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20.10.2008

"UC ist ein Projekt"

Der Kommunikationsbedarf in Unternehmen und der Gesellschaft ändert sich dramatisch. Beim Executive Programm "Unified Communications 2008" der COMPUTERWOCHE wurde lange diskutiert.

Durch Unified Communications wachsen IT und TK zusammen", erklärte Nicole Dufft, Geschäftsführerin des Marktforschungsunternehmens Berlecon Research, in ihrer Eröffnungsrede der computerwoche-Veranstaltung in Frankfurt am Main. UC sei die Bündelung aller Kommunikationskanäle sowie deren Einbindung in die IT. Das wecke Begehrlichkeiten: "Auf der einen Seite bringen sich TK-Anbieter wie Cisco, Avaya, Siemens oder auch Netzbetreiber wie Colt als UC-Komplettanbieter in Stellung", sagte Dufft. Andererseits drängten Softwarehersteller - allen voran Microsoft, IBM und SAP - mit ihren Lösungen aus dem bisherigen Softwaresegment in den Bereich UC vor.

Gießkanne ist out

Eines sollte Anwenderunternehmen allerdings klar sein: "UC ist kein Produkt, sondern es ist immer ein Projekt, bei dem mehrere Lösungen und Dienstleistungen miteinander verzahnt werden müssten", so Dufft. Zu empfehlen sei daher ein Einführungskonzept, dass sich an Geschäftsprozessen orientiert. "Es gibt keinen Sinn, UC mit der Gießkanne über das Unternehmen auszuschütten. Besser ist es, schrittweise vorzugehen", pflichtete Frank Westermann, VP TC Strategy & Sales Marketing, T-Systems Enterprise Services, der Analystin bei.

In der Regel seien es Prozessoptimierungen etwa im Kunden-Management oder Service, die eine Lösung auf den Plan riefen. E-Mail- oder Telefonweiterleitung, Präsenzanzeigen, Chats und Collaboration seien die meistgenannten Bereiche, in denen UC Unternehmen Verbesserungen bringen sollen.

Das ist auch dringend nötig, wie Prof. Dr. Gerhard Schneider, CIO der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ausführt. "Weil es heute so viele verschiedene Kommunikationswege und -Mittel gibt, ist die Kommunikation oft nicht effizient." Die Universität hat daher ein Projekt gestemmt, bei dem bis 2013 die bestehende TK-Anlage durch VoIP-Telefone ersetzt wird. Dabei geht es um rund 160 Datenverteiler mit 29 000 Anschlüssen.

"Unser Ziel war es, neben Prozessverbesserungen auch das zu installieren, was wir in unseren Vorlesungen immer predigen: Standards und Offenheit", führt der Forscher weiter aus. So unterstützt die Anlage das etablierte Session Initiation Protocol (SIP). Die Umstellung auf "All-IP" erleichtere es Forscherteams, in virtuellen "Räumen" zusammenzuarbeiten, und erlaube deutliche flexiblere Arbeitszeiten.

Verführerische Endgeräte

Um UC erfolgreich zu einzuführen, schlägt Bernhard Pussel, Director Professional Services, Colt Telecom GmbH, Stufenmodelle vor. "Gerade angesichts verführerischer Endgeräte - mobiler Alleskönner -, die auf dem Markt sind, ist eine wohlüberlegte Umsetzung von UC oft schwierig", weiß er. Wenn man privat mit coolen Handys unterwegs ist und bereits zu Hause Chat, VoIP oder Messenger verwendet, sollte das am Arbeitsplatz auch möglich sein, lauteten die Ansprüche vieler Menschen. Doch für Unternehmen gilt, so Pusselt: Der Zoo an Endgeräten muss wirtschaftlich zu managen sein und sollte unbedingt im IT-Sicherheitskonzept integriert werden. Dabei sollten Firmen auch über die Möglichkeit von Managed Services nachdenken, um Teile der UC-Plattform sicher betreiben zu lassen.

Ohne Knigge gehts nicht

"Neben technischen Herausforderungen und Sicherheitsaspekten ist bei UC vor allem das Kommunikationsverhalten zu überdenken", mahnte Oliver Höß, Leiter des m-lab am Fraunhofer IAO. Die Produktivität der Knowlegde Worker sei mit UC sicher zu verbessern, doch bedürfe die grenzenlose Erreichbarkeit eines Kommunikationsknigges. "Die Life-Work-Balance ist sonst in Gefahr." Von freiwilliger Selbstverwaltung bis hin zu stringenten Unternehmensrichtlinien für den Umgang mit UC ist hier alles möglich, wie die Diskussion in Frankfurt zeigte. Höß nannte zwei Leitplanken: "Die Erwartungen des Managements müssen klar kommuniziert werden, und die Mitarbeiter müssen lernen, dass sie mit UC ihre An- und Abwesenheit selbst steuern können. Das schafft Freiräume."