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24.02.1984 - 

Computerreparaturgeschäft entwickelt sich zur hart umkämpften Wachstumsbranche:

Tücken der Technik bringen gutes Geld

NEW YORK (VWD) - Heiß umkämpft ist in den USA ein Markt, dem für die kommenden Jahre ein außerordentlicher Boom prophezeit wird - die Reparatur von Mikrocomputern. Bereits heute erziele dieser Bereich einen Umsatz von einer Milliarde Mark, meint Joseph Cleary, Manager bei Xerox. Nach Schätzungen der Geschäftsleitung von Sorbus Systems wird bis 1986 mit einer Umsatzsteigerung auf fünf Milliarden Dollar gerechnet. außergewöhnliche Chancen erhofft sich George Harmon, Präsident von Serviceland, von den Tücken der Technik, Er möchte sein Unternehmen gar zu einem "McDonalds" im Computerreparaturgeschäft ausbauen.

Wie oft ein Mikrocomputer seinen Dienst versagt, hängt von der Häufigkeit der Benutzung ab. Mechanische Teile bei den Druckern Versagen häufiger als die Computer selbst. Die Vorstellung aber, daß ein Computer nie versagen werde, sei ein Mythos, den die Computerhersteller beständig verbreiten. Diese Auffassung vertritt Earl Humpherys, Präsident der Computer Doctor Inc ., einem Reparaturunternehmen in den Staaten.

In den vergangenen zwölf Monaten sind viele Unternehmen in das Reparaturgeschäft eingestiegen. Dazu gehören unter anderen Xerox Corp., Honeywell Inc., Bell & Howell Co., Western Union Corp. und ITT Corp. Auch kleinere Gesellschaften "mischen" jetzt mit. Neue Unternehmen wie Serviceland Inc., Westlake Village und Computer Doctor Inc. bauen in den USA lizensierte Reparaturketten auf. Serviceland plant, 82 Filialen in diesem Jahr im ganzen Land zu eröffnen. Präsident Harmon glaubt, daß gute Chance habe, bevor die "Großen " den Markt beherrschen.

IBM hat mitgeholfen, diese Chance zu schaffen. Das Unternehmen setzt nur eigene Produkte instand. Da aber viele Anwender Mikrocomputersysteme verwenden, die aus Erzeugnissen verschiedener Anbieter bestehen, sind unabhängige Serviceunternehmen in diese Lücke eingesprungen. Xerox wird 33 Computermodelle von 16 Produzenten reparieren, wozu auch die Osborne-Computer gehören.

In der Vergangenheit wurde das Reparaturgeschäft von den Computerherstellern und - händlern in der Euphorie des guten Absatzes nur als notwendiges Übel und nicht als ein weiter Geschäftszweig betrachtet. Heute sieht das anders aus. Computer-Land , der größte Händler in den USA, betrachtet das Reparatur- und Servicegeschäft als die Sparte mit den größten Umsatzaussichten für 1984, sagt Dean Sung, Mitglied der Geschäftsführung bei diesem Unternehmen.

Die verschiedenen ..Computerdoktoren" gehen unterschiedliche Wege, um sich einen großen Teil des Marktkuchens zu sichern. In den vergangenen sechs Monaten hat Xerox mit 2500 Computerhändlern, die sich nicht mit den Problemen eigener Reparaturabteilungen herumschlagen wollten, entsprechende Verträge unterzeichnet. Serviceland ihrerseits bietet die Reparatur vor Ort an. Gerade dieses Geschäft dürfte eine Zukunft haben, nachdem Mikrocomputer für die geschäftliche Verwendung im vergangenen Jahr einen Umsatz von sechs Milliarden Dollar verzeichneten. Bereits jetzt bestünden für rund 3o Prozent der alle eingesetzten Mikrocomputer Serviceverträge, heiß es bei IBM.

Great Western Life Assurance Co., in deren Hauptquartier in Denver rund 5o Mikrocomputer installiert sind, zahlt Sorbus Systems 25 000 Dollar pro Jahr, damit die Rechner funktionieren. Das Hauptproblem waren bisher Ausfälle der Drucker. Bei einem Mikrocomputersystem, das viel benutzt wird, treten zwei bis fünfmal pro Jahr Defekte auf, sagt John Puccini von Sorbus. Bei geringerer Benutzung könne ein Unternehmen sehr billig davonkommen. Aber ein Kundendienstbesuch koste zwischen 150 und 300 Dollar. Laut John Griffin , Präsident der IBM- Reparaturabteilung, ist das reparaturanfälligste Teil bei den IBM-PC der Speicherplattenantrieb.

Die Wiederherstellung von Mikrocomputern ist ein einträgliches Geschäft. Die Lohnkosten liegen zwischen 45 und 100 Dollar pro Stunde. Wie Brian Kratz-Miller von Computer- Land sagt, verdienten einige der Computer-Land-Filialen mehr Geld mit Reparieren als mit dem Verkaufen von Software.

Eine mögliche Entwicklung könnte das Wachstum der Branche jedoch bremsen. Einige Futuristen können sich einen Mikrocomputer vorstellen, der so billig ist, daß sich die Reparatur nicht lohnt. Bei Defekt wegschmeißen und einen neuen kaufen, könnte dann die Devise lauten.