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16.10.1998 - 

Münchens Oberbürgermeister kritisiert Entlassungen

Ude wirft Compaq mangelnde Phantasie bei Problemlösung vor

Ude hatte auf Einladung des DEC-Betriebsrats auf einer Betriebsversammlung der Digital-Mitarbeiter gesprochen. In der aktuellen Situation könnte man durchaus, so das Münchner Oberhaupt, auf das Management "einschlagen". "Das ließe sich vertreten", führte er unter dem Gelächter der Digital-Angestellten aus. Allerdings habe die jetzt entstandene Problematik mit Management-Fehlern zu tun, die in der Vergangenheit liegen würden.

Für die Verantwortlichen im Compaq-Krisenmanagement unter Leitung von Gerrit Huy, der Geschäftsführerin sowohl von Digital als auch von Compaq, habe er dennoch einen Ratschlag: "Reagieren Sie nicht phantasielos mit Arbeitsplatzabbau auf die Krise."

Der Oberbürgermeister äußerte seinen Unmut darüber, daß auch Unternehmen aus prosperierenden Branchen massiv entlassen, wenn kurzfristig Probleme gelöst werden müßten. Solche Firmen müßten doch wenigstens die Wachstumschancen eines blühenden Marktes nutzen können. "Wenn es nicht an Problemen der Branche an sich liegt, sondern an Management-Problemen der Vergangenheit, dann schuldet das Unternehmen seinen Mitarbeitern eine sozialverträgliche Lösung seiner Schwierigkeiten", forderte Ude.

Eine Geschäftsleitung sollte sich durchaus auch auf die Vorschläge einer Arbeitnehmervertretung einlassen, argumentierte das Stadtoberhaupt weiter. Er habe oft die Erfahrung gemacht, daß Betriebsräte bessere Vorschläge für die Lösung von betrieblichen Schwierigkeiten hatten als so mancher Unternehmensberater: "Solche Analysten kennen oft nur das Wort Entlassungen."

Ude forderte aber auch von den Belegschaftsvertretern und den Arbeitnehmern verantwortliches Denken und Handeln ein. Um in schnell sich wandelnden Märkten wettbewerbsfähig agieren zu können, müsse man eben auch "einmal länger arbeiten und nicht immer nur gewerkschaftliche Forderungen vor sich herbeten". Beide Parteien im Compaq-DEC-Fusionsgetümmel müßten sinnvolle Arbeitszeitkonzepte erarbeiten: "In Teilzeitmodellen sehe ich eine große Chance." Auch Altersteilzeit und Kurzarbeit zur Überbrückung von Durststrecken böten sozialverträgliche Optionen.