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28.07.2000 - 

Gerüchte sprechen von einem 70-Millionen-Dollar-Deal

Tritt SCO Betriebssysteme an Caldera ab?

MÜNCHEN (CW) - Santa Cruz Operation (SCO) wird seine Linux-Pläne möglicherweise nicht selbst verwirklichen. Der Open-Source-Anbieter Caldera wird als Käufer der SCO-Unix-Sparte gehandelt. Schon jetzt arbeiten die Unternehmen zusammen.

Der Mitte Juni 2000 vom SCO-Management gefasste Beschluss, Open-Source-Varianten zu seinen Betriebssystemen "Unixware" und "Open Server" anzubieten (siehe CW 25/00, Seite 1), dürfte wieder hinfällig sein. Die Neuorientierung hat offenbar zu Konflikten geführt. Während in Deutschland die Händler, so der hiesige SCO-Geschäftsführer Hans Bayer, "fast 100 Prozent Einverständnis" geäußert haben sollen, gab es in den USA Ärger mit den Partnern.

SCOs Chef für das weltweite Marketing, John Palmer, widerrief mit Hinweis auf Händler-Widerstände den Linux-Beschluss, um nun eine "Partnerlösung" anzustreben. Mitte letzter Woche kamen erste Verhandlungen mit Caldera zum Abschluss. SCO vereinbarte mit dem Linux-Distributor, seine Server-basierte Middleware "Tarantella" mit dessen "Open Linux Application Server" zu bündeln.

Das könnte nur der Anfang gewesen sein. Schon einen Tag darauf berichten mehrere Nachrichtendienste im Internet, dass Caldera das gesamte SCO-Betriebssystem-Geschäft kaufen werde. Beide Firmen wollen bislang offiziell keine Stellungnahme abgeben. SCO-Sprecher Jan Tarzia erklärte aber gegenüber "Computerwire": "Wenn dahingehend etwas läuft, ist es nicht beschlossene Sache." Auf Anonymität bedachte Quellen in beiden Unternehmen bestätigen immerhin, dass "an der Sache im Kern was dran" sei.

Spekulationen besagen, dass SCOs Betriebssystem-Bereich 70 Millionen Dollar kosten solle. Das wäre für Caldera kein unbezahlbarer Preis, zumal die Marktkapitalisierung der Linux-Firma trotz des gerade erreichten historischen Kurstiefs von 8,7 Dollar pro Aktie noch 338 Millionen Dollar beträgt. SCOs Börsenwert ist inzwischen auf 159 Millionen Dollar zusammengeschmolzen.

Caldera würde mit der Teilübernahme einen Coup landen. Man käme in den Besitz von Technologien, die das eigene "Open Linux" wesentlich attraktiver machen würden, insbesondere in Sachen Cluster, symmetrisches Multiprocessing und Multi-Server-Management. Ferner würde die Übernahme von Unixware Caldera zum IBM-Partner bei "Monterey" machen, dem Unixware-basierten Betriebssystem für Intels 64-Bit-CPUs.

Der wertvollste Gewinn könnte SCOs Händlernetz sein. In diesem Punkt hat das Linux-Haus gegenüber den Konkurrenten Red Hat und Suse klare Nachteile. SCOs globale Händlerorganisation gilt hingegen als eine der besten in der Unix-Welt. Zumindest ein großer Teil der Händler will mittelfristig ohnehin Linux vermarkten.

Auch SCO würde nicht nur durch die Abtretung eines kostenträchtigen Entwicklungsbereichs gewinnen. Das Unternehmen hat bereits die Produktentwicklung um die Middleware "Tarantella" partiell ausgegliedert. Tarantella soll Gerüchten zufolge eine selbständige Firma werden.

Die traditionsreiche Unix-Company könnte sich ganz auf Support- und Integrationsservices konzentrieren, worin sie schon jetzt eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen hat.

AktuellZurzeit deuten Informationen darauf hin, dass SCO und Caldera eine offizielle Erklärung zu den Gerüchten unmittelbar nach Redaktionsschluss dieser CW-Ausgabe abgeben werden. Bitte verfolgen Sie unsere mehrmals täglich aktualisierte Online-Berichterstattung unter www.computerwoche.de.