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05.10.1979 - 

Das 3. Würzburger-AV-Gespräch von Weigang:

Triste DV-Wirklichkeit in der Produktion

BAD KISSINGEN - Etwa ein Viertel ihres DV-Budgets setzt die deutsche Industrie für Applikationen im Produktionsbereich ein, so recherchierte es die Diebold-Marktforschung: Doch offensichtlich klaffen "Anspruch und Wirklichkeit" nirgendwo so weit auseinander wie bei BDE-Systemen, Fertigungssteuerungs-Systemen und den Möglichkeiten, Mikrocomputer in der Arbeitsvorbereitung einzusetzen.

Diesen Eindruck hinterließ zumindest das 3. Würzburger AV-Gespräch der Weigang Organisation. Vor allem dort, wo in Diskussionen Händler-Interesse und theoretische Analyse aufeinanderprallten, gab es zänkische Zurechtweisung.

Rund 170 Teilnehmer kreisten in Arbeitsgruppen den State of the art ein: Und der ist beispielsweise bei Betriebsdatenerfassungs-Systemen, über die Professor Dr.-Ing. Karlheinz Roschmann referierte, nicht gerade berauschend. Einmal gibt es in den Unternehmen Probleme mit dem Betriebsrat, der bei allen Lohn-relevanten BDE-System Mitsprache-Recht geltend macht, zum anderen wurde einigen Teilnehmern nicht so recht klar, wie die beste Konfiguration für ein BDE-System aussehen könnte; zumal Roschmann hier ein recht breites Geräte-Angebot vorstellte und - bei gewachsener Organisation - auch eine Lochkarten-BDE noch gelten läßt. Die Tücke der BDE-Systeme liegt im Detail: Etwa bei der Unfähigkeit einfacher Drucker, lesbare Strichcodes für die BDE-Situation zu liefern, oder bei dem Generalproblem, daß "vernünftige Standard-Software" für BDE noch nicht machbar ist.

Neben den munteren Diskussionen, die die Vorträge von Dipl.-Ing. Eckart Schomburg (TH Aachen) zur Wirtschaftlichkeit von Fertigungssteuerungssystemen ("Lieber doch größer kaufen") oder der Beitrag von Dr. Heinz Goldbecker (Kienbaum-Unternehmensberatung) zum hierarchischen Standort der Arbeitsvorbereitung auslösten, hat vor allem der aggressive Bericht aus der Praxis, den Ing. Karl Steinmayr (Deutsche Babcock AG) gab, ein Schlaglicht auf die Zustände des DV-Einsatzes im Produktionsbereich geworfen. Steinmayers Diskussions-Beitrag wird in einer der nächsten COMPUTERWOCHEN veröffentlicht. Zitat zum Thema "Einsatz von Micro-Computern in der Arbeitsvorbereitung und für die Fertigungssteuerung": "Wir haben die riesigen zentralen Systeme einfach nicht mehr im Griff." Aber: "Wenn ich vor Ort erst einen Operator brauche, hört der Spaß mit dem dezentralen Einsatz von Kleinrechnern auf."