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26.07.2002 - 

US-Niederlassung wird verkleinert

Turbolinux steckt in Schwierigkeiten

MÜNCHEN (ls) - Der Distributor Turbolinux hat Gerüchte über eine drohende Pleite zurückgewiesen. Das unprofitable Geschäft in den USA muss aber saniert werden.

"Turbolinux wird das Geschäft fortsetzen", erklärte Präsidentin und Chief Executive Officer (CEO) Ly-Huong Pham. Unmittelbar vor Abschluss einer neuen Investitionsrunde sei ein bis dahin sicherer Geldgeber abgesprungen. Dies habe sofortige Maßnahmen erfordert. Und die bestehen darin, dass Turbolinux das defizitäre US-Geschäft in einer noch nicht bestimmten Weise restrukturieren wird. Nach unbestätigten Presseberichten dürfte die kalifornische Niederlassung von derzeit rund 40 auf höchstens zehn Mitarbeiter verkleinert werden.

Damit wird Turbolinux seinen Geschäftsschwerpunkt weiter auf den ostasiatischen Raum legen, wo das Unternehmen nach eigenen Angaben die marktführende Distribution des quelloffenen Betriebssystems vertreibt. Ashok Pandey, President und General Manager von Turbolinux Asia Pacific, betont, die Geschäfte in seinem Verantwortungsbereich gingen weiter wie bisher. Die Unternehmen in China, Hongkong, Südkorea und Taiwan seien insgesamt gesund und kurz vor Erreichen der Profitabilität.

Koishi Yano, Chef von Turbolinux Japan, erklärte, das Geschäft werde hier wie geplant fortgesetzt. Die japanische Tochtergesellschaft arbeitet seit Oktober letzten Jahres profitabel.

Die Probleme von Turbolinux sollen die mit Suse, Caldera und Conective betriebene Initative United Linux für ein einheitliches Server-Linux nicht beeinträchtigen. Gregory Blepp, für United Linux zuständiger Vice President International bei der Nürnberger Suse Linux AG, erklärte: "Wir bedauern die Entwicklung bei Turbolinux." Sie werde aber "keine Auswirkungen auf die technischen Inhalte und die Zeitpläne von United Linux haben".

Blepp wies darauf hin, dass der größte Teil der Arbeit am Einheits-Linux dem Nürnberger Distributor obliegt, der dazu ehemalige Caldera-Programmierer übernommen hat. Der Beitrag von Turbolinux habe sich von Anfang an auf die Anpassung des Systems an ostasiatische Sprachen beschränkt. Turbolinux Asia Pacific habe versichert, sein Engagement aufrechterhalten zu wollen.

Unklar ist allerdings vorerst, was geschieht, wenn Turbolinux seine Verpflichtungen zu finanziellen Beiträgen an das Gemeinschaftsunternehmen United Linux LLC nicht erfüllen kann. Dies wird nun ein Thema einer Konferenz der vier Distributoren, die sich ohnehin in der nächsten Woche in New York treffen wollen. Außerdem wird zu klären sein, wie im schlimmsten Fall eines Ausfalls von Turbolinux die Anpassung des Einheitssystems an ostasiatische Sprachen organisiert wird und wer die Vermarktung von und den Support für United Linux im fernöstlichen Raum übernehmen könnte.