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Trotz optimistischer Haltung Europas Manager wollen vor allem beim Personal sparen

28.01.1994

FRANKFURT (CW) - Die Unterschrift unter groessere Investitionsantraege, wie sie zur Genehmigung von DV-Neuerungen notwendig sind, faellt Fuehrungskraeften leichter, wenn eine konjunkturelle Erholung in Sicht ist. Bewahrheiten sich die optimistischen Einschaetzungen, die Manager bei einer Umfrage im Auftrag von United Parcel Service (UPS) aeusserten, muesste auch die DV-Branche in Europa bald wieder aufatmen koennen.

Ueber die Haelfte der Manager, die das Harris Research Center befragte, erwarten, dass sich in den naechsten zwoelf Monaten die Position des eigenen Unternehmens verbessert. Nur sieben Prozent rechnen im naechsten Jahr mit einer Verschlechterung der Lage.

Dieser Optimismus spiegelt sich jedoch nicht in den Erwartungen zur Beschaeftigungssituation wider. Im vergangenen Jahr haben 74 Prozent der Befragten entweder einen Einstellungsstopp verfuegt oder den Personalstamm reduziert. Trotz ihrer wirtschaftlichen Zuversicht beabsichtigen laut Untersuchung 43 Prozent der Fuehrungskraefte in den naechsten zwoelf Monaten Stellen zu streichen, waehrend nur zwoelf Prozent einen Zuwachs des Personalstands voraussagen.

Dieses Ergebnis, so die Verfasser der Studie, bestaetigt den im Verlauf einer Rezession zu beobachtenden Trend, die Unternehmen schlanker zu machen. Besonders kritisch stelle sich die Situation in Deutschland und den Niederlanden dar, wo 60 Prozent beziehungsweise 57 Prozent eine weitere Reduzierung der Beschaeftigtenzahl erwarten. In Holland stehen dem jedoch 15 Prozent gegenueber, die eine Aufstockung des Personals beabsichtigen, waehrend dies in Deutschland nur bei acht Prozent der Befragten der Fall ist.

Diese Entwicklung sorgte auch in der deutschen Computerbranche fuer Schlagzeilen. So kuendigte beispielsweise Ende letzten Jahres der neu berufene Chef der IBM Europe Hans-Olaf Henkel an, innerhalb der naechsten zwei Jahre mindestens weitere 10 000 Arbeitsstellen zu streichen. Allein in Deutschland, so war vier Wochen vorher zu hoeren, will der DV-Riese das Personal um 6000 Mitarbeiter reduzieren.

Als weitere Massnahme zur Kostensenkung nennen 46 Prozent der im Auftrag von UPS befragten Fuehrungskraefte die Konzentration auf das Kerngeschaeft.

Von dieser Vorgehensweise profitieren auf dem DV-Sektor vor allem die grossen Outsourcing-Anbieter, wobei sich auch Unternehmen aus kraenkelnden Branchen rund um den Automobilsektor zu diesem Schritt gezwungen sehen. So konnte beispielsweise letztes Jahr EDS die Stuttgarter Kautt & Bux GmbH als Kunden gewinnen, waehrend die IBM Deutschland den Zuschlag von der Schweinfurter FAG Kugelfischer AG erhielt.

Das Harris Research Center fuehrte insgesamt knapp 1500 Interviews mit europaeischen Fuehrungskraeften durch. Der durchschnittliche Umsatz der befragten Unternehmen betraegt 1,7 Milliarden Dollar.