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03.07.2006

Trotzt Konjunktur Steuer-GAU?

Der Konjunkturzug zieht so kräftig an, dass die Mehrwertsteuererhöhung im Januar 2007 ihn nicht wirklich abbremsen kann, widerspricht das Münchener ifo-Institut der gängigen Meinung auch vieler anderer Volkswirte.

Von Klaus Hauptfleisch

Hans-Werner Sinn, Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo), sieht die Konjunktur in Deutschland Mitte 2006 "gut in Form". Für 2006 geht ifo von einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent aus. 2007 soll sich das Wachstum trotz Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent mit 1,7 Prozent noch immer auf relativ hohem Niveau fortsetzen.

Sinn zufolge war die Steuererhöhung aufgrund des hohen Staatsdefizits von vielen bereits seit Längerem erwartet worden. Insofern hätten sie in den letzten Jahren schon gespart, weshalb der befürchtete Effekt nicht so stark ausfalle. Die Mehrwertsteuerreform werde allerdings zu einem Preisauftrieb von 1,8 Prozent in diesem und 2,5 Prozent im kommenden Jahr führen, so Sinn.

Seiner Ansicht nach wird das Wirtschaftswachstum auch den Arbeitsmarkt erfassen. "Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich aufhellen, wird der Wirtschaftsweise vom "Spiegel" zitiert. Für 2006 rechnet ifo damit, dass das Heer der Arbeitslosen im Schnitt um 260.000 auf 4,6 Millionen verkleinert werde, für 2007 um weitere 150.000 auf 4,45 Millionen.

Derzeit sind laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg nur 4,397 Millionen Menschen in Deutschland erwerbslos. Vor einem Jahr waren es noch 383.000 mehr. Auch BA-Chef Frank-Jürgen Weise spricht von einer "erfreulichen Entwicklung". Nur der Ausbildungsmarkt bessere sich nicht und habe sich gegenüber dem Vorjahr sogar leicht verschlechtert.

Aber nicht alle glauben an einen nachhaltigen Aufschwung. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt etwa hält die Auswirkungen der Fußball-WM für überbewertet. "Der Impuls reicht nicht aus, um die wirtschaftliche Situation in dem Ausmaß zu verbessern, wie dies erforderlich wäre. Das kann eine WM nicht schaffen", meinte er gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" und forderte andere Maßnahmen, um ein nachhaltiges Wachstum zu erreichen.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) beobachtet eine wachsende Skepsis unter den Verbrauchern in Deutschland. Viele befürchten, "dass der derzeitige Konjunkturaufschwung lediglich ein Strohfeuer ist", das mit zusätzlichen finanziellen Belastungen für die privaten Haushalte im nächsten Jahr schnell verglühen könne.