Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

24.01.1986

Trotz kräftiger Steigerung im vierten Quartal Jahresergebnis schlechter als erwartet:Big Blue kam mit einem blauen Auge davon

ARMONK (ru) - Die IBM Corp. liegt mit ihrem Geschäftsergebnis im Trend der Branche. Das erste Mal seit 1979 fiel der Nettogewinn leicht hinter den Vorjahreswert zurück. Wenn auch der Umsatz zunahm, so ist er mit einem mageren Plus von neun Prozent kein positiver Indikator für einen Multi, der sich strammes Wachstum in zweistelligen Raten auf die Fahne geschrieben hat.

An der New York Stock Exchange (NYSE), der US-Börse, an der die sogenannten "schweren Werte" gehandelt werden, sorgte das IBM-Ergebnis für Aufregung. Die Aktie fiel am vergangenen Freitag um mehr als fünf Dollar, wobei sich der Kursverlust auf den gesamten Handel an der NYSE depressiv auswirkte. Finanzexperten hatten einen höheren Gewinn erwartet und korrigierten sogleich auch ihre Einschätzungen für 1986 nach unten.

Der Nettogewinn liegt mit 6,56 (6,58) Milliarden Dollar um 0,3 Prozent unter dem des Vorjahres. Beim Umsatz legte IBM auf 50,06 gegenüber 45,94 Milliarden Dollar in 1984 zu. Noch im vergangenen Jahr hatte die Standards setzende Mother Blue mit einem Gewinnplus von 20 Prozent aufgewartet. Der Umsatz stieg gar um 24 Prozent.

Der Mainframe-Marktführer wird nicht müde, den Slowdown mit dem hohen Dollarkurs zu rechtfertigen. Der IBM-Vorstandsvorsitzende John F. Akers fügt aber weitere Gründe hinzu: So beklagte er im Zusammenhang mit der unbestimmten US-Konjunktur die schwache Investitionsbereitschaft der Kunden sowie den Produktzyklus bei IBM-Großrechnern. Bekanntlich war der neue Großrechner 3090 zur Auslieferung im dritten Quartal '85 freigegeben worden. Dies habe diverse User zur Verschiebung ihrer Order ins zweite Geschäftshalbjahr veranlaßt.

Nachdem IBM das erste Quartal mit einem 18prozentigen Gewinnrückgang abgeschlossen hatte, zeigten sich die Verantwortlichen noch zuversichtlich. Vollmundig ließ der DV-Gigant über das "Wall Street Journal" verbreiten, man werde 1985 die Auslieferungen um 30 Prozent erhöhen.

Angesichts der weiterhin unbefriedigenden Quartalsabschlüsse verlegte sich Big Blue auf Voraussagen für ein starkes Schlußquartal. Die Auslieferung des neuen Top-Jumbos "Sierra" sollte die Schwäche des vorangegangenen Dreivierteljahres ausgleichen und die Verkäufe pushen helfen.

Tatsächlich konnte der Koloß in den letzten drei Monaten noch einmal zulegen. Der Reingewinn stieg um gut 23 Prozent, während er in vorangegangenen Quartalen zwischen 7,5 und 18 Prozent im Vergleich zu 1984 gefallen war. Diese drei letzten Monate konnten die Bilanz noch ein wenig glätten.

In Fachkreisen ist die Meinung geteilt, ob das vierte Quartal ein Omen für 1986 darstellt. Die positiven Wirkungen forcierter Verkäufe im vierten Quartal könnten sich möglicherweise, so Insider, nur auf das erste Vierteljahr 1986 beschränken. Dazu ein amerikanischer Computer-Analyst: "Wir kennen einige Computerhändler, die haben Drucker mit einem Zahlungsziel von 90 Tagen angeboten. "