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22.04.1994

Trotz Umsatzplus Halbierung des Profits Bei PCM-Anbieter Comparex ist 1993 der Gewinn weggebrochen

MANNHEIM (hp) - Um sieben Prozent auf 1,217 Milliarden Mark steigerte die Comparex-Gruppe 1993 ihren Umsatz. Der Gewinn nach Steuern verringerte sich allerdings von 17,4 Millionen auf 8,7 Millionen Mark. Gruende dafuer sind laut Comparex der massive Preisverfall bei Mainframes und die Kosten fuer die Neuverteilung der Absatzgebiete.

Die Gewinnkurve der Comparex-Gruppe geht steil bergab. Erzielte der PCM-Anbieter 1991 noch einen Nettoertrag von 30 Millionen, lag das Ergebnis des darauffolgenden Jahres bei 17,4 Millionen Mark. Von 1992 auf 1993 halbierte sich der Profit nach Steuern noch einmal auf nunmehr 8,7 Millionen Mark.

Der Vorsitzende der Geschaeftsfuehrung von Comparex, Rolf Brillinger, macht in erster Linie den harten Konkurrenzkampf in einem stagnierenden Mainframe-Markt und die daraus resultierenden Preisreduzierungen fuer den Gewinneinbruch verantwortlich. So betrage der Preisverfall im Grossrechnersektor jaehrlich 30 Prozent.

Die Kosten fuer die Neuordnung der Vertriebsrechte mit Hitachi wirkte sich ebenfalls negativ auf die Bilanz der Mannheimer aus. Im Herbst 1993 haben Comparex und Hitachi Data Systems (HDS) den europaeischen Markt unter sich aufgeteilt. Ab 1994 soll nur noch ein Anbieter pro Land taetig sein. Die BASF-Tochter erhielt die alleinigen Vertriebsrechte fuer Deutschland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Oesterreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Suedafrika sowie Osteuropa und musste im Gegenzug die Aktivitaeten in Grossbritannien, Frankreich, Schweden, der Schweiz und Argentinien einstellen.

Parallel dazu hat die Comparex-Gruppe ihre Belegschaft von 1280 auf 1030 Mitarbeiter verringert. Fuer die Freistellungen und die Neuorientierung mussten die Mannheimer rund 40 Millionen Mark bereitstellen.

Der Umsatz von Comparex Deutschland stieg um acht Prozent auf 605 Millionen Mark, waehrend die Einnahmen in den Exportmaerkten um rund fuenf Prozent auf 612 Millionen Mark anwuchsen. Das Ziel, den Anteil der Dienstleistungen zu erhoehen, hat der PCM-Anbieter nicht erreicht. Der entsprechende Wert lag 1993 wie im Jahr zuvor bei 18 Prozent oder 224 Millionen Mark. Dagegen wuchs das Mainframe- Geschaeft von 36 auf 41 Prozent des Gesamtumsatzes. Der Anteil der Peripheriesysteme verringerte sich von 509 Millionen auf 494 Millionen Mark.

Die im November 1993 begonnene Umstrukturierung von Comparex ist nahezu abgeschlossen. Wie viele ehemalige HDS-Kunden sich langfristig fuer den Mannheimer PCM-Anbieter entscheiden, ist laut Brillinger momentan noch nicht abzusehen. Die HDS-Anwender aeussern sich sehr unzufrieden ueber die Entwicklung in Deutschland. Sie befuerchten eine schlechtere Servicequalitaet, da Comparex zwar am liebsten die gesamte HDS-Gemeinde als Kunden gewinnen moechte, aber nicht alle ehemaligen HDS-Mitarbeiter uebernimmt. Insgesamt hatte die Hitachi-Tochter rund 150 Installationen in Deutschland. Bis Mitte 1994 moechte Comparex 20 neue Mitarbeiter in Deutschland einstellen, von denen ein Grossteil von HDS kommt. Vor der Neuordnung der Vertriebsrechte waren 110 Angestellte bei HDS beschaeftigt.

Der Comparex-Chef hofft, nach Wegfall der Sonderbelastungen 1994 wieder an das Ergebnis von 1992 anknuepfen zu koennen. Das geringe Auftragsvolumen Anfang dieses Jahres und die Stagnation des Mainframe-Sektors machten es aber schwer, das Umsatzvolumen von 1993 wieder zu erreichen.