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13.09.1991

Tschunke beteiligt sich an Management-PoolNeue E2000-Inhaber müssen noch am Turnaround basteln

MÜNCHEN (CW/vwd) - Die Beteiligungsverhältnisse bei der Electronic 2000 AG, seit dem Tode des früheren Vorstandsvorsitzenden Helmut F. Rienzner in der Schwebe, sind weitgehend geklärt: Die Alfa Components Holding GmbH verkauft aus ihrem 67-Prozent-Paket einen Anteil von 25,5 Prozent an die E2000-Vorstände Frank Berger und Christian Horstmann sowie an den Computer-2000-Chef Jochen Tschunke.

Auf weitere 25,5 Prozent, die sich bisher noch im Besitz von Larry Tracy aus der Alfa-Gruppe befinden, hält die Dreiergruppe eine preislich fixierte Option. Ob diese wahrgenommen und damit ein regelrechter (Management-)buy-out realisiert wird, hängt davon ab, ob Berger, Horstmann und Tschunke bereit sind, den fixierten Preis für das Paket zu zahlen, wie der E2000-Chef gegenüber der "Börsenzeitung" erklärte. 16 Prozent der E2000-Aktien bleiben bei der Holding. Die verbleibenden Gesellschafter, heißt es in einer Unternehmensmitteilung, "werden ihre Anteilsverhältnisse in den nächsten Wochen neu ordnen".

Tracy und Tschunke sollen in den Aufsichtsrat

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt, dies erklärte Vorstandschef Berger, sollen Tracy und Tschunke in einen erweiterten Aufsichtsrat der Gesellschaft berufen werden. Der Einstieg von Jochen Tschunke, Gründer und Inhaber des erfolgreichen und kapitalkräftigen PC-Peripherie, Komponenten- und Software-Distributors Computer 2000 AG, bedeutet nach den Worten Bergers jedoch keine Option auf eine engere Geschäftsbeziehung über die derzeitigen sporadischen Kontakte hinaus.

Berger mit dem Ertrag noch nicht zufrieden

Nach einer inzwischen offenbar abgeschlossenen Umstrukturierung von Electronic 2000 zählen folgende Unternehmungen zu der Gruppe: Electronic 2000 Vertriebs-AG, Electronic 2000 Computer-Systeme GmbH, Epic 2000 Elektronikvertriebs-GmbH, Alfatron GmbH, Bacher GmbH und die französische Datadis S.A. Wie die Gesellschaft mitteilt, geht es beim Umsatz aufwärts: So konnte das Geschäftsvolumen im ersten Halbjahr 1991 gegenüber der zweiten Hälfte 1990 um 18 Prozent auf 86,4 Millionen Mark gesteigert werden. Im Vergleich der ersten Halbjahre jedoch lag das diesjährige Volumen um 3,2 Prozent unter dem von 1990.

Der Ertrag des Konzerns ist noch nicht geeignet, E2000-Chef Berger zufriedenzustellen, äußerte dieser. Wie im ersten Halbjahr 1990 erreichten die deutschen Gesellschaften in der Gruppe einen Nettogewinn von 1,6 Millionen Mark (Gesamtjahr 1990: Nettoverlust 1,4 Millionen Mark bei 163 Millionen Umsatz). Die Umsatzrendite lag demzufolge mit zwei Prozent unter der in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres.

Datadis noch auf wackeligen Beinen

Nach wie vor wackelig präsentiert sich neben Bacher die französische Tochter Datadis: Beide Unternehmen mußten im ersten Halbjahr 1991 Umsatzeinbußen hinnehmen. Auf Bacher entfiel ein Einbruch um 77 Prozent, der allerdings Berger zufolge weitgehend vor dem Hintergrund zu interpretieren ist, daß die ursprüngliche Geschäftstätigkeit von Bacher bereits Anfang 1991 planmäßig eingeschränkt worden war, um die Gesellschaft für andere Aktivitäten im Bauelemente-Bereich neu zu formieren. Datadis schrumpfte von 6,8 auf sechs Millionen Mark.

Auf Wachstum stehen nach Angaben von E2000 die Zeichen im Halbleitergeschäft: Hier habe die Bauelemente-GmbH im Halbjahr ein Umsatzplus von 16,5 Prozent auf über 46 Millionen generiert; Alfatron sei gar um gut 26 Prozent auf 12,5 Millionen Mark gewachsen. Der nach den Bauelementen zweitgrößte Umsatzträger der Gruppe, die Computer-Systeme, legte um 36 Prozent zu und kam auf ein Volumen von 21,5 Millionen Mark, heißt es bei E2000.