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Die EDV-Systeme der RGW-Länder:


05.05.1978 - 

UdSSR will ESER-Anlagen weiterentwickeln

Mit neuen EDV-Systemen versuchen RGW-Länder den westlichen Technologievorsprung zu egalisieren. Die aufeinander abgestimmten Planungsaktivitäten der einzelnen RGW-Länder (einschließlich Kuba) konzentrieren sich gegenwärtig im wesentlichen auf vier Entwicklungsrichtungen:

- Weiterentwicklung der ESER-Anlagen und -Geräte, die ihren Ausdruck in den Modellen der sogenannten Reihe 2 des ESER findet

- Fortsetzung der Produktion von Nicht-ESER-Anlagen und -Geräten insbesondere aus dem Bereich der MDT

- Aufbau eines, ,Systems der Kleinrechner (SKR)", an dem die UdSSR, die CSSR und die DDR beteiligt sind, sowie

-Entwicklung und Einsatz von Mikrocomputersystemen.

Die kürzlich auf der Leipziger Frühjahrsmesse gezeigten EDV-Exponate bestätigen diesen in den einzelnen RGW-Ländern jedoch unterschiedlich stark ausgeprägten Entwicklungstrend. Trotz nicht zu verleugnender Bemühungen um Technologieverbesserungen und Produktionserhöhungen ist die Gesamtsituation nach wie vor von einem chronischen Mangel an Rechnern und Peripherie-Geräten gekennzeichnet. So bleibt als Ausweg aus dieser Zwangslage nur der Import westlicher Technologie.

UdSSR unter Erfolgszwang

Besonders deutlich drückt sich diese Zwangssituation im Falle der UdSSR aus. Hier wirken sich noch immer Planungsmängel, Fehleinschätzungen und Produktionsmängel spürbar negativ

aus. Das gegenwärtige Hauptinteresse der Partei- und Wirtschaftsführung

gilt besonders der Weiterentwicklung und der Anwendung der EDV. Hierbei nimmt die ESER-Rechentechnik eine bevorzugte Stellung ein. Parallel hierzu werden weiterhin die bereits bestehenden betrieblichen, regionalen und überregionalen Rechenzentren mit mehr oder weniger Erfolg ausgebaut und in den Dienst der zentralen Volkswirtschaftsplanung gestellt. Mit Hilfe der bereits teilweise verfügbaren und zu verbessernden automatisierten Leitungssysteme (Informationssysteme) soll der noch immer umständlich organisierte Informationsfluß zwischen den einzelnen Planungsebenen optimal gesteuert werden.

Die von Wunschvorstellungen getragenen Planungsziele früherer Jahre sahen neben der Produktion von Mittelklasserechnern des ESER auch die Produktion leistungsstärkerer Anlagen vor. Um den Mitte der siebziger Jahre angekündigten Rechner EC-1060 wurde es sehr schnell still, und über das System EC-1050 wußten vor rund zwei Jahren Kenner der sowjetischen EDV-Szene zu berichten, daß von den wenigen produzierten und zum Teil in andere RGW-Länder exportierten Anlagen einige wegen akuter Mängel wieder in die UdSSR zurückgeschickt werden mußten. So blieb es bisher der DDR vorbehalten, mit dem EC-1040 den leistungsstärksten ESER-Rechner in Serie zu produzieren.

Bereits ab Mitte der siebziger Jahre wurde von den Teilnehmerländern des ESER beschlossen, die bisherigen Anlagen zu vervollkommnen und die neuen Rechnerversionen ab 176/77 im Rahmen einer Reihe 2 des ESER zu produzieren.

Mini aus Moskau

Von diesen Anlagen wird bereits die EC-1035 seit Anfang 1977 in Serie gefertigt. Neben den ESER-Anlagen und -Geräten versuchen sich die UdSSR neuerdings auch auf dem Kleinrechnersektor. So wurde im Moskauer Institut für elektronische Datenverarbeitungsanlagen ein Minirechner (Bezeichnung: "SM 3", 250 000 op/s) entwickelt, der seit Ende 1977 in Moskau und Kiew in Serie gefertigt wird. Ein weiterer Mini, "SM 4", mit einer Leistung von 500 000 op/s, soll ab 1979 in die Produktion überführt werden.

Mit derartigen Neuentwicklungen einschließlich der West- und RGW-Importe und dem Rechneraltbestand strebt man die Erfüllung des Rechner-Plan-Solls von rd. 18 000 bis 1980 an.

*Dipl.-Kfm. Klaus Krakat ist Mitarbeiter der Forschungsstelle für gesamtdeutsche wirtschaftliche und soziale Fragen, Berlin.