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18.09.1981 - 

Aufsichtsratsvorsitzender Friedrich Thomée tritt zurück:

Triumph-Adler produziert weiter in Frankfurt

18.09.1981

FRANKFURT/NÜRNBERG (ha) - Das Frankfurter Werk der Triumph-Adler AG, Nürnberg, wird nicht geschlossen. Angesichts der Reaktionen in der Öffentlichkeit sei auf die "betriebswirtschaftlich optimalste Lösung" verzichtet worden, erklärte hierzu der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Muttergesellschafft VW und ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende von Triumph-Adler, Professor Friedrich Thomée. Die neue Lösung - die das Volkswagenwerk rund 100 Millionen Mark koste - sehe jetzt in Frankfurt die Entlassung von "lediglich" 1600 Mitarbeitern vor. Weitere 750 Arbeitsplätze sollen in den Werken Nürnberq und Schwandorf abgebaut werden.

Wie es in der offiziellen Presseerklärung heißt, soll mit "der angestrebten Maßnahme den sozialen Aspekten der Vorrang vor den anfänglich verfolgten und sicherlich auch ökonomischen Maßnahmen eingeräumt werden" '.Die Sanierung werde jetzt jedoch einen längeren Zeitraum beanspruchen und wesentlich höhere Mittel erfordern. Das heutige Produktprogramm, heißt es weiter, werde um neue Produkte ergänzt und auf die zukünftigen Markterfordernisse ausgerichtet.

Die Weiterführung der Produktion in allen vier Inlandswerken bewirkt nunmehr einen Personalabbau in den anderen Triumph-Adler-Werken:

Während in Frankfurt die 2600 Beschäftigten auf ganze 1000 reduziert werden, will das Unternehmen jetzt durch die Verlagerung von Produktionskapazitäten in Nürnberg rund 600 und in Schwandorf etwa 150 Arbeitsplätze abbauen. Neben elektronischen Schreibmaschinen sollen auch Teile der Fertigung von OEM-Druckern in die Main-Metropole verlegt werden. Die Arbeitnehmervertretung der Triumph-Adler AG hat gegen die Personalreduzierungen des geplanten Ausmaßes in Zusammenhang mit Kapazitätsanpassungsmaßnahmen erhebliche Bedenken erhoben.

Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 11. September berichtet, seien im Nürnberger Unternehmen in diesem Jahr bereits Verluste in Höhe von 230 Millionen Mark aufgelaufen (Vorjahr 86 Millionen Mark). Diese Angaben wollte der bisherige Vorstandsvorsitzende der Triumph-Adler AG, Thomée, auf einer Aufsichtsratssitzung in München nicht bestätigen. In derselben Sitzung hatte Thomee sein Amt als Vorstandsvorsitzender wegen seiner "starken zusätzlichen Belastung im VW-Vorstand infolge der Vertretung des erkrankten VW-Vorstandsvorsitzenden Toni Schmücker" niedergelegt. Zu seinem Nachfolger wurde das Aufsichtsratsmitglied der Triumph-Adler AG, Horst Münzner, ebenfalls VW-Vorstandsmitglied, bestellt.