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20.06.1986 - 

US-Studie stellt DV-Anwendern Armutszeugnis aus - Bürosysteme werden nur schlecht genutzt:

Trotz Computer nicht produktiver als 1966

NEW YORK/MÜNCHEN (CW) - In vielen amerikanischen Unternehmen verstauben die Personalcomputer. Betriebe sind so schlecht organisiert, daß sie das Rationalisierungspotential der DV überhaupt nicht ausschöpfen können. Per Saldo, so eine Untersuchung aus dem Investmenthaus Morgan Stanley, hat sich die Produktivität in den letzten 20 Jahren durch den Einsatz von Bürocomputern nicht erhöht.

Milliarden Dollar haben Industrie und Handel in den vergangenen Jahrzehnten in Computer investiert, ohne daß es sich für die Unternehmen rentiert hat. Dieses Fazit zog kürzlich das US-Wirtschaftsmagazin "Fortune" in seiner Titelstory. Die jetzt publizierten Erkenntnisse verdankt die Zeitschrift Stephen S. Roach, dem Leiter der betriebswirtschaftlichen Abteilung beim Investment-Bankhaus Morgan Stanley, der sich durch Berge von Statistiken gewühlt und fein säuberlich die Büro- und die Produktionsplätze auseinanderdividiert hat.

Roachs Resümee: Während drei Viertel der gesamten Personalkosten in den US-Firmen auf das Konto der "White-collar workers", also des verwaltenden oder dienstleistenden Sektors gehen, sind an diesen Arbeitsplätzen sogar 90 Prozent aller Computer installiert. Doch die Produktivitätssteigerungen im untersuchten Zeitraum, also seit 1966 sind laut Roach einzig und allein dem "Blue-collar"-Sektor zu verdanken, in dem die Verbreitung von Computern über die Jahre vergleichsweise gering war.

Zu den untersuchten Erscheinungsformen des unproduktiven DV-Einsatzes gehört unter anderem die "Junk-mail", unwichtige Informationen, quasi Datenmüll, mit dem die Mailboxen vollgestopft sind.

Mitarbeiter blockieren Rechnerkapazitäten, indem sie sich banale Informationen per E-mail übermitteln. Oder sie neigen zum Perfektionismus: Interne Berichte werden mit Hilfe des Computers übertrieben aufwendig gestaltet, etwa mit mehr Grafik als nötig; und das kostet Zeit, also Geld.

Bei der Analyse der Schwachstellen kam "Fortune" dahinter, daß viele Betriebe offenbar den Grundsatz mißachtet haben, zuerst die Organisationsstruktur zu vereinfachen und dann auf DV umzustellen. Man habe mit dem Rechner einfach die ____schen Dinge schneller erledigen können. Auch wurden Tätigkeiten computerisiert, bei denen dies schon vom Arbeitsablauf her unrentabel war. Die Erkenntnis vieler Anwender, hier Fehler begangen zu haben sieht das Wirtschaftsmagazin als einen der wesentlichen Gründe für die Absatzflaute bei Personalcomputern in den beiden letzten Jahren an.