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12.07.1996 - 

7000 Stellen werden abgebaut

Trübe Gewinnaussichten für Digital

Nach DEC-Angaben wird der Gewinn im vierten Quartal deutlich unter den derzeitigen Schätzungen liegen und der Umsatz ebenfalls niedriger als im vergleichbaren Vorjahresquartal ausfallen. Seinerzeit wurde mit Einnahmen von 3,75 Milliarden Dollar und einem Überschuß von 160 Millionen Dollar ein alles in allem respektables Resultat erzielt. Die in einer Voraberklärung des Unternehmens angekündigte Gewinnrevision wird mit einem "nicht zu akzeptierenden Ergebnis" im PC-Bereich sowie einer "Beruhigung" auf den europäischen Märkten begründet.

Wie hoch die aktuellen Verluste von DEC im PC-Bereich tatsächlich sind, gilt bis zur Bekanntgabe des Quartalsergebnisses am 30. Juli als top secret. Insider sprechen von 80 bis 90 Millionen Dollar. Eine Sprecherin von DEC wollte gegenüber der CW zu den hausinternen Schätzungen, aber auch zum Rücktritt von Enrico Pesatori, Vice-President und General Manager der Computer Systems Division, nicht Stellung nehmen. Der 1993 von Zenith Data Systems zu Digital gekommene Manager hatte vergangene Woche ohne offizielle Angabe von Gründen das Handtuch geworfen. Digital-Chef Robert Palmer, der selbst kommissarisch Pesatoris Job übernommen hat und damit jetzt neben der Systems Business Unit auch für das PC-Geschäft verantwortlich zeichnet, sprach von einer "eigenen Entscheidung Pesatoris".

Inoffizielle DEC-Kreise, aber auch Analysten reden in seltener Einmütigkeit von spezifischen Problemen beim PC-Geschäft in Europa, wo sich die generelle Absatzflaute sowie der Preis- und Margenverfall in jüngster Zeit besonders bemerkbar gemacht hätten. Selbst das starke Wachstum bei den 64-Bit-Alpha-Komponenten sowie bei Dienstleistungen würden am eher tristen Gesamtergebnis nichts ändern, heißt es. Große Hoffnungen verbindet man daher mit einem vor allem im PC-Sektor greifenden Kostensenkungsprogramm sowie der für September angekündigten Rückkehr zum Direktvertrieb.

Bezogen auf das gesamte Unternehmen, muß sich Digital weiter auf harte Zeiten einstellen. "Wir sind nicht binnen kurzer Zeit in diese Schwierigkeiten geraten, und wir werden die Probleme auch nicht von heute auf morgen lösen können", schrieb DEC-Chef Robert Palmer seiner Mannschaft vergangene Woche ins Stammbuch. Wie vorgesehen bleibt es daher unter anderem bei der Rückstellung von 475 Millionen Dollar für den in den kommenden zwölf Monaten geplanten weltweiten Abbau von 7000 Stellen. Digital wird dann Mitte 1997 nur noch rund 60000 Mitarbeiter beschäftigen.