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15.06.1990 - 

DV-Branche hofft auf Lockerung der Cocom-Liste

UdSSR-Auftrag an CDC: Noch ist eine Ausnahmelizenz erforderlich

15.06.1990

MINNEAPOLIS/WASHINGTON (CW/vwd) - Der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow hatte während seines USA-Besuches auch das Scheckbuch eingesteckt: Er orderte für 32 Millionen Dollar bei der Control Data Corp. sechs Cyber-960-Großrechner; die IBM Corp. wird den Sowjets 13 000 PCs für schätzungsweise 25 Millionen Dollar verkaufen.

Nach Angaben von CDC sind die 27-MIPS-Cyber für Überwachungsaufgaben in zivilen Kernkraftwerken vorgesehen. Ohne das nukleare Desaster von Tschernobyl anzusprechen, stellte Gorbatschow bei seinem Besuch der CDC-Hauptniederlassung in Minneapolis/Minnesota fest, daß die UdSSR ohne Kernenergie nicht auskommen werde, und fügte hinzu: "... aber wir müssen unsere Kraftwerke so sicher wie möglich machen." Die IBM-PCs sind für die Verwendung in Schulen der UdSSR vorgesehen.

Demnächst Erleichterung durch Handelsabkommen

Die US-Regierung hat laut CDC zugesagt, in Kürze die Ausfuhr der Großsysteme per Sondervereinbarung zu genehmigen. Auf Erleichterungen der sowjetisch-amerikanischen Wirtschaftskontakte zielt ein Handelsabkommen zwischen beiden Mächten ab, das während des Gipfeltreffens in Washington von Gorbatschow und US-Präsident George Bush unterzeichnet wurde.

Eine Lockerung der Auflagen erhofft sich die gesamte Computerbranche vom Pariser Cocom-Gipfel, von dem bei Redaktionsschluß noch keine detaillierten Ergebnisse vorlagen. Fest steht gleichwohl, daß nahezu alle Computer mit internen Datenübertragungsraten bis zu 275 Mbit/sec zum l. Juli von der Kontrolliste gestrichen werden. Für den Export in die DDR sowie nach Polen, Ungarn und in die Tschechoslowakei sollen künftig liberalere Regeln als im Fall der übrigen osteuropäischen Staaten gelten. Dieter Porzel, als General Manager Europa bei der Control Data GmbH verantwortlich für das Osteuropa-Business, schätzt, daß Vektorrechner auch weiterhin einer Ausfuhrbeschränkung unterliegen werden, während der Export von Workstations für technisch-wissenschaftliche Anwendungen auf der Basis der RISC-Technologie grundsätzlich möglich sein würde. Im Bereich von CAD-/CAM-Softwarepaketen erwartet Porzel weiterhin relativ strenge Restriktionen. Außer den sechs Cyber 960, von denen die ersten beiden noch in diesem Jahr, die verbleibenden vier bis Ende 1991 installiert werden sollen, orderten die Sowjets noch zwei Rechner bei CDC für die Ölexploration in Murmansk und auf der Halbinsel Sachalin, gab Porzel bekannt.