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06.02.1987 - 

Maschinenbauunternehmen betätigt sich als Softwarehaus

Trumpf hilft der Branche bei NC-Steuerungen

MÜNCHEN - Kapital schlägt die Maschinenfabrik Trumpf GmbH & Co. in Ditzingen aus einer eigenen Softwareentwicklung für die NC-Steuerung: Sie bietet ihr Produkt außer als Zusatz für ihre Maschinen auch anderen Maschinenbauunternehmen an. Damit bildet Trumpfs Software eine Grundlage für die ClM-Aktivitäten von Deckel (siehe CW Nr. 1/2 vom 9. Januar 1987, Seite 1), Maho, Heckler & Koch und Werner & Kolb.

Bereits Ende der 70er Jahre erkannte die Unternehmensleitung bei Trumpf, daß sie für ihre eigene Fertigung eine Software zur Steuerung der NC-Maschinen benötigte. Der Softwaremarkt für derartige Produkte wies damals jedoch noch riesige Lücken auf. Bei Trumpf fiel danach die Entscheidung, dieses Problem in eigener Regie zu lösen. Als Partner bot sich das Ludwigsburger Beratungshaus NC-CAD-Software an. Die Ditzinger brachten dabei ihr Know-how im Maschinenbaubereich ein, während das Softwarehaus nach dem Pflichtenheft die Codes erstellte: Das TC-APT für NC-Maschinen auf der Basis von DEC-Systemen (MicroVAX II, Micro PDP 11/73, PC 380).

Die Softwarelücke schloß sich damit zunächst nur für Trumpf. "Mit der Zeit verlangten aber immer mehr Kunden, daß wir ihnen etwas anbieten sollten, damit auch sie unsere Maschinen programmieren könnten", erläuterte Doris Konrad, die im Vertrieb für CAD/CAM-Systeme bei Trumpf tätig ist, "ferner läßt sich absehen, daß sich dieser Trend in den nächsten Jahren noch verstärken wird." Ungewöhnlich ist: Trumpf bietet das TC-APT-Paket auch ohne Hardware an. Potentielle Kunden sind andere Maschinenbauunternehmen; an die unmittelbare Konkurrenz allerdings wird nicht geliefert. Lizenzen für TC-APT haben bisher vier Branchenkollegen erworben.

"Bei uns beispielsweise", so Josef Neumaier, Verkaufsberater für Programmiersysteme bei Maho, "verwenden wir Software für unsere NC- Maschinen, Bearbeitungszentren und flexiblen Fertigungssysteme, die von einem Leitrechner gesteuert werden. Maho-TC-APT wird bei uns für Systeme in mittlerer Größe eingesetzt. Es ist ein kleines CAD/CAM-System. Zu unserem Angebot gehört ferner ein kleines System für die 2D-Bearbeitung von der Firma DLOG in München, und ein größeres CAD/CAM-System von der Fides Informatik in Zürich." Die Hardware bezieht Maho von DEC (MicroVAX II, PDP 11/73, PC 380), Commodore (PC 10, PC 20) und Tektronix (Farbgrafikmonitore).

Seit kurzem bietet Trumpf seine Programme außer für DEC- auch für HP-Rechner (HP 9000/310, HP 9000/320) an. Unmittelbare Auswirkungen hat dies auf ihre Maschinenbaukunden nicht. "Kurzfristig wird es bei uns keinen Hardwarepartnerwechsel geben", so Josef Neumaier von Maho, "denn bei einer Umstellung muß sehr viel Software umgeschrieben, eine neue Testphase und neue Schulungen der Mitarbeiter durchgestanden werden. Ein Wechsel ist deshalb so schnell nicht realisierbar."

Als durchaus realistisch bezeichnet allerdings Walter Schmid, Leiter des Finanz- und Rechnungswesen bei Trumpf, die Möglichkeit, daß das Unternehmen noch einmal Software für eine Marktlücke entwickle und sie vertreiben werde. Trotz dieser Perspektive bleiben die Ditzinger Maschinenbauer und Verkäufer, zumal bislang der reine Softwareverkauf nur ein Bruchteil des Umsatzes bei Trumpf ausmacht. Auch künftig werde sich daran kaum etwas ändern.