwortete, führte aber auch zu langen Antwortzeiten bei interaktiven Anwendungen, langen Jobdurchläufen bei Stapelanwendungen und sehr langen Anlaufzeiten bei der Entwicklung neuer Anwendungen.

Dezentrale kleine Computer waren eine offensichtliche Lösung zu diesen Problemen. Die noch offene Frage war, welche Anwendung ließ sich am einfachsten dezentralisieren oder vom zentralen Großrechner übertragen? Zunächst begannen mehrere Hersteller von intelligenten Terminals mit der Dezentralisierung der Datenerfassung. Es wurden dann Minicomputer entwickelt, die als autarke Verarbeitungssysteme für Datenverarbeitung und entfernte Programmentwicklung arbeiteten.

Die meisten gegenwärtig implementierten Problemlösungen sind die terminal-orientierten Anwendungen für Datenbankabfrage und -zugriff. Bei zukünftigen Anwendungen denken wir an die stärkere Verwendung von dedizierten Minicomputer-Netzen, die innerhalb eines dezentralen Verarbeitungsnetzes unabhängig von einem zentralen Hauptrechner betrieben werden.