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28.05.1976 - 

Mikroprozessor-gesteuerter Schreibautomat berechnet Preisspiegel:

Tuning für den Textcomputer

MÜNCHEN - Wer mit der Leistungsfähigkeit eines herkömmlichen Textautomaten nicht mehr zufrieden, andererseits aber nicht bereit ist, in einen neuen Textcomputer zu investieren, dem bietet sich eine zweite, preisgünstigere Alternative: Durch Integration eines Mikroprozessors lassen sich die Einsatzmöglichkeiten eines Schreibautomaten erheblich erweitern.

Diese Tatsache veranlaßte den Münchener Architekten Klaus Heese dazu, seinen Textautomaten Modell 4200 der CPT Corp., Minnesota (USA), mit einem Mikro von National Semiconductor (IMP-8C) "aufzurüsten". Die Interface-Elektronik dazu wurde von der Firma Informations-Technik Hickstein, Stuttgart, entwickelt.

Leistungsverzeichnisse per Textautomat

Die Installation des Systems sowie die hardware- und softwaremäßige Betreuung übernahm die Firma Hark, Putzbrunn bei München.

Bisher setzte Klaus Heese in seinem Büro den Textautomaten vorwiegend zum Schreiben von Leistungsverzeichnissen ein. Um feststellen zu können, wer die für ein Bauvorhaben erforderlichen Arbeiten am preisgünstigsten durchführt, verschickt Klaus Heese an die relevanten Firmen je ein Leistungsverzeichnis, in dem die geforderten Tätigkeiten einzeln aufgelistet sind. Die Firmen tragen ihre Angebots-Preise dann in die Listen, ein und schicken die Unterlagen an den Architekten zurück.

Auswertung bisher manuell

Die recht mühselige Auswertung der ausgefüllten Leistungsverzeichnisse sowie das Erstellen eines Preisspiegels wurde bisher manuell erledigt. Durch den Einsatz des CPT-Computtypers so der Name des Mikros inklusive zugehöriger Elektronik - konnte die Auswertung wesentlich vereinfacht werden: Wenn die, Leistungsverzeichnisse an die Firmen geschickt sind, erstellt eine Sekretärin über den Textautomaten ein Kurz-Leistungsverzeichnis, in dem die für Mengenangaben, Einzel- und Gesamtpreis vorgesehenen Felder frei bleiben. An diesen Stellen werden Stop-Befehle programmiert. Anschließend wird das Verzeichnis auf Magnetband erfaßt.

Anwenderprogramm auf Magnetband

Nach Rückerhalt der ausgefüllten Leistungsverzeichnisse können die erforderlichen Daten an den entsprechenden Stellen auf dem Band eingefügt werden. Gleichzeitig läuft ein zweites Magnetband mit, auf dem sich das eigentliche Anwenderprogramm befindet, das vorher über die normale Schreibmaschinentastatur des Textautomaten erstellt wurde.

Während beide Magnetbandkassetten gleichzeitig verarbeitet werden, berechnet der Mikroprozessor automatisch einen Preisspiegel, der unter anderem folgende Information liefert: Zu welchen Preisen führen die Firmen jede einzelne Tätigkeit aus, welche Firmen sind bei diesen Tätigkeiten am preiswertesten und um welchen Prozentsatz sind die übrigen Firmen teurer. Das Ergebnis wird In Listenform ausgedruckt und bietet dem Architekten einen lückenlosen Überblick über die preislichen Vor- und Nachteile der betreffenden Unternehmen.

Als großer Vorteil des eingesetzten Mikroprozessors wird die freie Programmierbarkeit über eine Schreibmaschinentastatur angesehen. So erübrigte sich die Einstellung einer zusätzlichen Bedienungskraft, weil Heeses Sekretärin die Programmierung übernehmen konnte. Bisher ist der Münchener Architekt mit dem Computtyper (Anschaffungspreis ungefähr 15 000 Mark) sehr zufrieden. Er plant sogar, die Kapazität des Gerätes von bisher 6K Ó 8Bit auf mindestens 8K zu erweitern, um die Einsatzmöglichkeiten zu vergrößern.