Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.09.1995

Triton erhaelt Vorzug vor R/3 und Siline-X DV-Konsolidierung: Kettler laesst Fachabteilungen mitgestalten

MUENCHEN (hv) - Den Aufbruch aus einer ueberalterten IT-Landschaft wagt die Heinz Kettler Metallwarenfabrik GmbH & Co. in Ense. Der BS2000- und SAP-Anwender der ersten Stunde fuehrt flaechendeckend eine Unix-Umgebung mit der Standardsoftware "Triton" von der Baan Deutschland GmbH, Hannover, ein. Gleichzeitig verlagert Kettler einen Grossteil der IT-Verantwortung in die Fachabteilungen.

"Fuer uns kam es auf die Vertriebs- und Produktionsmodule an - Buchhaltung ist letztendlich nicht entscheidend", begruendet Reinhard Rauth, DV/Org.-Chef des Unternehmens, die Softwarewahl. Triton komme von der Produktion her und sei insbesondere fuer Mittelstaendler deutlich preiswerter als das konkurrierende SAP- Produkt R/3. Gegenueber der ebenfalls diskutierten SNI-Alternative "Siline-X" biete die Software unter anderem den Vorteil, in einer Vielzahl von Sprachen verfuegbar zu sein.

"Wir sind einer der ersten SAP-Anwender ueberhaupt", blickt Rauth zurueck. Die Installation befinde sich heute allerdings auf einem voellig veralteten Niveau, "irgendwo zwischen den R/2-Versionen 1 und 2". Der Hersteller von Sport- und Freizeitartikeln habe seine Verkaufs- und Versandsteuerung schon sehr frueh auf das SAP- Vertriebsmodul gestuetzt und dabei einen BS2000-Mainframe eingesetzt. Hardware und Standardsoftware wurden von der Siemens AG geliefert.

Releasewechsel vollzog Kettler nur anfaenglich nach - solange, wie die Kooperation zwischen Siemens und SAP Bestand hatte. "Dann wurden die Wartungsvertraege gekuendigt, wir nahmen das Produkt selbst in die Hand", erzaehlt Rauth.

Wechsel auf ein modernes Release jetzt unmoeglich

Das Unternehmen modifizierte sein Vertriebsmodul stark und passte es jeweils an die neuen BS2000-Releasestaende an. Das ging nach Angaben von Rauth bis heute recht gut, "doch jetzt kommt das Jahr 2000 auf uns zu." Ein problemloser Wechsel auf die modernste R/2- Variante sei nicht mehr moeglich, da die individuellen Anpassungen zu tiefgreifend waren.

Den Jahrtausendwechsel ueberstehen nach Ansicht des DV-Leiters auch die vorhandenen Installationen der Nixdorf-Standardsoftware Comet nicht, die noch immer in einigen zur Kettler-Gruppe gehoerenden Betrieben im In- und Ausland laufen. Mit Hilfe der Unibasic GmbH in Kreuth hatte Kettler diese Anwendungen in einigen Tochtergesellschaften bereits auf Unix-Rechner der RS/6000-Reihe von IBM gehievt, in anderen laufen sie noch immer auf 8870- Modellen. Nun sollen auch diese Filialen mit Triton auf eine einheitliche Softwarelinie gebracht werden.

Auf dem Produktionssektor arbeitete Kettler bisher mit der Standardsoftware Siline von Siemens-Nixdorf, die wegen fehlender Sprachunterstuetzung aber langfristig nicht eingesetzt werden kann. Die Artikelstammdaten wurden im SAP-Bereich gepflegt und dann per Batch-Input an die Produktionssoftware uebergeben. Obwohl Siline nicht mehr zur Debatte steht, waehlte Kettler die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) als Generalunternehmer fuer Hardware, Software und Dienstleistungen.

Ueber ihre Tochtergesellschaft GSSE GmbH, die in Muenchen ein Triton-Kompetenzzentrum unterhaelt, liefert SNI auch die Standardsoftware.

Kettler wird den zentralen BS2000-Host durch einen ebenfalls zentralen Sinix-Server der RM600-Reihe (Modell 340) abloesen, auf dem die Baan-Software laufen soll. Der Rechner wird mit sechs Prozessoren geliefert, die jeweils mit 200 MHz getaktet sind.

Kompetenzzuwachs der Fachabteilungen

Das System erhaelt eine Spiegelplatten-Kapazitaet von 16 GB. SNI hat sich gegen konkurrierende Angebote von Hewlett-Packard und IBM durchgesetzt. Als Clients kommen PCs und ASCII-Terminals zum Einsatz, mit denen zirka 180 Arbeitsplaetze ausgestattet werden. Kettler hat fuer 128 Arbeitsplaetze Concurrent-User-Lizenzen von Triton erworben.

Mit der Reorganisation der Datenverarbeitung strebt der Sportgeraetehersteller vor allem eines an: Die Fachabteilungen sollen einen deutlichen Kompetenzzuwachs im IT-Bereich erhalten, waehrend die DV-Mitarbeiter als interne Dienstleister ihr technisches Know-how anbieten. "Wir werden den schwarzen Kasten Datenverarbeitung aufloesen und wesentliche Funktionen in die Fachabteilungen zurueckgeben", betont Rauth. "Das Wissen ueber die Ablaeufe im Unternehmen gehoert dorthin und nicht ins Rechenzentrum."

RZ uebernimmt Sicherung und Release-Pflege

Auf RZ-Ebene will sich Kettler kuenftig mit Aufgaben wie Datensicherung oder Einspielen neuer Releasestaende begnuegen. Gemeinsam mit den Fachbereichen werde man die Triton-Software installieren, wobei die Prozessverantwortung nicht bei den DV- Spezialisten liegen werde. "Die Fachabteilungen sollen entscheiden, wie es gemacht wird, sonst koennen wir ein solches Projekt niemals stemmen."