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22.10.1999 - 

Vor allem im Host-Bereich hat TCP/IP schlechte Karten

Trotz Internet-Boom halten viele Unternehmen noch an SNA fest

MÜNCHEN (ave) - Auch wenn Hersteller und Analysten gerne den Durchmarsch von TCP/IP beschwören: SNA wird deswegen noch nicht so bald aus den Unternehmensnetzen verschwinden. Das liegt vor allem daran, daß viele Host-Applikationen sehr stabil laufen und die Anwender die zum Teil hohen Umstiegskosten scheuen.

Die Gelsenkirchener RAG Aktiengesellschaft baut nicht nur Kohle, sondern auch den SNA-Anteil im Unternehmensnetz ab. Ganz ohne das bewährte IBM-Verfahren geht es jedoch nicht: Bei dem Bergbauunternehmen laufen auf den Hosts noch alte, speziell auf die Bedürfnisse der Branche zugeschnittene Anwendungen.

Bereits 1998 ging die Konzerntochter RAG Informatik GmbH daran, die Kommunikations-Steuereinheiten vom Typ "IBM 3745" abzulösen. "Die eigentlichen SNA-Endgeräte, also die 3174er und der Host dahinter, laufen auch weiterhin", berich-tet Ralf Holzapfel, Abteilungsleiter Carrier- und Informations-Management bei dem Unternehmen. "Wir wollten die Anzahl der Protokolle in unserem Netz reduzieren und haben uns deshalb entschlossen, die Konsolidierung auf TCP/IP hin vorantreiben", schildert er die Beweggründe für den Abbau der SNA-Welt.

Die Standorte, die damals mit den 3745ern versorgt wurden, waren aber laut Holzapfel nicht in der Lage, IP zu benutzen. Um keine parallelen Netze aufbauen zu müssen, entschloß sich die RAG AG, diese Geräte durch Router auszutauschen und die SNA-Datenströme über IP zu tunneln. So konnte die Kommunikation auf den Weitverkehrsstrecken komplett auf IP umgestellt werden. Das ermöglichte den einzelnen Standorten außerdem, ihre IP-basierten Applikationen zu fahren, also R/3 und ähnliches. Seit der Umstellung gibt es reinen SNA-Verkehr nur noch zwischen Host und Router. Anfänglich traten zwar Probleme mit den Antwortzeiten über IP auf, weil es zu Verzögerungen und Session-Abbrüchen kam.

Gemeinsam mit Spezialisten von Cisco ließ sich dieser Mangel jedoch aus der Welt schaffen, und heute gibt es laut Holzapfel "überhaupt keine Probleme mehr".

Die RAG denkt zwar darüber nach, die alten Host-Programme irgendwann einmal komplett auszumustern, doch einen Zeitrahmen gibt es dafür noch nicht. Über kurz oder lang soll jedoch die gesamte Kommunikation auf Basis von IP laufen, bestätigt Holzapfel.

Ähnlich wie bei der RAG AG stellt sich die Situation bei einer großen deutschen Krankenversicherung dar. Das Unternehmen wickelt die komplette Mitgliederverwaltung über Host-Systeme auf Basis von SNA ab. Bei den hierbei verwendeten Programmen handelt es sich ausschließlich um Individualsoftware.

Das Unternehmen ist zwar dabei, in den Zweigstellen zunehmend PCs und Client-Server-Anwendungen einzusetzen, die dann auf Basis von TCP/IP laufen, eine Änderung an dem zentralen SNA-System kommt für die Krankenversicherung deswegen jedoch noch lange nicht in Frage.

Vor allem die mit einer eventuellen Umstellung verbundenen Kosten spielen dabei eine Rolle. SNA laufe stabil und zuverlässig und biete gleichzeitig ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Daher herrsche zumindest bisher noch kein Leidensdruck, der einen Umstieg auf TCP/IP nötig mache.