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20.03.1998 - 

Schwächen im Applikationsgeschäft

Trotz guter Oracle-Ergebnisse scheint die Zukunft unsicher

Im Dezember letzten Jahres hatte Oracle überraschend schwache Ergebnisse für das abgelaufene zweite Quartal 1998 gemeldet und damit einen Kursrutsch um 29 Prozent verursacht. Allgemein wurde darüber spekuliert, ob der Datenbankmarkt nun gesättigt sei und für Spezialisten der graue Alltag anbreche. Doch auch im Applikations-Business, das rund 18 Prozent des Lizenzumsatzes ausmacht, blieb Oracle weit hinter den Wachstumsquoten zurück, die SAP, Baan oder Peoplesoft meldeten.

Larry Ellison, Chairman und Chief Executive Officer (CEO), steuerte wenig später gegen, indem er Prognosen für einen hervorragenden Geschäftsverlauf in Süd- und Mittelamerika abgab. Er behielt recht: In dieser Region wuchs das Unternehmen nicht nur um die von Ellison anvisierten 25 Prozent, sondern gar um 44 Prozent. Damit konnte das nur dreiprozentige Wachstum im asiatisch-pazifischen Raum mehr als kompensiert werden.

Insgesamt kam Oracle im dritten Quartal 1998 auf einen Umsatz von 1,75 Milliarden Dollar - das sind 27 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Gewinn lag mit 22 Cent je Aktie um drei Cent über den durchschnittlichen Erwartungen der Finanzanalysten.

SAP & Co. wachsen schneller

Trotz des guten Zwischenergebnisses hat die Softwareschmiede nach Meinung von Branchenkennern einen steinigen Weg vor sich. Auch im dritten Quartal wuchs das Lizenzgeschäft mit Anwendungssoftware nur um 30 Prozent, so daß Oracle sein Ziel, hier über das gesamte Jahr um 50 Prozent zuzulegen, kaum noch erreichen kann. Die Wettbewerber in diesem Markt expandieren gegenwärtig um mindestens 60 Prozent jährlich. Oracle wird vorgeworfen, das Datenbank- mit dem Anwendungsgeschäft zu eng zu verschmelzen.

Das Datenbankgeschäft entwickelt sich nach Angaben von Ray Lane, President und Chief Operating Officer (COO), wieder recht gut - vor allem auf dem amerikanischen Kontinent. Allerdings zweifeln Analysten daran, daß die goldenen Zeiten, in denen hier Jahr für Jahr 40- bis 50prozentige Zuwachsraten erzielt wurden, jemals zurückkehren. Dazu zeige der Markt zu deutliche Sättigungserscheinungen. Auch im Tool-Geschäft, das inzwischen weniger als zehn Prozent der Lizenzumsätze ausmacht, sehen Marktbeobachter einen kontinuierlichen Abwärtstrend.

Oracles Hoffnungen ruhen vor allem auf dem Servicegeschäft, das inzwischen mehr als die Hälfte des Umsatzes ausmacht und zur Zeit um zirka 40 Prozent wächst. Hohe Erwartungen setzt das Unternehmen ferner in das Network-Computing-Business. Als Mehrheitseigner der Network Computer Inc. (NCI) möchte Oracle im großen Stil Software für den NC-Markt anbieten. Der Plan scheint aufzugehen: NCI hat soeben einen Vertrag mit Cable & Wireless, einem der weltweit größten Telecom-Konzerne abgeschlossen, der nun mehr als sieben Millionen Set-top-Boxen weltweit mit NCI-Technologie ausstatten will.