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23.04.2007

Tschech Data macht Ernst!

Karl-Erich Weber, Jahrgang 1959, ist Kaufmann, Autor, freier Journalist und Redakteur. Hauptberuflich seit 1991 mit ITK und Unterhaltungselektronik befasst, schreibt er seit 1998 für unsere Redaktion. Seine ITK-Lieblingsthemen sind die News, Analysen und Projektionen aus Wirtschaft, Markt und Fachhandel sowie die Hersteller mit ihren Produkten. Zudem bloggt, kritisiert und kommentiert er leidenschaftlich Medien und Politik. 

Im Kampf der Giganten bei den Distributoren hat sich das in der Beliebtheitsskala kurzzeitig erholte Unternehmen Tech Data eine neue Laus in den Pelz gesetzt: nicht etwa die überzogenen Versandkosten von 13,75 Euro plus Steuer, sondern den Abschied vom Standort Moers. Weit über 100 Beschäftigte rechnen schon seit Inbetriebnahme des neuen tschechischen Zentrallagers mit personellen Einschnitten, allein die Worte des Deutschland-Chefs Schlichtherle besänftigten die Gemüter in Moers ein ums andere Mal.

Die Flucht in Billiglohnländer ist allerdings eine heikle Sache. Zwar versprechen sich Aktionäre davon größere Gewinne, die faktischen Verbesserungen liegen jedoch vor allem darin, dass nun die Rechnungen von Tech Data früher per Post eintreffen als die Ware. Welche Probleme auch immer ursächlich sind und wer letztendlich dafür den Kopf hinhält: Eine Auslagerung hat nur für das erfolgsabhängig bezahlte Management und die kurzfristig agierende Kapitalklientel einen Vorteil. Wie dies auch einige Verantwortliche, wenngleich leider nicht alle, bei Siemens erkennen mussten, folgt für übermäßig kapitalistische Auswüchse die Strafe auf dem Fuß.

Anders jedoch als beim ehemaligen Handy- und Chip-Riesen wird der Imageverlust bei Tech Data wohl nicht besonders hoch sein, da die öffentliche Meinung hier kaum etwas ausrichten wird. Allerdings sollten wir Händler schon überlegen, ob wir uns dem Heuschreckenschwarm gen Osten anschließen oder Alternativen fördern und fordern sollten.

Zwar gibt es eine "Charta of Ethics" die man sich auf der Homepage von Tech Data durchlesen kann und die es eigentlich nicht zulässt, so wertvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Arbeitsvermittlung zu entsorgen, aber es ist wie mit der Aktie: Das eine ist Papier, das andere ein Mensch. Ich bin gespannt, was dieses Mal dabei herauskommt.

Mein Fazit: Angeblich haben wir ja noch immer die soziale Marktwirtschaft in Deutschland - ich muss doch mal wieder öfter in den verbliebenen Fragmenten unseres Grundgesetzes blättern.

Bis demnächst, Euer Querschläger!

Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.