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21.10.1994

Trotz Umsatzanstieg ist Ascom noch ein unsicherer Kandidat

Von Arnd Wolpers

"Ascom steht wohl nicht mehr bis zu den Schultern im Wasser", stellt die schweizerische "Finanz & Wirtschaft" fest. Angesichts der Probleme, die das Unternehmen hatte, bedeutet dies einen durchaus positiven Ausblick. Der Silberstreif am Horizont ist jedoch schmal. Ohne den Verkauf der Kabelnetze waere das Konzernergebnis tiefrot ausgefallen. Zudem ist die Eigenkapitalbasis noch sehr duenn. Nach einem Anstieg um acht Millionen auf 640 Millionen Schweizer Franken betraegt die Eigenkapitalquote derzeit 23 Prozent der Bilanzsumme. Ascom befindet sich in einem Turnaround. Dies spiegelt auch die Bewertung mit einem ueberdurchschnittlich hohen Kurs-Gewinn- Verhaeltnis von 27 wider. Die Gewinnschaetzung fuer 1995 von 25 Millionen Franken oder 60 Franken je Inhaberaktie ist mit einem hohen Unsicherheitsfaktor versehen.

Bereinigt man die Zahlen des ersten Halbjahres um die vollzogenen Desinvestitionen, so stieg der Umsatz um acht Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Franken. Auftragseingang und Auftragsbestand entwickeln sich leicht ruecklaeufig. Das Betriebsergebnis konnte im Vorjahresvergleich bereinigt um Verkaeufe um 43 Millionen Franken auf plus drei Millionen Franken verbessert werden. Erfreulich entwickelt sich der Cash-flow: mit 106 Millionen Franken hat er sich mehr als vervierfacht. Der Turnaround ist sowohl auf die Elimination bedeutender Verlustquellen zurueckzufuehren als auch auf erfolgreiches Kosten-Management.

Ungereimtheiten begleiten den Halbjahresabschluss. Die als Hoffnungstraeger bezeichnete Konzerngruppe Enterprise Networks weist bei einem Umsatz von 242 Millionen Franken in den ersten sechs Monaten einen Betriebsverlust von acht Millionen Franken aus. Ein positives Zeichen gibt es dagegen bei der Nettoverschuldung. Sie konnte gegenueber Ende 1993 um 206 Millionen auf 682 Millionen Franken abgebaut werden. Der groesste Brocken ist der Verkauf der schweizerischen Kabelnetze, der netto schaetzungsweise 200 Millionen Franken eingebracht haben sollte. Allerdings verlor Ascom damit auch einen vielversprechenden Unternehmensteil. Das unuebersichtliche Gesamtbild und die gemessen am Ertragswert hohe Bewertung der Ascom-

Titel sprechen derzeit gegen ein Engagement.