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23.01.1981

"Tuning bringt Einsparung auf der ganzen Linie"Dr. Roland Henssler, Leiter der Division Education der Control Data GmbH und Direktor des Control Data Instituts, Frankfurt, sprach mit Len Kreuter in TampaFlorida.

Henssler: Wir lesen jeden Tag, daß die Hardwarepreise heruntergehen, während Software- und Personalkosten ständig nach oben gehen. Warum sollen wir den Hardwarekosten so große Aufmerksamkeit schenken?

Kreuter: Meine Antwort geht in zwei Richtungen. Erstens: Es gibt Performance-Probleme, die man nicht mit Hardware lösen kann. Mit anderen Worten, der Kauf von zusätzlichem Equipment hat keinerlei Einfluß auf die Performance. Es handelt sich also nicht um einen Mangel an Hardware, es geht eher darum, herauszufinden, wo der wirkliche Engpaß ist. Meistens liegt er bei einer unausgewogenen Verteilung der Arbeit innerhalb eines Systems.

Zweitens: Auch wenn die Hardwarepreise runtergehen, sind sie immer noch hoch genug, daß es sich lohnt, dabei Geld einzusparen. Wenn man zum Beispiel 100 000 Mark für eine intensive Leistungsmessung ausgibt und dabei eine Million spart - dieses Beispiel ist nicht aus der Luft gegriffen - dann lohnt es sich immer noch. Erst wenn die Preise auf ein Zehntel fallen, lohnt es sich, die Leistungsmessung in Frage zu stellen.

Hier noch eine Daumenregel: Eine Person, die in einem Betrieb für Computerleistungsmessung eingesetzt wird, bringt an Einsparung jeden Monat etwa das, was sie selbst im ganzen Jahr verdient. Und das sogar nach mehreren Jahren ständigen Tunings.

Henssler: Welchen Effekt hat die Leistungsmessung und das Tuning auf die anderen Faktoren wie Software-Kosten und Personalkosten?

Kreuter: Zunächst einmal hat es den negativen Effekt, daß Sie einen ganzen oder einen halben Mann zur Leistungsmessung abstellen müssen. Dann aber kann es sich ergeben, daß Sie Personal einsparen, dadurch, daß durch kürzere Antwortzeiten eine dritte Schicht überflüssig wird. Auf jeden Fall werden Sie Überstunden einsparen. Dann werden Sie weniger Spannungen zwischen der Benutzerabteilung und der EDV haben. Vielleicht werden Sie auch herausfinden, daß Ihre Software doch in Ordnung ist. Generell kann man also die Interdependenz nicht beschreiben, in der Praxis zeigt sich jedoch häufig, daß ein besseres Tuning Einsparungen au der ganzen Linie bringt.

Henssler: Warum soll ein EDV-Chef die Hardwarekosten mutwillig reduzieren, so doch jeder weiß, daß sein eigenes Gehalt im direkten Verhältnis zur Größe, also zu den Kosten der Installation steht?

Kreuter: Jeder Manager, der nicht alles daransetzt, seine Kosten zu minimieren, ist es nicht wert, ein Manager genannt zu werden. Hier ist die große Herausforderung an des Topmanagement, die richtigen Ziele zu setzen und die EDV-Manager richtig zu motivieren. Außerdem gibt es da noch eine Gruppe von Menschen in einer Firma, die man Revisoren nennt. Wenn diese ihre Arbeit gut machen, dann sollte von der Seite kein Problem vorhanden sein. Aber es ist nur zu hoffen, daß die Topmanager genug von der EDV verstehen. Sie sind dafür verantwortlich, daß vernünftige Leistungsvorgaben gesetzt werden.

Henssler: Es gibt viele Leistungsmonitore auf dem Markt, Hardware- und Softwaremonitore. Die Hersteller beziehungsweise Verkäufer dieser Leistungsmessungssysteme behaupten alle, daß sie perfekt arbeiten. Warum, Mr. Kreuter, brauchen wir dann Ihre Methode?

Kreuter: Sie brauchen meine Methoden nicht. Was Sie brauchen, ist überhaupt eine Methode. Die Monitore sammeln Daten und sie stellen die Daten in statistischen Tabellen zusammen, aber sie sagen Ihnen nicht wo es hapert. Eine Methode, die es einem leichtmacht, diese Zahlen zu verstehen und zu interpretieren. Statistiken lösen bekanntlicherweise nie selbst die Probleme. An einem Thermometer können Sie ablesen, daß Sie Fieber haben, nicht jedoch, welche Krankheit Sie haben.

Henssler: In Ihrem Kreuter-Report nennen Sie Zahlen und Ergebnisse der Analysen einer IBM-Maschine. Was ist mit den Installationen anderer Hersteller?

Kreuter: Meine Technik ist unabhängig vom Computertyp. Die Kennzahlen, die ich benutze, existieren auf allen Maschinen, und wenn sie ausgeworfen werden können, daran findet die Technik generell Anwendung. Die einzige Bedingung ist, daß der Benutzer wissen muß wie seine Maschine funktioniert.