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23.10.1992 - 

Hauptthema des begleitenden Fachkongresses: Lean Production

Trotz geschrumpfter Systec sind die Macher optimistisch

MÜNCHEN (see) - Die Systec, Münchner Fachmesse für Informationstechnik in der Produktion, findet in diesem Jahr weit weniger Zuspruch als 1990: Die Ausstellerzahl sank von 739 auf 565, die Ausstellungsfläche verringerte sich um mehr als ein Drittel auf 33 000 Quadratmeter.

Zirka ein Drittel der Unternehmen sei in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Messe vertreten, teilte Ernst Kick, für die Systec verantwortlicher Projekt-Manager der Münchner Messe und Ausstellungsgesellschaft mbH, vor der Presse in München mit. Den Schluß, daß nach dieser Rechnung etwa die Hälfte der Aussteller von 1990 auf eine Teilnahme verzichtet hätten, wollte Messe-Geschäftsführer Gerd vom Hövel indes nicht gelten lassen.

Etwa 50 Firmen seien nicht wieder zugelassen worden, weil sie als reine Informationstechnik-Anbieter ohne signifikanten Produktionsbezug nicht in das Systec-Raster gepaßt hätten, rechnete er vor. Etwa 90 weitere Aussteller seien der schlechten Konjunktur zum Opfer gefallen - entweder blieben sie der Messe aus Kostengründen fern oder sie seien mittlerweile in anderen Unternehmen aufgegangen. Für die verbleibende Zahl an Ex-Teilnehmen hatte vom Hövel keine Erklärung parat.

Die Systec sei mit ihrer aktuellen Position das größte "Forum für C-Techniken in Europa", betonte er. Zur Bedeutung der Ausstellerzahlen für die Qualität einer Messe stellte der Fachbeirats-Vorsitzende Manfred Siebert fest, die Menge der Besucher interessiere mehr. Vom Hövel dagegen betonte, man müsse sich auch davon lösen, "Nasenzählerei an den Eingängen zu betreiben". Die Qualität der Besucher, also die Entscheidungskompetenz, sei wichtiger als deren Menge.

Eine Wiedereingliederung der 1986 aus der Systems hervorgegangenen Systec in die Münchner Computermesse ist für den Messe-Geschäftsführer kein Thema: Die Perspektiven der Informationstechnik in der Fertigung seien nämlich allem Krisengerede zum Trotz nicht schlecht: Zum Beispiel liege nach einer VDMA-Untersuchung der mögliche Automatisierungsgrad in der Montage bei 50 Prozent, es seien aber erst zehn bis 15 Prozent realisiert. In der Elektrotechnik könne man davon ausgehen, daß der Automatisierungsgrad von gegenwärtig 40 auf 70 Prozent gesteigert werden könne.

Die Ausrichter des begleitenden Fachkongresses sind "mit den Teilnehmerzahlen unter den obwaltenden Umständen zufrieden", äußerte Professor Joachim Milberg, wissenschaftlicher Leiter der in Kooperation von Messe und VDI durchgeführten Tagungsveranstaltung. Für alle Teilkongresse zusammen lägen zirka 1400 Buchungen vor. Zur Lage der Informationstechnik in der Fertigung konstatierte Milberg, es herrsche nach der verpufften CIM-Euphorie eine gewisse "Technikverdrossenheit".

Seine Zukunftsprognose will er allerdings optimistisch verstanden wissen: Frustrationsphasen wie die vorliegende würden in der Regel technikhistorisch abgelöst durch konstruktive Problemlösungsversuche. Der sich jetzt abzeichnende Weg dorthin weise in Richtung auf "schlanke" Strukturen von Management, Planung und Produktion (Lean Production). Siebert zufolge ist man in Europa und den USA im Zusammenhang mit CIM dem Irrtum aufgesessen, "Verfahrensfehler durch Computereinsatz zu überdecken".

Lean Production, betonte Siebert, dürfe nicht 1:1 kopiert werden von den "Erfindern" des Ansatzes, den Japanern. Die Europäer und Amerikaner, so der Fachbeirats-Vorsitzende, müßten "sich schon die Mühe machen, den Prozeß selbst zu untersuchen", um festzustellen, was im Westen realisierbar sei.