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Für Maschinenbau-Lehrstuhl sind Hersteller-Kontakte nichts Bedenkliches:


03.04.1987 - 

TU München bastelt an CIM-Komponenten

MÜNCHEN- Bei der CAD-Ausbildung kooperieren künftig die Prime Computer GmbH und die Technische Universität in München. Als Lehr- und Lernmittel stellte der Wiesbadener DV-Anbieter den Münchener Maschinenbauern eine 32-Bit-Rechneranlage Typ Prime 750 mit Medusa-Software zur Verfügung. Dies soll indes nichts an der bisherigen Neutralität des Lehrstuhls ändern.

Die Zusammenarbeit mit der Industrie ist für Professor Klaus Ehrlenspiel, Inhaber des Lehrstuhls für Konstruktion im Maschinenbau, nicht neu: "Am Münchner Lehrstuhl haben wir Kontakte zu ungefähr fünf verschiedenen Herstellern, die uns Hardware und Software zur Verfügung gestellt haben."

Mit dem Prime-Equipment - Hauptspeichervolumen sechs MB - soll das Angebot an Praktika sowie praxisorientierten Diplomarbeiten wachsen. Zudem können weiterführende Forschungsarbeiten im Bereich der Konstruktion, wissensbasierten Systeme sowie der Kostenerfassungs- und CAD-Systeme durchgeführt werden. Dazu entwickelt der Münchner Lehrstuhl gemeinsam mit der Industrie Anwenderprogramme in den Feldern Simulation, Konstruktions-Automatisierung und Variantenkonstruktion.

Enge Kontakte bestehen seit längerem zu Unternehmen aus dem Maschinenbau und zu Automobilzulieferern, etwa Krauss-Maffei oder Knorr-Bremsen, beide München. Die Industrie greift auf die gemeinsamen Entwicklungen, wie die Hochschule berichtet, in großem Maße zurück. Dabei werden Summen bewegt, die deutlich über der Höhe eines Taschengeldes liegen. Immerhin ver bucht die TU München auf ihrer Soll-Seite unter Prime nach Installation des 750er- Systems einen Betrag von etwa 700 000 Mark, der abgearbeitet werden muß. Im Gespräch sind beispielsweise Entwicklungen wie die VDA-Schnittstelle - besonders wichtig im Automobilbau - für das SW-Paket Medusa, außerdem Produkt-Demonstrationen für Prime-Kunden.

Wenn Hersteller Hochschulen Equipment zur Verfügung stellen, wird nicht selten auch die Kehrseite der Medaille - die sogenannte Herstellerbindung - beschworen. Klaus Ehrlenspiel bezieht Stellung: "Wir sind neutral geblieben, ohne uns zu stark - auch vertraglich - zu binden. Die Forschungsaufgabe soll ja immer im Vordergrund stehen. Mittel und Geräte zu bekommen, ist indes für eine Universität wichtig."

Derzeit kann der Lehrstuhl für Konstruktion im Maschinenbau unter anderem bereits mit einem Werkzeug aufwarten, das Unterstützung beim Konstruieren zusammen mit einem nachgefragten Kosten-Informationssystem (KIS) bietet. Das Tool, das als Entwicklungsrechner eine VAX aus der 700er-Familie besitzt und auf Fortran 77 basiert, kann in verschiedenen Produktentstehungsphasen eingesetzt werden. Die Programmgröße umfaßt 0,5 Megabyte.

Seine Hauptfunktion liegt zum einen in der Kostenanalyse von Konstruktionsobjekten. Es umfaßt die überschlägige Berechnung der kostenrelevanten Merkmale und Variantenvergleiche. Zum anderen verwaltet und nutzt das Werkzeug verschiedenartige Informationssammlungen wie etwa Regeln zum kostengünstigen Konstruieren und Wiederhol-Teile. Außerdem liefert KIS die Nutzwertberechnung, also eine Auswertung von Anforderungslisten und den Vergleich von Gestaltvarianten.

Anwendung findet KIS hauptsächlich im Projektierungs- und Konstruktionsbereich, aber auch in der Arbeitsvorbereitung. Das CAD-System und die KIS-Komponente können wechselweise allein oder im Verbund gefahren werden. Sequentiell gekoppelt sind sie zu einem Programmsystem verbunden und können von einem Bildschirm aus genutzt werden. Parallel gekoppelt bilden sie eigenständige Programmsysteme. Sie lassen sich dann gleichzeitig auf mehreren Bildschirmen abbilden. (Siehe auch CW Nr. 11 vom 6. März 1 981, Seite 66, "Information ist ein ganz besonderer Stoff".)