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17.09.1993

Trotzdem Wachstum um acht Prozent Europaeischer Software-Umsatz leidet unter dem Konjunkturtief

KRONBERG (CW) - Seinem bisherigen Ruf der boomenden Branche wird der europaeische Markt fuer Software und Services nicht mehr gerecht. Verglichen mit anderen Industriezweigen kann sich das Wachstum 1992, das 8,1 Prozent betrug, aber sehen lassen.

Vor allem die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage ist fuer das gebremste Wachstum der Software- und Dienstleistungsindustrie in Europa verantwortlich, so lautet die Analyse des Marktforschungsinstituts IDC in seiner Untersuchung "The European Software and Services Marketplace in 1992". Allerdings spiegeln die Zahlen der Untersuchung auch die allgemeinen DV-Trends wie die Abkehr von Mainframes wider. So war der Verkauf von Grossrechner- und Mini-basierter Software ruecklaeufig.

Hohes Wachstum fuer Packaged Software

Das Marktsegment Professional Services verbuchte laut Studie mit 8,3 Prozent Wachstum den bisher geringsten Zuwachs. In diesem Bereich wurden 1992 in Europa rund 30,1 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Laut IDC ist das kostenbewusste Verhalten der Anwenderunternehmen, die nur das Notwendigste fuer Software- Entwicklung und -pflege ausgeben, Ursache dieses geringen Wachstums.

Der europaeische Markt fuer Packaged Software legte im letzten Jahr um 9,3 Prozent zu und erreichte damit einen Wert von 23,8 Milliarden Dollar, so die Kronberger Analysten weiter. Dieses Segment weise zwar bisher das groesste Wachstum auf, werde sich aber diesbezueglich den anderen Softwarebereichen angleichen.

1992 ist laut IDC das erste Jahr, in dem Software- und Serviceanbieter aus allen europaeischen Laendern in Mitleidenschaft gezogen werden. Waren 1991 nur Grossbritannien und die skandinavischen Laender von dem langsameren Wachstum betroffen, habe diese Entwicklung jetzt auch Frankreich Italien und Deutschland erfasst.

Die deutschen Software- und Dienstleistungsanbieter erwirtschafteten 1992 rund 15,5 Milliarden Dollar und damit 10,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das Wachstum von 1991 auf 1992 hatte noch 14,6 Prozent betragen. Fuer Packaged Software gaben die deutschen Unternehmen rund 5,4 Milliarden Dollar aus, fuer Professional-Services 7,2 Milliarden Dollar und fuer Verarbeitungs- und Netzdienste 2,8 Milliarden Dollar.

Da es bereits Anzeichen fuer das Abklingen der Rezession gibt, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen dem europaeischen Markt fuer Software und Services 1993 ein Wachstum von 7,9 Prozent.

Der Absatz von technischer Unix-Software belief sich 1992 auf 420 Millionen Dollar und ueberstieg den Vorjahreswert um zehn Prozent, so IDC in seiner Untersuchung "Slow Growth in Technical Unix Applications". Weltweit betrage die Steigerungsrate bei technischen Unix-Applikationen rund sieben Pro- zent. Das Marktforschungsunternehmen teilt den technischen Unix-Markt in vier Teilbereiche auf. Das groesste Segment stellen die C-Techniken dar, also Computer Aided Design (CAD), Computer Aided Manufacturing (CAM) und Computer Aided Engineering (CAE).

Preisreduzierung bremst den Software-Umsatz

An zweiter Stelle folgt Electronic Design Automation (EDA). Auf Rang drei und vier befinden sich Architectural Engineering Construction (AEC) und Geographical Information Systems (GIS). Die niedrigsten Wachstumsraten verzeichneten die C-Techniken und AEC. Ueber zehn Prozent Zuwachs konnten hingegen die Bereiche EDA und GIS verbuchen.

Fuer das relativ langsame Wachstum seien der hohe Konkurrenzdruck unter den Herstellern und die damit verbundenen Preisreduzierungen verantwortlich, berichtet IDC. Ausserdem koennten sich Unix-Systeme am Markt langsamer durchsetzen, als angenommen worden war.

Fuehrender Anbieter von technischen Unix-Applikationen in Europa war Computervision mit einem Umsatz von 85 Millionen Dollar und einem Marktanteil von 20,2 Prozent. Zweitgroesster Hersteller ist Intergraph, der rund 13,1 Prozent der in Europa verkauften technischen Unix-Programme umsetzen konnte und damit 1992 rund 55 Millionen Dollar erwirtschaftete. An dritter Stelle steht Cadence mit 40 Millionen Dollar Umsatz.